REPORTAGE

Zunehmende Größe

Über 40 Teilnehmer beim IGG-Treffen in Herten


Die wunderschöne 6-m-„Musger 19a“ von Frank Steinbach im Anflug.

Wie schon im vergangenen Jahr haben sich die Interessengemeinschaft Großsegler (IGG) und der ausrichtende Verein in Herten für ein Treffen mit zweitägiger Dauer entschieden. Denn auch Teilnehmer mit einer weiten Anreise sollten wieder genügend Zeit für entspannten und trotzdem attraktiven Modellsegelflug und Erfahrungsaustausch haben. So fand das dritte IGG-Treffen West am 28. und 29. August statt. Der Termin schien gut in den Kalender der Großseglerfreunde zu passen, denn schon etliche Wochen vorher waren viele verbindliche Anmeldungen eingegangen.

Diesmal hatten sich sogar 46 Piloten für das Treffen angemeldet, davon 14 aus Holland und Belgien, die meisten davon dem Großseglerverband BIGGS angehörend. Trotz der sehr ungünstigen Wetterprognose und Unwetter am Vortag waren dann am Samstag wieder rund 40 Piloten am Start. Man sah viele strahlende Pilotengesichter, die sich über das Wiedersehen in Herten freuten. Und auch diesmal wollten es einige erstmals angereiste Gäste kaum glau- ben: Am nördlichen Rand des Ruhrgebietes und am Stadtrand von Herten findet man bei der Flugmodellsportvereinigung Vest (www.fsv-vest.de) einen großräumigen Modellflugplatz mit sehr übersichtlichem Luftraum.

Bei zwar wechselhaftem aber gut fliegbarem Wetter und nur mäßigem Wind aus Nordwest waren dauerhaft bis zu sechs Schleppmaschinen im Einsatz, sodass alle Seglerpiloten auf ihre Kosten kamen. Das weiträumige Fluggelände wurde wieder in nebeneinander liegende Start- bzw. Landebereiche aufgeteilt, sodass Flugbetrieb praktisch nonstop möglich war. Für Starts und Landungen stand ein Riesensektor von rund 250 Grad zur Verfügung, der außergewöhnlich weiträumige und sehr gut kontrollierbare Landeanflüge ermöglichte. Und in größeren Höhen konnte bis zum Beginn des kontrollierten Luftraumes (762 Meter bzw. 2.500 Fuß) praktisch ohne Einschränkungen geflogen werden. Ab Mittag hatte es die Sonne sogar wieder geschafft, aus der morgendlichen Frische für alle Starter genug Thermik zu zaubern. Ein Highlight war sicherlich IGG-Vizepräsident Bernd Straßburger, der seine brandneue „ES-49“ mit rund sieben Metern Spannweite im Schlepp der „Bellanca“ von Michael Schönershoven einflog. Darüber hinaus waren neben anderen sehr ansprechenden Scale-Oldtimerunikaten auch wieder zahlreiche GFK-Orchideen am Platz, die hier nicht alle aufgelistet werden können.

Wie bei solchen Treffen üblich, betrug die Spannweite der meisten Modelle mehr als fünf Meter. Aber auch sechs bis sieben Meter Spannweite waren keine Seltenheit. Die kräftigen Schleppmaschinen brachten die bis zu 24,9 Kilogramm schweren Modelle zügig auf Thermikebene. Funktechnisch hatten in Herten bereits zwei Drittel der Piloten ihre wertvollen Modelle auf 2,4 GHz-Anlagen umgerüstet. Ne-ben der bereits genannten großen Teilnehmergruppe aus den Niederlanden und Belgien kamen die Großseglergäste wieder aus dem Siegerland und Westerwald, dem Rheinland und dem Münsterland sowie aus dem ganzen Ruhrgebiet. Das Treffen in Herten lieferte einmal mehr den Beweis, dass das Modellgroßseglerfliegen trotz der auf allen Modellflugplätzen unübersehbaren „Schaumwaffelschwemme“ nicht an Attraktivität verloren hat. Bei Piloten und Besuchern stellte sich die Herten-typische stressfreie und familiäre IGG-Atmosphäre ein. Da störte es dann nicht sehr, dass ein Gewitterschauer am Nachmittag eine einstündige Flugpause erzwang. Zum gemeinsamen Abendessen von Piloten und mitgereis- tem Anhang am Samstagabend waren erstmals alle 60 Plätze im nahegelegenen Landgasthof schon vorher ausgebucht.

Für den Sonntag jedoch verschlechterte sich die Wetterprognose: Obwohl der Vormittag trocken startete, machte die in circa 250 Metern Höhe beginnende Wolkendecke das Großseglerfliegen uninte- ressant. Trotzdem warteten die meisten Piloten ab, ob sich der ungeliebte Wolkenschleier heben und die inzwischen kräftige Brise nachlassen würde. Erst als der am späten Vormittag einsetzende Regen die letzte Hoffnung auf weitere Starts zunichte machte, gaben sich Veranstalter wie Gäste geschlagen. Gleichwohl beendete man das Treffen mit dem Wunsch, sich im nächsten Jahr in Herten wieder zu sehen. Erwähnenswert ist natürlich auch, dass keines der beteiligten Großmodelle durch einen Pilotenfehler oder eine technische Störung beschädigt wurde. Das nächste IGG-Treffen West in Herten ist für den 27. und 28 August 2011 geplant.

Reinhard Morawietz
Fotos: Klaus Detro



Gruppenfoto der Teilnehmer des IGG-Treffens 2010 in Herten.


Die „ES-49“ mit fast sieben Metern Spannweite von AUFWIND-Autor Bernd Straßburger im Schlepp der „Bellanca“ von Michael Schönershoven.


Die „Minimoa“ von Clemens Swalue (Spannweite: 5,4 Meter) in einem herrlichen Scale-Finish.


Bernd Straßburger (rechts) und Michael Schönershoven bringen die mächtige „ES-49“ zurück zum Start. Das Modell hatte in Herten seinen Erstflug. Eine Vorstellung des Doppelsitzers erfolgt in einer der nächsten AUFWIND-Ausgaben.



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