SPECIAL

ASG-32

Ein Highlight im "Windwings"-Sortiment


Jörg Etzler und sein "ASG-32" im Maßstab 1:3,3

Jörg Etzler und die Modelle seiner Firma "Windwings" sind unter Modellsegelflug-Piloten ein Begriff. Im Gespräch mit Philipp Gardemin hat der sympathische Fliegerprofi aus dem Nähkästchen geplaudert. Dabei hat er auch seinen neuen Großsegler vorgestellt.

Jörg Etzler stammt aus einer Fliegerfamilie. Modellflieger ist er seit Kindheitstagen und betreibt zudem den manntragenden Motor- und Segelflug. Als Fachmann für leitende Aufgaben im Industriemarketing folgte er stets seinen beruflichen Herausforderungen. Dabei lernte er Dieter Bär und seine neu gegründete Firma Tangent Modelltechnik kennen. Zu dieser Zeit war Dieter Bär auf der Suche nach Teampiloten. So kam Jörg Etzler ins Team. Er verlegte seinen Wohnsitz auf die Schwäbische Alb und übernahm außerdem Marketingaufgaben für Tangent. Darüber hinaus gestaltete er die Website, organisierte das Anzeigen-Engagement und baute die Internationalität des Unternehmens aus. Das alles war an dem Tag beendet, als Tangent von der alten Firma Graupner übernommen wurde - der Rest ist bekannte Geschichte. Auch Jörg Etzler legte im Modellfliegen eine Pause ein und kümmerte sich erst einmal um die Pilotenlizenz für die Sportfliegerei.

Doch die Modellfliegerei ließ den Unternehmer nie los: Aus den Erfahrungen mit einem älteren F3x-Modell entwickelte Jörg Etzler sein Traummodell - den späteren "Mistral". Bei "Paritech" wurden die Formen gebaut und erste Serienmodelle produziert. Auf der ersten Segelflug- messe in Schwabmünchen hatte die neu gegründete Firma Windwings ihren großen Auftritt. "Mit einem Mega-Erfolg", wie sich Jörg Etzler heute gerne zurückerinnert. Beflügelt von diesem Erfolg wurden zwei alte Hunschok-Formen gekauft, die "ASW-27" im Maßstab 1:2,75 und die "ASH-26" im Maßstab 1:3.

Bald darauf sah Jörg Etzler auf der Hahnwei-de die südafrikanischen "JS-1" fliegen und kam mit dem Konstrukteur ins Gespräch. Sofort wurde aus der "ASH-26"-Form eine "JS-1" im Maßstab 1:3 entwickelt. Pascal Heil baute die Urmodelle und Dr. Helmut Quabeck steuerte die Profilierung bei. Das Modell mit sieben Metern Spannweite kam 2014 auf den Markt und stellt bis heu- te den Topseller im "Windwings"-Sortiment dar.

An diesen Erfolg anknüpfen wollte der nun auf den Geschmack gekommene Unternehmer von der Schwäbischen Alb mit einer Neuentwicklung. Bei Alexander Schleicher in Poppenhausen rollte gerade die brandneue "ASG-32" aus der Halle - die sollte es werden! Ein vermaßtes A3-Blatt war die Grundlage für die nun anstehende Neukonstruktion. Dem Ehrgeiz erliegend sollte erstmals alles in CAD-Technologie umgesetzt werden. Die Profilierung kam von Hans Rupp, ist im Mittel neun Prozent dünn, und wurde - in weiser Voraussicht - entsprechend dem noch jungen Reglement des GPS-Triangle ausgerichtet. Auf den Punkt gebracht: gut steigen und schnell fliegen. Der Modellmaßstab von 1:3,3 beziehungsweise von 6,06 Meter Spannweite wurde an die Möglichkeiten des Transports im gängigen Familienkombi angepasst. Mit einteiligem Rumpf und zwei jeweils einteiligen Tragflächenhälften. Die Formen wurden bei einem deutschen Formenbauunternehmen aus Oriol-Blöcken gefräst, geschliffen und poliert. Ein kompletter Formensatz ging direkt zu Pascal Heil, zwischenzeitlich FW-Models in Philippsburg. Viele kleinere Urmodelle wurden auch im 3D-Druckverfahren hergestellt und abgeformt, darunter der ganze Innenausbau des Rumpfes.

