REPORTAGE

Viva Espana!

Der erste GPS-World Cup - ein großer Erfolg


18 Teilnehmer kamen zum ersten GPS-World-Cup. Zwei waren sogar aus Südafrika angereist.

Vom 4. bis 10. September fand im spanischen Roquettes erstmals der "GPS-World Cup" statt, quasi eine inoffizielle Weltmeisterschaft des GPS-Triangle-Fliegens mit Großseglern.

Von der ersten Idee bis zur Realisation gab es viel zu tun! So musste beispielsweise ein geeigneter Modellflugplatz gefunden werden. Und da wurde schnell klar, dass die Schweiz wegen der geltenden Vorschriften leider nicht in Frage kam. Dafür waren einige der Teilnehmer bereits etliche Male in Spanien zum Segelfliegen. Rund 160 Kilometer südlich von Barcelona befindet sich ein stillgelegter Ultra-Leicht-Flugplatz, der jetzt von der Modellfluggruppe Club RC del`Èbre genutzt wird. Ueli Nyffenegger, Inhaber von TUN-Modellbau und treibende Kraft des GPS-Triangle-Fliegens in der Schweiz, trug der dortigen Modellfluggruppe die Idee des World Cups vor und - die Zusage kam prompt!

Nun begann die ganze Organisation der Infrastruktur. Bereits vor einigen Jahren wurde die Sandpiste des Flugplatzes mit Sponsorengeldern aus der Schweiz asphaltiert. Jetzt musste die Graspiste planiert und erweitert werden, damit die Sicherheit bei Starts und Landungen optimal gewährleistet werden konnte. Auch Wasserleitungen wurden verlegt, ein Generator für die Stromversorgung organisiert, sanitäre Anlagen aufgebaut und eine Cafeteria - die "Cerveseria" - eingerichtet. Zusätzlich musste der Platz für die Wohnwagen und Zelte vorbereitet werden. Nachdem sich 27 Piloten für den World Cup eingeschrieben hatten, lautete im April 2011 das Motto: "Alles klar! Spanien, wir kommen! Der "Erste Weltcup" im GPS-Segelflug findet statt!"

Das Organisationskomitee und die meisten Helfer trafen bereits eine Woche vor Beginn in Roquettes ein, um die letzten Arbeiten zu erledigen. Nach und nach trafen auch die Wettbewerbsteilnehmer in Spanien ein. Letztlich fanden sich 18 Teilnehmer vor Ort ein, die sich zum Teil in drei Klassen eingeschrieben hatten. Unter den Teilnehmern waren Piloten aus Südafrika, Tschechien, England, Deutschland, Italien und der Schweiz - mit sieben Piloten übrigens das größte Teilnehmerkontingent. Als Schlepp-Piloten sorgten Silvio Meier, Walter Kalberer und Urs Schupisser dafür, dass die Segler in die Lüfte kamen. Insgesamt waren neun Schleppmaschinen im Einsatz und absolvierten während des Worldcups rund 400 Schlepps. Eine reife Leistung!

Am 4. September dann die offizielle Eröffnung durch Pedro Belenquer, dem Präsidenten des Club RC del`Èbre. Ueli Nyffenegger übersetzte simultan aus dem Spanischen ins Englische. Auch Vertreter der Stadtbehörde von Roquettes interessierten sich sehr für den Wettbewerb. Nachmittags konnten die Piloten aus jeder Wettbewerbsklasse einen ersten Probedurchgang fliegen.

Die Wettbewerbsaufgabe beim GPS-Fliegen fordert, innerhalb von einer halben Stunde so viele Dreiecke wie möglich zu fliegen. Dazu werden die Modelle auf 500 Meter über Grund geschleppt. Sobald das Modell in einer Höhe von höchstens 500 Metern und mit einer Höchstgeschwindigkeit von 120 Kilometern/Stunde in das Dreieck (400 Meter Strecke) eingeflogen ist, wird die Zeit gestoppt und die abgeflogenen Dreiecke werden gezählt. Davon abweichend wurde in der Klapptriebwerk-Klasse ab einer Höhe von 400 Metern über Grund gewertet.

Nachdem das Wertungsteam alle "Kinderkrankheiten" und Unklarheiten im Auswertungsprogramm ausgemerzt und die Jury das Reglement studiert hatte, konnte am 5. September der offizielle Wettbewerb beginnen: In der 1:3-Klasse gab es schon zu Beginn den ersten Rekord, denn Ueli Nyffenegger brach den langjährigen Rundenrekord von 12 Runden/64 km/h und flog 13 Runden/65,5 km/h. Und schon am Mittwoch darauf wurde dieser Rekord von Marco Mani überboten: 15 Runden/75,6 km/h. Die meisten Runden flog Marco in einer Höhe von 600 bis 800 Metern, mit circa 170 Kilometern/Stunde. Dieser Rekord besteht bis heute!

