REPORTAGE

Akro-Segelflug

Ein Rückblick auf die Saison 2013


Die imposante und schöne "Lo-100" (3.33 m) mit Heinz-Robert Früh und Christian Rückert

Gestartet wurde im vergangenen Jahr nicht nur mit den neuen Programmen für die Wettbewer-be, sondern auch mit der Nachricht, dass ein neuer CONTEST-Tourmanager eingeführt wurde. Christian Ebert - Tourmanager der vergangenen fünf Jahre - war beruflich und familiär so eingespannt, dass er die Tour nicht mehr managen konnte. Die Suche nach einem Nachfolger war mit Dominik Georg - kein unbeschriebenes Blatt in der Wettbewerbsszene - schnell beendet! Einer, der aus einer Modellfliegerfamilie kommt und das Hobby schon sehr lange verfolgt. Er erklärte sich bereit, die Tour weiterzuführen. Seine Aufgabe war es von da an, die Beziehungen der derzeit drei Länder der CONTEST-Eurotour in der Klasse Glider Acro in Deutschland, Österreich und Schweiz weiter zu pflegen.

Im Reglement wurde aus der alten "Sportklasse" die sogenannte Limited-Klasse. Piloten sowie die Anforderungen sind nahezu gleich geblieben. Lediglich der Name wurde an die großen Vorbilder angeglichen und die ehemalige Internationale-Klasse in Unlimited umgetauft.

Den Auftakt gab es in Hinwil (Schweiz). Es glänzte Martin Geelhaar mit seinem bravourösen, internationalen Debut als Wettbewerbsorganisator der Swiss Akro Connection (www.swissakro.ch). Auf der Suche nach einem geeigneten Gelände wählte man die wettbewerbserfahrene MG Hinwil (www.mg-hinwil.ch). Zusammen mit Obmann Gerd Vollenweider - der in diesem Wettbewerb auch aktiv mitflog - bereitete man den Zuschauern und Piloten eine überaus familiäre Atmosphäre. Der Limited-Klasse stellten sich sieben Piloten aus Deutschland, vier aus Österreich und fünf aus dem Gastgeberland. Armin Kölblin (Deutschland) dominierte den Wettbewerb der Limited-Klasse. Aus privaten Gründen war ihm zwar die Anreise am Freitagmorgen verwehrt geblieben, dennoch konnte er mit seinem nagelneuen Bruckmann-"Swift" (4,8 m) die restlichen Durchgänge klar für sich entscheiden. Ihm folgten die Österreicher Karl Nagl mit seinem fünf Meter spannenden Bruckmann-"Fox" und Harald Schüssler (www.mts-c.at) mit seinem "Pinocchio-Fox" mit vier Metern Spannweite. In der Unlimited-Klasse trafen 17 Teilnehmer aufeinander, zwei aus Österreich, fünf aus der Schweiz und zehn aus Deutschland. Mit den neuen Programmen, der bekannten Pflicht 13/14, wechselten Ralf Wunder (D) und Stefan Gloor (CH) direkt in die hart umkämpfte Unlimited-Klasse - Respekt! Das Treppchen wurde von dem dominierenden Tim Schaerer (CH) mit seinem 5,6-m-Bruckmann-"Fox" vor Daniel Nagl (Bruckmann-"Fox", 5 m) und Ulrich Treyz ("Fox", 5,6 m, mit Bruckmann-Rumpf) belegt.

Der zweite Teilwettbewerb führte nach Jungschlag in Österreich, mit 14 Teilnehmern in der Limited-Klasse, darunter Willy Treyz, Punktrichter und Vater der erfolgreichen Piloten Ulrich und Holger. Er gab mit seinem "Swift S-1" (4,8 m, Bruckmann-Rumpf) von Holger sein Akro-Debut. In der Limited-Klasse waren damit jeweils drei Deutsche und drei Schweizer in Österreich vertreten. Die restlichen acht Piloten kamen aus Österreich. Die relativ geringe Teilnehmerzahl hatte aus Pilotensicht etwas Gutes: So konnte sich Klaus-Peter Müller (D) in sechs Durchgängen mit seinem 5-m-"Solofox" von Bruckmann den ersten Platz vor den Österreichern Jarosi Georg (5,3-m-"Swift" von www.georgoo-modell.com) und Harald Schüssler mit seinem 4-m-"Pinocchio-Fox" sichern. Die Unlimited-Klasse wurde von 12 Piloten - vier Deutschen, drei Schweizern und fünf Österreichern - beflogen. In ebenfalls sechs Durchgängen dominierte Gernot Bruckmann (A) vor Ulrich Treyz (D) und Tim Schaerer (CH).

