REPORTAGE

Girlspower

Der Modellsport ist keine Männerdomäne


Männer, wohin das Auge blickt - zumindest auf dem Modellflugplatz. Doch Ausnahmen bestätigen die Regel! Drei Modellfliegerinnen aus drei Ländern haben der AUFWIND-Redaktion von ihrem Hobby berichtet.

Aneta Bouskova ist 20 Jahre jung und lebt in der Tschechischen Republik. Ihr Vater ist aktiver Modellflieger und nahm seine Tochter von frühesten Tagen an mit auf den Flugplatz. Fluglehrer für den Segelflug waren aber auch die Sportflugplätze, auf denen die kleine Aneta ihre Kindheit verbrachte. Schon immer flog sie mehr oder weniger aktiv die einfacheren Modelle ihres Vaters mit, bis sie dann mit 15 Jahren den Schritt zur Vollblut-Modellfliegerin unternahm: "Ich habe mich auf das 3D-Fliegen spezialisiert, zumeist im Indoor-Bereich", berichtet Aneta. Als Teilnehmerin internationaler Wettbewerbe war sie auch in der Slowakei und in Deutschland aktiv. Vorläufiges Highlight war ihr Besuch auf dem legendären Joe Nall-Meeting in den USA vor knapp zwei Jahren. "Ich liebe Flugzeuge, sie machen mich glücklich - das ist mein Leben", meinte Aneta abschließend.

Nikolett Kovari entdeckte das Hobby der Fliegerei im Sommer 2007, als sie in Esztergom einen Mitflug in einer AN-2 erleben durfte. "Von nun an war ich infiziert, nahm jede Gelegenheit für weitere Flüge mit und mein Interesse auch an Konstruktion und Bau von Flugzeugen wuchs beständig", erinnert sich die Ungarin. So kam sie Schritt für Schritt zum Modellflug, traute sich aber zunächst nicht auf einem Modellflugplatz - zu schüchtern war sie, in die vermeintliche Männerdomäne einzubrechen. Der Wendepunkt kam 2010: Nikolett hatte zwischenzeitlich ihre Qualifikation zur Wettkampfrichterin in verschiedenen Freiflugklassen sowie für nationale F3A-Wettberwerbne erlangt - da war der Schritt zur wirklich aktiven Modellfliegerin nicht weit. Ein zu Bruch gegangener "Charter" von Robbe wurde wieder aufgebaut und ermöglichte ihr den Einstieg. Auch wurden nun die ersten Modelle selbst konstruiert und gebaut. "Ich liebe es, meine Modelle von Grund auf zu bauen, ganz gleich ob mit Faserverbundwerkstoffen oder Holz", erzählt Nikolett Kovari. Sie träumt davon, eines Tages ihre eigenen Konstruktionen unter ihrer selbst kreierten Marke "Balsa Cat" anbieten zu können. Geflogen wird immer wenn Zeit und Wetter es erlauben. Zum alten "Charter" ist eine "Piper PA-18" mit drei Meter Spannweite hinzugekommen, genau wie auch ein F3A-Trainer. Und eine "Pitts S1" aus einem alten Robbe-Bausatz ist ihr ganz besonders ans Herz gewach- sen. Fliegerisch will sich die Ungarin auf 3D schulen lassen, eine 1,85 Meter große "Sbach 342" mit 30-ccm-DLE steht dazu in den Startlöchern für die nächste Saison.

Sarah Lutzenberger ist 30 Jahre jung und lebt im Allgäu. Bis sie vor sieben Jahren ihren Mann kennenlernte, hatte sie noch keine Berührungspunkte zur Modellfliegerei. "Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie ich zum ersten Mal einen Flugtag unseres Vereins in Bad Wörishofen besucht habe", erzählt sie der AUFWIND-Redaktion. "Ein Jet flog über mich hinweg und da war mir klar: hier gehörst du hin." Nachdem sie dann einige Jahre als Gast und Zuschauer auf Modellflugplätzen und Flugtagen verbracht hatte, wollte sie unbedingt erfahren wie es ist, selbst zu fliegen. Dank der Unterstützung ihres Mannes hatte Sarah von Anfang an Spaß und Erfolg beim Fliegen und ist nun auch selbst aktives Mitglied im MFC Bad Wörishofen. "Im Moment fliege und trainiere ich mit dem "Apprentice" von Horizon Hobby, einem super Modell speziell für Anfänger", erzählt Sarah weiter. Sie hat sich im letzten Sommer vom Anfänger-Mode zum höchsten Mode vorgekämpft - will sich aber noch nicht als Profi bezeichnen. "Ich bin begeistert davon, wie vielseitig dieses Hobby ist, man ist in allen Bereichen gefordert. Nirgends bin ich auf so viele nette, patente und hilfsbereite Menschen gestoßen wie in der Modellflugszene", berichtet sie begeistert.













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