TEST

Heißer Feger

Der "BamBam" von Sansibear


Auf der ProWing Süd in Lahr hat sich das junge Unternehmen Sansibear erstmals vorgestellt. Firmenchef Henning Schmidt präsentierte unter anderem das Sportgerät "BamBam" - ein Modell, mit dem sich Maik Winkler bereits näher befasst hat.

Auf der ProWing Süd in Lahr hat sich das junge Unternehmen Sansibear erstmals vorgestellt. Firmenchef Henning Schmidt präsentierte unter anderem das Sportgerät "BamBam" - ein Modell, mit dem sich Maik Winkler bereits näher befasst hat.

Es geht doch immer um das Gleiche: Um die Suche nach einem handlichen, optisch ansprechenden und gut fliegenden Modell zu einem bezahlbaren Preis. Bei Sansibear wurde ich auf ein Modell aufmerksam, das mir zwar auf den ersten Blick bekannt vorkam, dessen Design mich aber neugierig machte: Es handelte sich um den von RcRcm hergestellten "Typhoon-Elektro". Alleinstellungsmerkmal und Besonderheit des von Sansibear angebotenen Modells ist aber ein zusätzlicher Verbinder mit mehr V-Form, der ein besseres Handling beim Thermikkreisen verspricht.

Die Idee mit dem zweiten Verbinder und das ansprechende Design waren ausschlaggebend, um mich mit Sansibear in Verbindung zu setzen. Mein Ziel war es, einen leichten Segler zu bauen der aber auch am Hang noch Spaß macht. So kam ein paar Tage nach der Bestellung ein gut verpacktes Modell bei mir an: Rumpf und Tragfläche waren in Styropor, und zusätzlich in gut verarbeiteten Schutzhüllen gesichert. Die Zubehörteile wie Ruderhörner, Gewindestangen, Gabelköpfe, Servoabdeckungen und ein komplett vorgefertigter Kabelbaum waren eigens verpackt.

Die Verarbeitung aller Teile gefiel mir sehr gut. Die Servoschächte sind zusätzlich mit CFK verstärkt und die Nähte sehen sauber aus, jedoch sieht man sie durch die schwarze Lackierung sehr deutlich. Alle Lackierarbeiten waren sehr sauber ausgeführt. Ich konnte keine Lunker oder Ähnliches feststellen. Die Steckung des Höhenleitwerks war sehr schwergängig, was eine zusätzliche Sicherung nicht erforderlich machte. Die Mitnahme vom Pendel zum Höhenleitwerk wird nicht wie gewohnt mit einem Stahlstift verbunden sondern mit einem Kohlestift. Alle Dichtlippen waren sauber gefertigt und laufen ohne an der Oberschale zu schleifen. Auch der Einbaubereich für die Höhen- und Seitenruderservos, der sich seitlich hinter der Tragfläche befindet, ist ausreichend verstärkt.

Da der "BamBam" sehr leicht werden sollte, habe ich als Antrieb einen "Tenshock EDF TS EZ 1515 Innenläufer" mit Micro-Edition-Getriebe 5:1 an einer 13x9-Zoll-CFK-Luftschraube von Reisenauer gewählt. Motor und Getriebe kommen so auf unglaublich geringe 104 Gramm Gewicht. Die Leistung beträgt rund 550 Watt mit einem 3s-LiPo 2.200 Milliamperestunden - als Absaufhilfe durchaus ausreichend.

Für die Servoausstattung entschied ich mich für KST-Produkte: "DS125 MG" in die Tragfläche und "DS115 MG" in den Rumpf. Als damit alle Komponenten vorhanden waren, konnte ich mit dem Aufbau beginnen: Als Erstes wurde der Motorspant angepasst und eingeharzt. Ich lasse dabei immer großzügig Material an der Vorderseite stehen, um später mit einem Schleifbrettchen, das bei eingeschraubtem Motor auf der Welle sitzt, den Übergang vom Rumpf und Spinner zu schleifen. Dann ging es an den Servoeinbau der Tragflächen: Zuerst die CFK-Ruderhör- ner eingeharzt und die Gewindestangen auf Maß gekürzt. Nach dem die Servos zur Kontrolle positioniert waren und alles passte, konnten die Servorahmen eingeklebt werden. Nun mussten noch die beigelegten Kabelbäume eingezogen und die MPX-Stecker mit einer kleinen Aluform mit Heißkleber vergossen werden.