In Deutschland fand der Gerhard-Friedmann-Gedächtnis-Pokal in Brackenheim statt. 23 Piloten, davon fünf aus der "Einsteiger"-Klasse, 13 in Limited und fünf in Unlimited. Die "Einsteiger"-Klasse wurde diesmal von Marcel Rybski (11 Jahre) beherrscht, der den großen "Swift" (5 m) vom Vater fliegen durfte. Seit 2010 in Euskirchen blieb er den Regionalwettbewerben treu und konnte dieses Jahr den Sieg mit nach Köln holen. Routinier Kai Zimmer (16 Jahre) mischte mit seinem 4,8-m-"Swift" (Eigenbau) vorne mit. Und Daniel Wiedmann setzte mit einem beachtlichen dritten Platz auf seinem ersten Wettbewerb - geflogen mit einer "SZD-59" (5,3 m) von HB-Modellbau - auch gleich eine "Duftmarke".

Die Limited-Klasse zeigte, dass hier jeder "Wack- ler" entscheidend ist. Timo Hehr siegte mit seinem gerade erst eingeflogenen Rosenthal-"Swift S-1" (4,8 m, www.rosenthal-flugmodelle.com). Ralf Doll flog mit seinem Doppelsitzer "Puchacz" von HB-Modellbau (5,2 m, www.hb-modellbau.de) auf den zweiten Platz und nur 1,7 Punkte dahinter folgte Marc Zimmer mit seinem bewährten "SZD-59", ebenfalls von HB-Modellbau. Diese Sportklasse zeigte aber auch, dass sich wieder Freunde der Doppelsitzer und Oldtimer dem Kunstflug annehmen. Wie eben Ralf Doll mit dem "Puchacz" und Stephan Wiederhold mit seinem "Lunak" von Bruckmann. Weiterhin zu sehen gab es einen "Blanik L-13" mit vier Metern Spannweite von HB-Modellbau, in Szene gesetzt von Sven Treusch, sowie einen "Salto H-101" im Maßstab 1:3 von Karl-Heinz Früh (Eigenbau).

Die Unlimited-Klasse trägt ihren Namen zu Recht, denn hier ist alles möglich: Fünf Teilnehmer, zwei "Solofox" (5 und 5,6 m von Bruckmann), ein "Swift", ein "SZD-59" (5,3 m, HB-Modellbau) und eine "Lo-100" mit 3,33 Metern Spannweite mit einem Rosenthal-Rumpf. Interessant war, dass die "Lo-100" im ersten Durchgang auf Rang 1 landete. Auch der zweite Durchgang, der mit einem dritten Platz des Durchganges in die Wertung ging, konnte dem vorläufigen Gesamtrang 1 keinen Abbruch tun. Die Unlimited-Klasse wäre aber nicht die Unlimited-Klasse, wenn nicht noch einmal alles durchgemischt werden könnte.

Nach einer Regenpause wurden die dritten Durchgänge für beide Klassen in die Wertung gebracht: Raphael Rybski arbeitete sich mit konstanter Leistung auf Platz 1 vor, Florian Vogel- mann konnte ihm auf Platz 2 folgen und Christian Rückert kam auf Platz 3. Ulf Reichmann schaffte es mit einem 1.000-er im Gepäck auf Platz 4. Und die rote Laterne hielt dann doch die "Lo-100" von und mit Heinz-Robert Früh.

Für dieses Jahr ist eine zweite Auflage des Gerhard-Friedmann-Gedächtnis-Pokals in Brackenheim geplant. Termine und weitere Informationen unter www.acroontour.de und www.akro-segelflug.dmfv.aero.

Heinz-Robert Früh
Fotos: Christoph Fackeldey, Heinz-Robert Früh


Florian Vogelmann belegte in Brackenheim den zweiten Platz in der Unlimited-Klasse


Die "SZD-59 Acro" von Ulf Reichmann im Landeanflug nach dem letzten Wertungsflug in Brackenheim.


Erstaunlich viele junge Piloten sind im Akro-Segelflug aktiv - ein Trend, der Hoffnung weckt


In Brackenheim wurde zum Gerhard-Friedmann-Gedächtnis-Pokal eingeladen



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