REPORTAGE

ARF-freie Zone

Der "fxj2.5" von RS-Aero im Prototypenbau


Elektrosegler dieser Größenklasse erfreuen sich ungebrochener Beliebtheit

Markus Thewes war im heißen Sommer 2018 auf der Suche nach einem Thermikschleicher. Der sollte ihm die Tage im kühlen Bastelkeller und später in der großartigen Abendthermik versüßen. Fündig wurde er in Österreich bei Robert Scheibelhofer.

Für meine Begriffe waren die Anforderungen nicht allzu hochgesteckt: Ein Bausatz komplett aus Holz mit möglichst transparenter Optik und ein Vier-Klappen-Flügel mit einer handlichen Spannweite um die 2,5 Meter. Das Ganze mit der Option einen Elektroantrieb verbauen zu können. Eher zufällig landete ich bei RC-Network. In dem Beitrag ging es um Robert Scheibelhofer von RS-Aero der gerade dabei war, aus seinem "TeRESa" ein Modell für die Wettbewerbsklasse "fxj-400" abzuleiten. Obwohl mir diese bisher nicht bekannt war, schien ein solches Modell genau in mein Beuteschema zu passen. So nahm ich Kontakt auf mit Robert Scheibelhofer. Wir vereinbarten, dass ich für ihn den Prototypen aufbauen würde.

Ich hatte bisher im besagten Beitrag über den "TeRESa" und in einem weiteren über den "rock_it" viel über Qualität und Vollständigkeit der Bausätze gelesen. Nun beschäftigte ich mich mit dem neuen "fxj2.5": Neben den sauber gelaserten Holzteilen zum Aufbau des Rumpfes (in Segler- oder Elektroversion) fanden sich alle erforderlichen Kleinteile in dem Bausatz. Dazu die viel zitierten Extras in Form von zwei kleinen Bögen Schleifpapier in unterschiedlicher Körnung und selbstklebender Bucheinbindefolie zum Schutz des Planes. Die noch in den Brettchen befindlichen Holzteile waren alle per Laser beschriftet, die Leisten ordentlich sortiert und von Hand gekennzeichnet. Der Bausatz wurde durch das für die spätere Serie geplante und gleich mitbestellte Antriebsset mit einem Hacker-"A10-7L" mit Getriebe 4,4:1, einer Graupner-Luftschraube 13 x 7 Zoll sowie einem passenden Regler und Spinner samt Mittelstück komplettiert. Auch bei den Servos für die Fläche habe ich die von Robert Scheibelhofer angedachten 9-mm-Exemplare mitbestellt. Der Bau sollte ja die Planung von der Theorie in die Praxis übertragen. Lediglich im Rumpf sollten bereits vorhandene Servos zum Einsatz kommen.

Noch am gleichen Abend startete ich mit dem Leitwerk. Nach dem Heraustrennen der Teile waren das Seiten- und Höhenleitwerk bereits komplett. Dank passgenauer und durchnummerierter Teile musste ich diese lediglich wie ein Puzzle auf dem Plan sauber fixieren und mit Sekundenkleber befestigen. Schon hier zeigte sich, dass sowohl Bauweise, als auch Holzauswahl durchdacht waren. Unterschiedliche Härten von Balsaholz und geschickt angeordnete Maserungsverläufe ergaben ein stabiles und leichtes Höhenruder. Diese Bauweise mit der Kombination von gezielt ausgewählten Holzsorten und deren klugem Einsatz sollte sich über die gesamte weitere Bauphase fortsetzen.

Auch der Bau des Kastenrumpfes war keine Herausforderung. Die Verstärkungen des Rumpfvorderteils wurden separat gemäß der Nummerierung auf dem Plan arrangiert, mit Nadeln fixiert und verklebt. Danach habe ich sie als komplettes Teil auf die Seitenteile des Rumpfes übertragen und dort verleimt. Die größte Herausforderung war, darauf zu achten, eine rechte und eine linke Seite zu bauen. Jetzt wurden die Spanten lose in die zuvor zusammengeklebten Seitenteile eingesteckt, die zusätzlichen Gurte aus Vierkantbalsaleisten eingelegt und überprüft, ob sich alles ohne Gewaltanwendung zusammenstecken lässt. Die Leisten sind dabei mit unterschiedlichen Längen so ausgelegt, dass sich später im Leitwerksbereich keine Lastspitzen ergeben. CAD sei Dank gab es auch hierbei keine Überraschungen, es konnte alles verklebt werden. Dabei habe ich zuerst alles nur punktuell fixiert, dann auf dem Baubrett gerade ausgerichtet und satt mit Sekundenkleber befestigt. Nach dem Planschleifen der Ober- und Unterseite wurde dann mit den einzelnen Bodenbeziehungsweise Deckelteilen der Rumpf geschlossen. Die Maserung verläuft dabei rechtwinkelig zu den Seitenteilen. Hier kam zur Abwechslung Weißleim zum Einsatz. Der ermöglicht ein sauberes Ausrichten um später keine Banane zu bekommen. Die Boden- und Deckelteile gaben dabei jeweils die Rumpfbreite zwischen den Spannten vor. Das sorgt später für eine schöne gleichmäßige Linienführung. Will man keine Bögen zwischen den Spanten erzeugen, muss man hier an der einen oder anderen Stelle die Seitenwände etwas nach außen drücken und dann die Teile kantenbündig miteinander fixieren. Nach dem Trocknen des Kastens erkennt man schon die elegant geschwungene Seitenlinie des Modells.