Insgesamt wurden während der fünf Wertungstage je zwei Durchgänge pro Klasse geflogen. Die Bedingungen waren genial: Praktisch jeder Durchgang konnte ausgeflogen werden. Für die Piloten, die sich in allen drei Klassen eingeschrieben hatten, entpuppte sich dieser World Cup als sehr anspruchsvoll. Dauerte doch jeder Flug annähernd eine halbe Stunde.

In der Klapptriebwerks-Klasse wurde von Marco Mani ebenfalls ein Rekord aufgestellt: Er flog 18 Runden! In dieser Klasse war fast ausschließlich die "ASH-31" im Maßstab 1:2,5 von H-Modell am Start. Die überwiegend eingesetzten Klapptriebwerke von Florian Schambeck (AFT), Dr. Martin Thoma (Orbis) und Johannes Köllner (JK) sind inzwischen soweit ausgereift, dass ein Steigflug auf 400 Meter über Grund kein Problem mehr darstellt. Nächstes Jahr soll deshalb in dieser Klasse dann wie in der 1:3-Klasse eine Abflughöhe von 500 Meter gelten.

Auch in der offenen Klasse wurde hart gekämpft: Die Modelle waren identisch mit denen der 1:3- und Klapptriebwerks-Klasse. Leider war ein Speedflug in dieser Wertungsklasse nicht möglich, da sonst viele der eingesetzten Modelle über 25 Kilogramm (bei 115 g/qdm) Abfluggewicht gehabt hätten.

Am Freitag dann die Siegerehrung, der erste GPS-World-Cup war beendet. Die Ergebnisse:

1:3-Klasse
1. Radim Horky (CZE), Arcus 1:3 (H-Model)
2. Martin Holub (CZE), Arcus 1:3 (H-Model)
3. Ueli Nyffenegger (SUI), Arcus 1:3 (H-Model)
4. Peter Nemec (SUI), Antares 1:3 (Baudis-Model)
5. Marco Mani (SUI), Arcus 1:3 (H-Model)

Klapptriebwerk-Klasse
1. Ueli Nyffenegger (SUI), ASH-31, AFT 25 (H-Model)
2. Andreas Ross (GER),ASH-31, AFT 25 (H-Model)
3. Marco Mani (SUI), ASH-31, AFT 25 (H-Model)
4. Silvio Meier (SUI), ASH-31, AFT 25 (H-Model)
5. Chris Garrod (GBR), DG-1000, AFT 25 (Paritech)

Offene Klasse
1. Ueli Nyffenegger (SUI), ASH-31 (H-Model)
2. Radim Horky (CZE), Arcus 1:3 (H-Model)
3. Marco Mani (SUI), ASH-31 (H-Model)
3. Marco Mani (SUI), ASH-31 (H-Model)
3. Marco Mani (SUI), ASH-31 (H-Model)
(Anmerkung: alle Modelle sind bei TUN-Modellbau, www.tun.ch, erhältlich.)

Der Abend klang mit einer Flamenco-Show bei guter Musik aus. Alles in allem war dieser World-Cup eine sehr gelungene Veranstaltung und wir sind bereits auf der Suche nach einem geeigneten Austragungsort für die zweite Auflage des GPS-World-Cup 2013.

Theres Mejstrik


Eine beeindruckende Flightline mit Großseglern beim GPS-World-Cup in Spanien.


Konzentriertes Fliegen bei über 30 Grad Celsius ist eine schweißtreibende Angelegenheit.


Werbung für den Austragungsort bei Roquettes in Spanien an der "DG-1000" von Cris Garrod.


In der Klapptriebwerksklasse häufig eingesetzt und beliebt: "ASH-31" im Maßstab 1:2,5 von H-Model, im Vertrieb von TUN-Modellbau.


Glückliche Sieger in der 1:3-Klasse: Radim Horky (Mitte) vor Martin Holub (links) und Ueli Nyffenegger (rechts).


In der Klapptriebwerks-Klasse siegte Ueli Nyffenegger (Mitte) vor Andreas Ross (links) und Marco Mani (rechts).


Auch in der offenen Klasse siegte Ueli Nyffenegger (Mitte) vor Radim Horky (links) und Marco Mani (rechts).



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