Aufgebaut ist die "ASG-32" ganz ähnlich der großen "ASW-17" von FW-Models. Die Flügel sind in Hartschale ausgeführt. Der Holm ist gewickelt. Somit ist das Modell zwar kein Leichtgewicht, aber absolut stabil auch für den harten Einsatz des Großseglers ausgelegt. MKS-Servos mit 16 Millimeter Dicke werden für die Wölbklappen empfohlen, für alle anderen Klappen die "X10" von KST. Alle Anlenkungen der Flügelklappen sind über Kreuz ausgeführt. Die Klappen wurden mit 25 Prozent Tiefe ausgelegt und machen das Modell sehr wendig und agil. Was insbesondere angesichts des langen Rumpfes sehr wichtig ist. Jörg Etzler berichtet dazu, dass sich Stefan Müller eine "ASG-32" mit nur elf Kilogramm Gewicht aufgebaut hat und damit "verdammt nahe" an die Leistungen der "AN-66" heran kommt. Ein Serienmodell liegt bei 16 Kilogramm - inklusive Impeller- oder Klapptriebwerk.

Sein eigenes Modell fliegt Jörg Etzler mit ei-nem "Jetec 120 Pro"-Impellertriebwerk von MIG, mit neun Kilogramm Standschub und 12s-LiPo mit 5.800 Milliamperestunden. Damit sind drei Steigflüge auf jeweils über 500 Meter Höhe möglich. Alternativ empfiehlt er ein Tobcon- oder ein "AFT19"-Klapptriebwerk. Doch das Impellertriebwerk ist sein Favorit, insbesondere was Modellhandling und Einbausituation betreffen. Im Bo- denstart ist das große Modell nach wenigen Metern frei.

Als Lieferzeit für eine komplette "ASG-32" gibt Jörg Etzler drei Monate an - also noch Zeit ge-nug bis zur neuen Saison.

Philipp Gardemin


Fakten

"ASG-32" von Windwings
Ein Großsegler im Maßstab 1:3,3

Spannweite: 6.006 mm
Länge: 2.730 mm
Gewicht: ab 11 kg (GPS)
ca. 16 kg (mit Antrieb)
Fläche: ca.140 qdm
Flächenbelastung: ca. 82 g/qdm (GPS)
ca. 114 g/qdm (mit Antrieb)
Preis: 3.850,- Euro
Bezug bei Windwings
Tel.: 07023-942102
www.windwings.de


Die Rumpfkonturen konnten dank aufwändiger CAD-Arbeit perfekt nachgebildet werden


Die Eleganz des Großseglers ist unbestritten. Das Modell steht dem Original in keiner Weise nach


Der große Jetec-Impeller passt perfekt zum Modell und verleiht ihm ein breites Leistungsspektrum


Für den Ausbau des Rumpfes wurden zahleiche Formen 3D.gedruckt. Die Instrumentenpanel bietet "Windwings" extra an


Die sechs Flügelklappen werden alle von oben angelenkt, die Anlenkungen dabei über Kreuz geführt


Das Modell ist auf Hochleistung ausgelegt, zeigt hervorragende Thermik- und Streckenleistungen. Damit eignet es sich ideal auch für den Wettbewerbseinsatz im GPS-Triangle


Mit vollem Klappeneinsatz lässt sich der Großsegler auch auf kleinen Plätzen zielgenau runterbringen


"ASG-32"-fliegen macht Spaß - das hat Jörg Etzler eindrucksvoll bewiesen


Die AUFWIND-Redaktion traf sich mit Jörg Etzler an einem herrlichen Herbsttag auf dem Gelände der MFG Wächtersberg im Nordschwarzwald. Dem Verein gebührt großer Dank für die Möglichkeit und die - vollkommen unerwartete - Komplettversorgung mit Kaffee und Kuchen. Wir kommen gerne wieder!



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