Nun folgt das Schließen des Nasenbereichs. Hierzu wird der vordere Deckel, durch den später der Zugriff zu Empfänger, Servos und Regler (bei der Seglerversion auch zum Akku) erfolgt, als separates Teil auf dem Bauplan aufgebaut. Die leicht geschwungene Form bekommt der Deckel durch zwei entsprechend gelaserte Längsteile, die gleichzeitig auch als Zungen für die vordere Arretierung dienen. In den Deckel wird die vorbereitet beiliegende, hintere Arretierung mit eingebaut. Jetzt erst wird der vordere obere Rumpfbereich vom Kopfspannt her geschlossen. Der Deckel wird als Abstandhalter für den Übergang zur Flächenaufnahme genutzt. Damit ergibt sich später eine saubere Passung aller Übergänge.

Zum Schluss wird im Falle der Elektroversion der Übergangsbereich zum Spinner aus mehreren Balsateilen zusammengesetzt und im Block auf den Kopfspant gesetzt. Der gibt bereits Zug und Sturz vor. Dieser Block trägt auch den Motorspant. Aus Platzgründen empfiehlt es sich, dies als komplette Einheit fertigzustellen, bevor es am Rumpf angesetzt wird. So kann man den Motor mit auf dem Block montiertem Motorspant von hinten noch sauber im Nasenteil ausrichten. Dann den Motorspant fest verkleben. Chirurgenfinger und Röntgenaugen braucht man dafür nicht. Der Aufbau der Seglernase erfolgt analog, nur eben mit anderen (beiliegenden) Balsateilen, die statt den Motor später den Akku für die Empfangsanlage aufnehmen. Danach kann es dann auch schon ans Verschleifen gehen.

Da der Bau des Rumpfes einfach und schnell von der Hand ging und trotz Prototypenstadiums so gut wie keine Anpassungen erforderlich waren, war meine Vorfreude auf weitere Teile für den Bau der Fläche groß. Da diese noch etwas auf sich warten ließen, nutzte ich die Zeit und erledigte auch die Bügelarbeiten am Rumpf. Ich entschied mich auch bei den geschlossenen Flächen des Rumpfes für "Oracover light transparent". Lediglich der Nasenbereich vor der Tragfläche bekam ein kräftigeres, deckendes Weiß, um einen schöneren Übergang zum weißen Spinner zu bekommen.

Bald darauf trafen dann auch die Flächenteile ein. Jede Tragflächenhälfte wird in drei Teilen aufgebaut. Die werden später an den Knickstellen im entsprechenden Winkel der dreifachen V-Form miteinander verklebt. Auch hier war zu erkennen, dass sich Robert Scheibelhofer viele Gedanken gemacht hatte, um eine leichte und doch feste Fläche zu konstruieren. So wird zum Beispiel der Holm im Mittelteil nach dem Bereich der Steckung schräg verlaufend verjüngt. So bekommt man kein unnötiges Gewicht durch einen kompletten Kastenholm und gleichzeitig keine Stellen mit Lastspitzen. Der gelaserte Rippenkamm hat außerdem im Bereich des Übergangs vom Flächenmittelteil zum Außenteil bereits eine U-förmige Schäftung. Die wird beim späteren Verbinden der Flächenteile in eine passende Zunge des Rippenkamms der Außenfläche eingeschoben. So werden nicht nur die Biegekräfte im Stoßbereich der Flächenteile sauber übertragen, sondern über die Form des Rippenkamms an dieser Stelle auch gleich die V-Form des Knicks mit vorgegeben. Die Tragfläche ist aber nicht nur biegesteif, sondern durch eine komplett geschlossene D-Box aus passend gelaserten Balsabeplankungen ausreichend torsions- steif ausgelegt. Sie muss später auch einem möglichen Start am Gummi standhalten.

