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Handliches Werkzeug

Mit der "DS-12" rundet Jeti das Sortiment ab


Die "DS-12" ist ein handlicher Sender mit modernster Technik

Fragen über Fragen wurden in den Onlineforen gestellt, als durchsickerte, dass Jeti mit der "DS-12" auf den Markt kommen wird. Das Interesse war einfach riesig. Nun ist der Handsender ausgeliefert und Maik Winkler hat sich eines der ersten Exemplare geschnappt.

Der Handsender "DS-12" wird wohl neue Maß- stäbe in der Mittelklasse setzen. Ein Grund dafür ist die Kombination von Technik aus der Oberklasse und preiswerteren Materialien. Gerade für den Ein- oder Umsteiger könnte das sehr interessant sein.

Ausgeliefert wurde der Sender mit der Softwareversion 5.0 die auch gleich ein sehr hilfreiches Feature bereitstellt: Sollte man beim Pro- grammieren einmal Hilfe benötigen, hat man die Option, in jedem Menüpunkt eine textbasierte Hilfestellung via Pop-up Fenster anzeigen zu lassen.

Sehr interessant werden die Möglichkeiten des aktuellen 900-MHz-Moduls NG (Next Generation). Die bald erhältlichen Empfänger nutzen ein neues Übertragungsprotokoll und funktionieren vorerst nur an der "DS-12". Wie auch zuvor dient das unabhängige, zweite Übertragungssystem der Sicherheit bei Störungen des 2,4-GHz-Bandes durch zum Beispiel Richtfunk oder bei Kopterflügen für Videoübertragungen. Mit der neuen Modulation könnten bald auch Optionen im "Long Range" denkbar werden. Durch das Firmwareupdate haben sich die Möglichkeiten in der LUA-Sektion erweitert und Funktionen wie GPS-Punkt-Verfolgung im Display, direktes Bearbeiten von Ordnern im System oder das Ändern von Vario-Einstellungen über Geberwerte ermöglicht. Eine weitere Möglichkeit, zusätzliche Knüppelschalter und Taster zu verwenden, wird eine bald erscheinende Zusatzplatine bieten. Sie wird einfach in die dafür vorgesehenen Expansion-Ports im Inneren des Senders eingesteckt. Um auch zukünftig allen Anforderungen gerecht zu werden, sorgt der Prozessor aus der "DS-24" für genügend Rechenleistung.

Versorgt wird die Steuerung mit einem LiIon-Akku mit einer Nennspannung von 3,6 Volt und einer Kapazität von 6.200 Milliamperestunden. Damit sollten ausgedehnte Hangflugtage ohne Zwischenladen möglich sein. Das 220-Volt-Ladegerät lädt den Akku mit zwei Ampere (max. 24 Watt) zügig auf. Auch eine Ladung mit einer Powerbank oder am PC via USB-Kabel ist durch die flexible Ladeelektronik ohne weiteres möglich. Auch Datenübertragung, Softwareupdates oder Datensicherungen laufen über das mitgelieferte USB-Kabel auf PC oder Mac.

Ein Blick in das Innere des Senders zeigt eine sehr saubere und durchdachte Anordnung der Elektronik und Hardware. Gut zu sehen ist die neue Spulenantenne (Coil) des 900-MHz-Systems, statt wie bisher die übliche Draht- oder Flach- Antenne. Im oberen Teil wurde die Leiterplatine gekürzt, um mit freiliegenden Antennen einen besseren Empfang zu gewährleisten. Auch bei der Gimbal-Federkraft-Einstellung wurde nachgebessert, um den zunächst noch kritisierten "nicht erreichbaren Nullpunkt" zu ermöglichen. Tatsächlich ging es hier zwar um Nuancen - jedoch hegt Jeti den Anspruch, auf alle Kundenwünsche sofort zu reagieren, um alle Kunden restlos zufrieden zu stellen.

Wer das erste Mal den aus Spritzguss gefertigten Handsender aus Kunststoff in den Händen hält wird sicherlich diesen "Wow, ist der leicht"-Effekt verspüren. Mit nur rund 730 Gramm ist er gegenüber der "DC-24" mit 1.340 Gramm etwas mehr als halb so schwer. Der formschöne und schlicht gehaltene Body liegt dank seiner hinten liegenden Griffmulden perfekt in der Hand und bietet somit sicheren Halt. Farblich hat man die Wahl zwischen den Farben Rot, Gelb, Blau und Schwarz. Durch sein geringes Gewicht und das gute Handling ist die "DS-12" auch perfekt für DLG-Würfe. Aber auch als Zweitsender für den Hangflugurlaub eine denkbar gute Alternative.