Zurück zum Rumpf: Bei dem Einbau der Servos für Höhen- und Seitenruder sollte man darauf achten die Anlenkungen nicht zu vertau- schen, da sich sonst die Kohleschubstangen in die Quere kommen. Als Erstes wurde das Ruderhorn im Seitenruder eingeharzt und die Kohlestange wurde auf die richtige Länge geschnit- ten. Die Gewindestangen habe ich eingekerbt und das Kohlerohr innen angeschliffen und gesäubert. Jetzt konnten die Gewindestangen in die Kohlestäbe geklebt werden. Um die Servos einzubauen mussten die Öffnungen ein bisschen aufgefeilt werden, dann passten sie und konnten verschraubt werden. Die Servos gaben nun auch die Position der Bohrungen an, wo die Schubstangen in den Rumpf müssen.

Damit waren alle baulichen Aufgaben erledigt und Regler, Akku und Empfänger konnten zum Einstellen des Schwerpunkts eingebaut werden. Unter der Tragfläche hatte ich am Rumpf noch etwas Griptape angebracht, um den "BamBam" gut werfen zu können.

Ein schöner Spätherbsttag war perfekt für den Erstflug: Motor an und schon zog mir der kleine und kräftige Antrieb das Modell regelrecht aus der Hand. Schnell stellte sich heraus, dass meine Höhenruderausschläge (20 mm) zu groß waren. Sansibear gibt richtigerweise zehn Millimeter an. Später stellte ich 13 Millimeter ein - für mich ein passender Wert. Der erste Eindruck gegenüber meinen anderen Zwei-Meter-Modellen war die hohe Agilität des "BamBam". Das Modell war um einiges flotter unterwegs und möchte gesteuert werden. Mit seinen 1.650 Gramm Gewicht war das Auskreisen kleiner Thermikblasen kein Problem. Der Verbinder mit mehr V-Form zeigte hier definitiv, dass sich das Modell sehr stabil kreisen lässt. Die Wirkung des Seitenruders ist sehr direkt und wirkt beim Kreisen sehr harmonisch.

Mit dem zu Anfang eingestellten Schwerpunkt von circa 82 Millimetern war ein deutlicher Abfangbogen zu sehen, somit waren die von Sansibear angegebenen 85 Millimeter kein Problem. Um das Modell zum Abriss zu bringen, musste ich lange bei vollem Aushungern komplett Höhe gezogen halten. Erst dann kippte der "BamBam" nach paar Sekunden träge über die Tragfläche ab. Ich befinde das Modell trotz seiner Spritzigkeit als sehr gutmütig, der Unterschied beider Verbinder ist deutlich spürbar und zähmt das kleine Modell merklich.

Der Antrieb mit seinen 550 Watt zieht den Elektrosegler bei 46 Ampere Stromaufnahme senkrecht auf Höhe, mit geloggten 15 Meter pro Sekunde. Damit ist der "BamBam" für mich ein guter Kompromiss aus Handlichkeit, Spaß, Leistungsfähigkeit und erholsamen Modellfliegen.
Maik Winkler


Fakten

"BamBam" von Sansibear
Ein flottes Zwei-Meter-Sportgerät

Spannweite: 2.000 mm
Länge: 1.200 mm
Gewicht: 1.680 g
Fläche: 36 qdm
Flächenbelastung: 46,66 g/qdm
Profil: JH8-Serie, 7-8 %
Preis: ab 509,- Euro
Bezug bei Sansibear
Tel.: 0151/50671470
www.sansibear.com


Die Servos für Höhen- und Seitenruder werden im Rumpf eingebaut, seitlich hinter der Tragfläche


Die Fertigungsqualität des ganzen Modells ist hoch, wie hier am Beispiel der Klappenanlenkungen erkennbar


Die MPX-Stecker des Kabelbaums wurden mit Heißkleber vergossen


Der kleine Antrieb kommt von Reisenauer und wiegt lediglich 104 Gramm


Ist der Motorspant eingeklebt, wird die Vorderkante des Rumpfes passend zum Spinner geschliffen


Zwei Meter Spannweite und vier Klappen versprechen viel Flugspaß mit dem Sportgerät


Die Flugleistungen überzeugen durch Gutmütigkeit, bei gleichzeitig hoher Wendig- und Spritzigkeit


Mit der höheren V-Form ist das Thermikkreisen supereinfach und macht viel Spaß


Dank der gut wirkenden Klappen sind die Landungen zielsicher



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Diesen Beitrag und noch viel mehr finden Sie in AUFWIND Ausgabe 1/2016

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