Für mich ist ein Gummistart jedoch nicht relevant. Und die geschlossene D-Box widerspricht meinem Wunsch nach einem transparenten Flugbild. Deshalb hatte ich die Idee, die D-Box mit Aussparungen zwischen den Rippenfeldern optisch zu erleichtern. Es war klar, dass dies beim Gewicht nicht viel ausmachen (später waren es ca. 30 Gramm), aber sehr wohl zu Lasten der Torsionssteifigkeit der Fläche gehen würde. Nach Rücksprache mit Robert Scheibelhofer sollte die Fläche das aber verkraften können. Somit wurde der Plan in die Tat umgesetzt.

Dank der geraden Unterseite des gewählten "AG"-Profils erfordert der Aufbau der Flächen keine Helling oder Stützfüße an den Rippen. Der Bau kann für alle drei Teile jeder Seite direkt auf der unteren Beplankung erfolgen. Auch hier gibt der Plan wieder alle erforderlichen Informationen vor. Da die Holmgurte sich nach dem Steckungsbereich verjüngen, sind sie mehrteilig aufgebaut und werden für das innere Teil der Tragfläche separat auf dem Plan verleimt. Anschließend dann auf die untere Beplankung aufgeklebt. Für solche Verklebungen in Längsrich- tung des Holmes kommt bei mir immer Weißleim zum Einsatz, während der restliche Aufbau der Flächen fast ausschließlich mit Sekundenkleber erfolgt. Auf den gelaserten Rippenkamm werden nun ein paar wenige Rippen aufgesteckt, dann das entstandene Gebilde auf den unteren Holmgurt gesetzt und exakt ausgerichtet. Da die Teile hier saugend passen, war beim Ineinanderstecken Vorsicht geboten, um die filigranen Rippen oder den Kamm nicht zu zerbrechen. Im Gegenzug konnte aber das gesamte Rippengerüst ohne Kleber aufgebaut werden. Das ermöglichte im Nachgang eine exakte Ausrichtung der kompletten Struktur, ohne einen Tropfen Kleber benutzt zu haben. Jetzt wurde alles sowohl am Holmgurt, als auch mit der unteren Beplankung verklebt. Danach musste ich nur noch die verstärkende Kiefernleiste und darauf die Endleiste zum Ruder anbringen und schon stand die Struktur des ersten Flächenteils.

Es folgten die vorderen Verkastungsteile des mittleren Holmbereichs, das Einharzen der Flächensteckung und dann das Auflegen des oberen Holmgurtes. Hat man hier alles sauber vorbereitet und arbeitet zügig, kann man den oberen Holmgurt gleich mit dem Rest des Harzes der Flächensteckung mit aufkleben.

Hätte ich mich nicht für die Aussparungen in der D-Box entschieden, wäre an dieser Stelle schon die Oberseite der Tragfläche für das Anpassen und Verkleben des oberen Beplankungsteils bereit gewesen. Und zwar nach Ergänzung diverser kleiner Verstärkungsteile und der Auflage für die spätere Verschraubung der Fläche am Rumpf.

Mit entsprechender Vorbereitung kann also so ein Flächenteil durchaus an einem Abend gemütlich fertiggestellt werden. Nach dem Trocknen der oberen Beplankung folgt noch das Aufsetzen der Nasenleiste, die dann mit den beiliegenden Schablonen in die richtige Form ge- schliffen werden kann. Hier ist Geduld, Sorgfalt und Genauigkeit geboten, da dies die späteren Flugeigenschaften enorm beeinflusst.

Der Aufbau der anderen fünf Flächenteile erfolgte analog und ohne Überraschungen. So lagen nach einiger Zeit sechs einzelne Flächenteile vor mir auf dem Baubrett, die darauf warteten, zu zwei Flächenhälften vereint zu werden. Alle Einzelteile für sich machten einen sehr biegefesten und trotz der Aussparungen in der D-Box auch torsionsfesten Eindruck. Ich hatte keinerlei Bedenken, dass der "fxj2.5" dem geplanten Einsatzspektrum auch gewachsen sein wird.