Ausgestattet ist die "DS-12" wie folgt: Oben links ein Drehpoti mit spürbarer Mittelstellung (6), einem langen Ein/Aus-Schalter (SB) und USB-Buchse. Oben rechts wiederum ein Drehpoti mit spürbarer Mittelstellung (5), ein langer Drei-Stufen-Schalter (SE) und die Klinkenbuchse für das Lehrer/Schüler-Kabel. Links hinten ein kurzer Drei-Stufen-Schalter (SA) und ein kurzer Ein/Aus-Schalter (SC). Rechts hinten wiederum ein kurzer Ein/Aus-Schalter (SF) sowie ein langer Tastschalter (SD). Auf der Unterseite eine Ladebuchse für das mitgelieferte Ladegerät. Mittig zwischen den Knüppeln nochmals zwei Drehpotis ohne spürbare Mittelstellung (7/8). Die auch aus Kunststoff hergestellten Steuerknüppel fühlen sich sehr wertig an und müssen sich keinesfalls vor den aus Alu gefertigten Exemplaren verstecken. Beide Knüppelaggregate sind aus Kunststoff gefertigt und mit Hallsensoren ausgestattet. Sie liefern eine Auflösung von 4.096 Schritten. Beide Kreuzknüppel sind kugelgelagert und stufenlos um die Mittelachse verstellbar. Sie können damit auf die jeweiligen Bedürfnisse angepasst werden. Die Trimmtasten wurden wie bei den Vorgängermodellen unterhalb der Steuerknüppel positioniert. Das 3,8 Zoll große, hintergrundbeleuchtete LCD-Farbdisplay hat eine Auflösung von 320 x 240 Pixeln. Es wurde von der "DS-24" übernommen und sorgt für brillante Darstellung, auch bei direkter Sonneneinstrahlung.

Sehr gut gelungen ist die Balance, mit der die Steuerung an einem Nackengurt hängt. Etwas, das bei den mehrgewichtigen Vorgängern immer wieder kritisiert wurde. Abgerundet wird das Konzept mit Haltegriffen sowie durch neben der Ladebuchse befindliche gummierte Füße für genügend Halt, beziehungsweise Rutschfestigkeit im Stand.

Da es die "DS-12" ermöglicht sogenannte LUA-Apps zu installieren, stehen sehr vielfältige Möglichkeiten zum Modding und Erweitern zur Verfügung. LUA ist eine frei verfügbare Skriptsprache, die für die allgemeine prozedurale Programmierung einsetzbar ist. Das heißt, dass man mithilfe von LUA-Apps zum Beispiel eine freie Displaygestaltung nach seinen Vorlieben vornehmen kann. Etwa mit der "Display"-App von Thorn, die kostenlos und frei zum Download angeboten wird (www.magentacloud.de/share/6u6mk7kz62#$/). Sie kann nach dem Download entweder manuell in den dafür vorgesehenen Dateiordner kopiert werden oder man wählt die Installation völlig automatisch über den Jeti-App-Manager. Eine installierte App wird nach Hinzufügen im Menü unter "Zusatzfunktionen/ Benut- zerapplikationen" sichtbar. Hier können nun alle notwendigen Einstellungen in der jeweiligen Kategorie vorgenommen werden. So lässt sich zum Beispiel unter "Stoppuhren/Sensoren" und "Telemetrieanzeige/Lua" lediglich die zuvor erstellte Display Anordnung hinzufügen und schon erscheint diese auf dem Hauptbildschirm. Eine weitere sehr nützliche LUA-App nennt sich "GPS to QR-Code". Verliert man etwa sein Modell durch einen Absturz, generiert diese App einen QR-Code inklusive Googlemaps-Link der letzten GPS-Position. Einfach QR-Code mit dem Smartphone scannen und sich punktgenau zum Absturzort navigieren lassen. Zusammengefasst lässt sich hier sagen: Diese kurz vorgestellten Features und Erweiterungen durch die LUA APP Funktion machen großen Appetit auf mehr! Es darf also gespannt verfolgt werden, welche nützlichen und detailverliebten Zusatzfunktionen in den nächsten Monaten erscheinen.

"Mit der erweiterbaren Software und den Upgrademöglichkeiten sorgt die DS-12 für ein System mit Zukunft", heißt es auf der Website von Hacker-Motor - dem schließe ich mich an.

Maik Winkler


Fakten

"DS-12" von Jeti
Ein handlicher Sender

Kanäle 8 (12)
Zwei-Wege-HF 2,4 GHz + 900MHz
Flugphasen 3 (6)
Freie Mischer 5 (20)
Timer/Stoppuhren 3 (10)
Alarme 10 (40)
LCD Display 3,8 Zoll
Interner Speicher 8 GB
Abmessungen 194 x 215 x 55 mm
Gewicht 730 g
Preis: 579,- Euro
Bezug im Fachhandel oder bei Hacker-Motor
www.hacker-motor-shop.com


Die Bedienelemente sind alle gut erreichbar und von hervorragender Qualität


Sehr gut gelungen ist die Balance, mit der die Steuerung an einem Nackengurt hängt


Eine Fotomontage der erhältlichen Farben - vielleicht eine Anregung für ein Sondermodell?


Die Anordnung von Elektronik und Hardware ist gut durchdacht


Modell verloren? Der Sender erzeugt einen QR-Code der letzten Position zum Auffinden in Google-Maps



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Diesen Beitrag und noch viel mehr finden Sie in AUFWIND Ausgabe 1/2020

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