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Starkes Update

Der "Strong Mini GFK" von Laqua-Modelltechnik


Nurflügel mit maximal zwei Metern Spannweite erfreuen sich großer Beliebtheit. Die "Strong"-Familie von Laqua macht da keine Ausnahme

In AUFWIND 3/2011 habe ich bereits über die Nurflügel von Thomas Laqua berichtet. Der umtriebige Modellbauprofi hat seine Modellreihe noch um eine GFK-Version ergänzt, den "Strong Mini GFK". Angeboten wird das Modell in mehreren Versionen, ich bezog die GFK-Version mit Carbon-Spread-Tow-D-Box. Der Rumpf bietet auch genügend Platz für einen Elektroantrieb. Thomas Laqua kündigte an, mit Erscheinen dieses Artikels zusätzlich einen schlankeren Rumpf als reine Seglervariante für das Modell anzubieten.

Ein Rumpf mit CFK-Haube, ein Flügel, zwei Schrauben und ein Datenblatt - mehr war nicht in der Kiste. Der Bauaufwand wird sich also in Grenzen halten. In punkto Farben und Design kann man bei der Bestellung eigene Wünsche einbringen und sich dann bei der Lieferung freuen, wenn alles so gut geworden ist wie bei meinem Exemplar. Der Rumpf ist sehr stabil gebaut und die Oberfläche ist nahezu perfekt. Die Gewinde für die Verschraubung der Tragfläche waren bereits passend eingeschnitten. Lieferbar sind verschiedene Modellversionen, die sich in der Belegung der Schale unterscheiden. Die Gewichte liegen dabei zwischen 750 und 950 Gramm bei der Vollkohleversion.

Die einteilige Tragfläche ist im wahrsten Sinn des Wortes "bretthart". Die Befestigungslöcher sind bereits gebohrt und angesenkt. Die Ruder mit Dichtlippen sind betriebsfertig und können wahlweise von oben oder von unten angelenkt werden. Doch wie immer man das möchte: Es darf weder bei den Servos noch bei der Anlenkung Kompromisse geben! Wer hier Spiel ins System bringt hat später das Nachsehen. Auch bei der Tragfläche darf die Oberfläche übrigens als sehr gut bezeichnet werden. Die Schale ist druckfest und sehr solide gefertigt.

Über die "Bauphase" genügt ein Zweizeiler, denn die Endmontage ist an einem entspannten Abend erledigt: Zwei Futaba-Servos "S-3150" wurden mit entsprechenden Rahmen im Flügel platziert, die Kabel herausgeführt und mit einem grünen Multiplexstecker verlötet. Das Fluggewicht liegt bei 950 Gramm.

Jetzt war ich natürlich sehr gespannt, wie sich das GFK-Brett in der Luft verhält. Wie bei jedem Brett ist der Schwerpunkt peinlich genau einzustellen. Mit einem 1.700-mAh-Empfängerakku und zehn Gramm Blei habe ich die vordere der im Datenblatt angegebenen Positionen für den Erstflug gewählt.

Doch es war wie verhext: Selbst weite Fahrstrecken zu guten Hängen wurden nicht mit guten Bedingungen belohnt. Einzige "Ausbeute" war ein sonniger Tag mit leichtem Hangwind und Thermik. Na ja, ein Thermikmodell ist der "Strong Mini GFK" wirklich nicht. Er kurbelt zwar schön im Bart nach oben, ist dann aber auch recht schnell wieder unten. Das kann der "Strong Thermik" (vgl. AUFWIND 3/2011), den ich immer noch gerne als Allrounder vorzugsweise mit Elektroantrieb empfehle, viel besser. Ich war aber einigermaßen erstaunt, dass sich der neue "Strong Mini GFK" auch bei relativ leichtem Hangwind an der Kante halten kann und sehr gut gleitet. Man muss ihn einfach laufen lassen und wenig "knüppeln".