Die äußeren Flächenteile werden einfach nur auf Stoß flächig miteinander verleimt. Das ist bei den dort auftretenden Belastungen sicher ausreichend. Den Winkel dazu geben die beiden zu verleimenden Rippen vor. Die wurden auf der einen Seite durch die Führung des Kamms und auf der anderen Seite durch eine Schablone beim Aufbau des Außenteils bereits in die richtige Lage gebracht. Hat man dies für beide Seiten erledigt, kann der Feinschliff der Übergänge in den Knickbereichen und der Nasenleiste erfolgen. Nun hat man erstmals die Chance den Gesamteindruck der Fläche zu genießen und kann sie probehalber schon mal auf den Rumpf schieben. Das ist für mich immer einer der schönsten Momente beim Bau. Schließlich sieht man zum ersten Mal den Lohn der Mühen.

Was jetzt noch folgt ist der Aufbau der Querruder, der analog zu den Flächen auf den gelaserten Teilen der Beplankung erfolgt. Das ist in kürzester Zeit abgeschlossen. Da die Wölbklappen aus massiven Dreiecksleisten bestehen, gibt es hier nichts weiter zu tun, außer man möchte unbedingt ein möglichst transparentes Flugbild haben. Deshalb habe ich die massiven Teile durch selbst aufgebaute Wölbklappen in der Art der Querruder ersetzt. Die Struktur wurde nur an die höheren Torsionskräfte angepasst, um auch bei steileren Abstiegen kein Verbiegen oder Flattern zu riskieren. Ich habe also kleine Dreiecksrippen im Blockverfahren erstellt, die Ausrichtung festgelegt und passende Beplankungsteile aus 0,4 mm Sperrholz erstellt. Das alles ist nicht sonderlich aufwändig und im Ergebnis schön anzusehen, wenn man auf durchsichtige Flächen steht. Gewichtsmäßig haben sie keine Vorteile gebracht, bei entsprechender Materialauswahl der massiven Dreiecksleisten sind sie wahrscheinlich sogar schwerer.

Damit waren die Holzarbeiten abgeschlossen und es folgten Servoeinbau und die Herstellung der Anlenkungen. Aufgrund der engen Platzverhältnisse sollte man sich auch hier vor allem bei der Überkreuzanlenkung der Wölbklappen etwas Zeit nehmen, um den maximalen Ausschlag schon mechanisch möglich zu machen. Den Rest erreicht man dann über die abschließende Programmierung des gesamten Systems.

Schlussendlich wurden dann die Tragflächen noch mit "Oracover light transparent" bebügelt, mit was auch sonst. Bei der vorhandenen Fläche lässt sich hier schon einiges an Gewicht einsparen und der Aufwand der zusätzlichen Aussparungen der D-Box soll ja auch sichtbar bleiben. Danach ließ sich der vom Entwickler berechnete Schwerpunkt mit einem 3s-LiPo 900 mAh an der vorgesehenen Position unter der Tragfläche ohne Zugabe von weiterem Trimmgewicht einstellen.

Schon im Februar hatte der Wettergott ein Einsehen. Die Bedingungen waren nahezu ideal. So ging es bei zwar kaltem aber sonnigem und windstillem Wetter zum Erstflug. Nach dem obligatorischen Reichweitentest und Rudercheck sollte erst mal ein reiner Gleitflug erfolgen. Doch als der "fxj" dann in der Luft war und vor sich hin glitt, konnte ich nicht anders, als den Motor einzuschalten und gleich im 45-Grad-Winkel auf Höhe zu gehen. Dann Motor aus, ein paar Klicks am Quer- und Höhenruder und das Modell glitt langsam und gleichmäßig dahin. Die Fluggeschwindigkeit war wie erhofft langsam und das Verhalten offensichtlich sehr gutmütig. Aufgrund der kalten Temperaturen blieben nur ein paar Eingewöhnungsrunden. Dann der Schwerpunkttest: Also im 45-Grad-Winkel anstechen und schauen was passiert. Es gab keinen Abfangbogen, was den gewählten Schwerpunkt unterstrich, aber nach dem Landen über die Position des nachgetrimmten Höhenruders noch zu bestätigen war.

Allerdings begann schon bald nach dem Anstechen die Fläche zu flattern und zu brummen. Also habe ich das Modell langsam und vorsichtig abgefangen und wieder zurück auf den Boden gebracht. Beim Landen und Testen der Wirkung auf Butterfly zeigte sich dann, dass eine deutliche Beimischung von Tiefenruder erforderlich ist. Die Bremswirkung war massiv und dem Aufbäumen musste ordentlich gegengehalten werden. Durch die langsame Landegeschwindigkeit gelang auf Anhieb ein samtweiches Aufsetzen. Die Kontrolle der Höhenruderposition bestätigte den Schwerpunkt als richtig und nach einem kurzen Check zeigte sich auch, dass das Flattern den Flächen keinen Schaden zugefügt hatte. Deshalb ging es auch gleich wieder nach oben.

