REPORTAGE

Euromeeting 2013

Regen, Sturm und Sonnenschein in den Alpen


Sie hatten richtig Spaß bei den Hammerbedingungen: italienische Teilnehmer mit ihren "Fox"-Modellen

Wer zum Modellfliegen in die Alpen fährt tut dies mit der Absicht und in dem Bewusstsein, die Extreme dieser Art des Modellsports zu erfahren. Bei dem Euromeeting 2013 im Val di Fassa waren es wieder 140 Teilnehmer, im Alter von 8 bis 82 Jahren. Ein Lob an die Organisatoren! Das Euromeeting am letzten Juli-Wochenende war im Vorfeld wieder sehr gut organisiert - bis hin zur Hil- festellung bei der Hotelfindung und -buchung.

An den Tagen des Geschehens boten die Dolomiten dann wirklich alles, was sie zu bieten ha-ben: Extremer Wind bescherte uns die Möglich- keit, vor der Hangkante im Aufwind zügig zu steigen und ordentlich Fahrt zu machen. Zeitweise gab es extremes Steigen bis an die Sichtgrenze an die hohe Basis mit über 1.100 Metern über Grund auf dem Col de Cuc. Genug Höhe zum anschließenden Abturnen bis hinunter an 400 Me-ter unter die Hangkante. Glück hatten diejenigen Teilnehmer, die schon am Freitag anreisten und so bei guten Bedingungen bis in den Nachmittag hinein bei Südwestwind fliegen konnten. Sonniges Wetter bei klarer Bergluft mit bester Fernsicht - das bot dann auch noch der Samstag bis zum frühen Nachmittag. Dann zog Bewölkung auf und es gab kurze Regenschauer. Wer dennoch auf dem Berg blieb konnte bei gemütlichen Bedingungen noch bis zum Sonnenuntergang floaten.

Eine Spezialität des Euromeetings wird immer beliebter: Die Piloten konnten, ausgestattet mit einem sehr leichten GPS ihre Flüge auswerten lassen. So kamen 71 Wertungsflüge mit jeweils sieben Parametern, wie zum Beispiel Höhe, Wei- te, Durchschnittsgeschwindigkeit oder Radius des Fluges zusammen. Sie wurden in acht Wertungsklassen eingeteilt.

Am Sonntag des Euromeetings gab es ganztags starken Wind mit bis zu 80 Stundenkilometern an der Hangkante. Dies nutzte erstmals der Nurflügelpilot Stefan Gruber (belegte später Platz 1 der Nurflügelwertung) aus, um Dynamic Soaring hinter der Hangkante vorzufliegen. Die dort befindliche und durch den starken Wind hervorgerufene Leewalze machte an diesem Tag aber den meisten Piloten beim Landen zu schaffen. So kamen leider nicht alle Modelle nach oftmals erlebnisreichen Flügen heil wieder herunter.

Deutlich mehr Großmodelle gingen in diesem Jahr an den Start, darunter der 7,3 Meter große "Ventus 2CX" und zwei 6-m-"DG-800s" von Schauberger. Eine davon wurde von Stefan Böhlen geflogen, der später den ersten Platz in der Großsegler-Wertung belegte. Ein weiteres Highlight des Wochenendes war das "Fox"-Duett mit Rauchgeneratoren an den Flügelenden und beeindruckendem Synchronkunstflug. Aber auch die "Stingray 275" und "Stingray 330" von Wings-and-More, vorgeflogen mit sehr dynamischem Leistungsspektrum von Werkspilot Daniel Küchler und Firmenchef Tobias Schmidt. Traditionell beim Euromeeting dabei auch die Oldtimer, so zum Beispiel "Grunau Baby", "Ka-8" und "Muster MG 19".

Graupner/SJ, Robbe, Multiplex und Wings-and-More nahmen aber nicht nur am Flugprogramm teil, sie spendeten auch zahlreiche Sachpreise für die finale Verlosung nach der Siegerehrung. Wer mehr sehen will: Eine große Auswahl an Videomaterial des Euromeeting ist auf der Videoplattform Youtube.de unter dem Suchbegriff "Euromeeting 2013" zu finden. Unter www.euromeetingfly.com gibt es laufend Infos auch zum nächsten Event.

Joachim Regel


Dieser Teilnehmer wagte sich mit seinem "Grunau Baby" auch beim Sturm an den Start


Daniel Küchler flog seinen "Stingray 330" sehr beeindruckend vor


Leopold Rizzi und Stephan Böhlen mit der "DG-800S" von Schauberger, mit der Stefan den ersten Platz in der Großsegler-Wertung belegte


Tobias Schmidt nach seiner Landung bei Sturm


Der starke Wind erforderte nicht nur bei den großen Modellen den vollen Einsatz für einen sicheren Start


Auch solch ungewöhnliche Konstruktionen werden gerne beim Euromeeting geflogen


140 Teilnehmer kamen zum Euromeeting 2013 im Val di Fassa



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