Irgendwann habe ich dann einen Haken vorne an der Rumpfunterseite montiert und mein Bungee-Set von EMC-Vega mit Flitschenstarts malträtiert. Das erweiterte die Möglichkeiten des "Strong Mini GFK" enorm, weil man mit der gewonnenen Höhe auch mal schlecht zugängliche Hänge erkunden kann. Von der Festigkeit her muss man sich keine Sorgen machen und ich kann mir gut vorstellen, dass das Modell auch für DS gut zu gebrauchen ist. Obwohl der stabilisierende Leitwerkshebelarm fehlt, fliegt das Modell erstaunlich spurtreu seine Runden. Voraussetzung dafür sind aber, wie schon erwähnt, exakte Anlenkungen und kleine Ausschläge auf Höhen- und Tiefenruder.

Ende Mai dann ein Ausflug zum Spitzerberg: Vier Freunde und zwei randvolle Autos. Trotz katastrophaler Wetterprognosen sind wir aufgebrochen und auch der "Strong Mini GFK" war dabei - die Hoffnung stirbt zuletzt. Gut so, denn am Samstag war es trotz gegenteiliger Prognosen trocken und der Wind stand sehr gut zum Hang. Oben angekommen wehte es mit gut 40 bis 50 Kilometern/Stunde schön auf die Kante und der "Strong Mini GFK" konnte zeigen was in ihm steckt: Entspannt im Wind stehend Höhe machen und dann ab die Post mit drei schnellen Rollen die Kante polieren. Enge Wenden, in denen die Geschwindigkeit sehr gut mitgenommen wird und hohe Turns im dynamischen Hangaufwind, da kommt echte Freude auf. Das Höhenruder fliege ich dabei ohne Expo mit kleinen Ausschlägen, auf Querruder darf es ruhig etwas mehr sein. Es empfiehlt sich, zum Turnen die Querruderausschläge über Dual-Rate schaltbar zu machen. Beide Ruder stehen einen Hauch nach oben, damit lässt sich eigentlich alles fliegen. Ich kann die Ruder zusätzlich, mit einem Proportionalgeber für schnelles Fliegen, in den Strak stellen - wer möchte, kann auch eine zweite Flugphase programmieren.

Turbulente Luft steckt der "Strong Mini GFK" gelassen weg, bei hohen Geschwindigkeiten merkt man fast gar nichts. Das Modell gleitet wie schon erwähnt stabil und spurtreu. Damit sind auch Landungen keine Hexerei. Bei starkem Gegenwind ist das sogar sehr einfach, nur bei schwachen Bedingungen sollte man den guten Gleitwinkel beachten und etwas weiter ausholen. Ruppige Landungen steckt das Modell locker weg - ein knappes Kilo Fluggewicht bei der stabilen Bauweise verspricht ein langes Fliegerleben.

Man wird mit dem "Strong Mini GFK" ganz bestimmt nicht F3F-Weltmeister werden, aber man kann für ein Viertel vom Preis eines F3F-Modells am Hang gut mitfliegen. Man wird dabei auch nicht untergehen sondern anerkennende Blicke ernten. Der Kleine ist ein echter Hangrocker mit hohem Spaßfaktor und dabei einfach zu fliegen, dynamisch und sehr robust. Die enorme Wendigkeit kann man gerade an kleinen Hängen voll ausspielen und das auch bei Windgeschwindigkeiten wo andere schon beim Start die Ohren anlegen.

Walter Wachtler


Fakten

"Strong Mini GFK" von Laqua
Ein flotter Flitzer für den Hang

Spannweite: 1.600 mm
Länge: 580 mm
Gewicht: 950 g
Ruderausschläge:
Höhenruder: +/-5 mm
Querruder: +/-9-12 mm
Schwerpunkt: 42 mm
Modellversionen:
GFK-Tragflächen, Dichtlippen und Rudern 330,- Euro
Tragflächen mit Carbon Spead Tow D-Box 380,- Euro
Carbonflächen in CFK-Hartschale (Alpineinsatz) 450,- Euro
Carbonflächen mit Spead-Tow: 500,- Euro
Aufpreis dreifarbiges Dekor: 30,- Euro
Bezug bei: Laqua-Modelltechnik
Tel.: 03721/267995
www.laqua-modelltechnik.de.


Die Bau- und Oberflächenqualität des Modells ist tadellos


Der neue "Strong Mini GFK" lässt sich auch bei relativ leichtem Hangwind gut an der Kante halten


Das Blockdesign der Tragflächenunterseite erleichtert die Sichtbarkeit und Lageerkennung


Schon die schmale Silhouette des Modells lässt die Leistungsfähigkeit erahnen



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