Ich war jetzt schon deutlich entspannter als beim ersten Start. Das Ansprechverhalten auf die Querruder war gut, das Höhenruder konnte noch etwas mehr Differenzierung vertragen, damit beim Korrigieren im Kreis nicht zu schnell zu viel Fahrt herausgezogen wird. Bis zum Strömungsabriss dauert es lange, er kündigt sich vorzeitig durch ein langsames Eindrehen zur inneren Fläche hin an. Das ist in dem Moment noch korrigierbar. Reagiert man aber nicht, kippt der "fxj2.5" weg. Das Abfangen gelingt aber sofort und der Höhenverlust ist unkritisch, wenn man nicht gerade in fünf Metern Höhe über dem Boden noch auf Thermiksuche ist. Beim Seitenruder sollte der maximal mögliche Ausschlag mechanisch und über die Programmierung erzielt werden, um das Auskreisen enger Bärte so richtig auskosten zu können. Die Grundvoraussetzungen dazu sind gegeben und ich konnte mit einem absolut positiven ersten Eindruck wieder nach Hause fahren.

Später stellte sich heraus, dass das Flattern beim Anstechen wohl eher einem zu großen Ruderspiel zuzuschreiben war, als den Aussparungen in der D-Box. Nach dem Austausch der Ru- derhörner trat es bei keinem der weiteren Flüge und Abfangversuche mehr auf. Inzwischen zeigten auch durchgeführte Gummistarts, dass die Fläche absolut stabil ist. So verträgt der "fxj" beim Abbauen von Höhe auch mal die etwas flottere Gangart, immer im Rahmen des Einsatzzweckes, für den das Modell konstruiert wurde.

Inzwischen habe ich drei Flugphasen programmiert. Schon ein minimales Verwölben über die gesamte Fläche zeigt deutliche Wirkung und lässt ein noch langsameres Kreisen zu. Hier reichen ein bis drei Millimeter an den Wölbklappen und ein bis zwei Millimeter an den Querrudern um noch langsamer und enger kreisen zu können, ohne einen Abriss zu riskieren. Verwölbt man nur ein bis zwei Millimeter nach oben, so nimmt der "fxj" deutlich Fahrt auf und erlaubt es zügig von einem Bart zum nächsten zu kommen.

Ein Bausatz, der schon im Prototypenstatus viel Spaß gemacht hat und sowohl in Ausstattung, als auch in Qualität überzeugen konnte. Die Flugleistungen entsprechen genau meinen Erwartungen und das Flugbild gefällt mir ausgezeichnet, insbesondere mit der zusätzlich geschaffenen Transparenz in der Tragfläche. Diese Änderung würde ich aber nur denen weiterempfehlen, die keinen Start mit dem Gummi planen. Der Eingriff in die Torsionsfestigkeit ist nämlich nicht zu vernachlässigen. Wer also einen Entschleuniger für lange Sommerabende sucht, der (f)liegt hier sicherlich richtig.

Markus Thewes


Fakten

"fxj2.5" von RS-Aero
Ein entspannter Elektrosegler

Spannweite 2.540 mm
Länge 1.180 mm
Profil "AG-36"
Gewicht Segler 840 g
Gewicht Elektro 920 g
Fläche 43,54 qdm
Flächenbelastung Segler 19,3 g/qdm
Flächenbelastung Elektro 21,1 g/qdm
Preis: 199,- Euro
Bezug bei RS-Aero
www.rs-aero.com


Der Bausatz besteht im Wesentlichen aus lasergeschnittenen Holzteilen und sehr gutem Leistenmaterial


Das Antriebsset kam von Hacker und erwies sich als sehr passend für das Modell


Die Rumpfseiten werden aus mehreren Teilen aufgebaut


Mit Spanten und Zwischendecks werden die Rumpfseiten schließlich zusammengesteckt


Auch das Seitenleitwerk besteht aus lauter passgenau konstruierten und geschnittenen Einzelteilen


Bei dem Höhenleitwerk hat sich der Konstrukteur vor allem im Mittelteil viele wertvolle Gedanken gemacht


Der Aufbau der Tragfläche erfolgt nach "alter Väter Sitte" und ergibt ein stabiles Bauteil


Aus jeweils drei Elementen werden die Tragflächenhälften montiert


Der Rumpf-Spinner-Übergang kann passgenau zugeschliffen werden


Durch die transparente Bespannung wird der Charme des selbst gebauten Modells noch unterstrichen


Die Flugeigenschaften und -leistungen sind einwandfrei und wirken auf den Piloten absolut entspannend



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