TEST

Fun im Gespann

Das F-Schlepp-Team von Horizon Hobby


Die "Carbon-Z Cub" und die "Ka-8" bilden ein tolles Gespann

Irgendwann verspürt wohl jeder Modellflieger mal den Wunsch, sich in der Disziplin F-Schlepp zu versuchen. Beobachtet man das auf den Modellflugplätzen, sieht man die zum Teil wildesten, zusammengewürfelten Gespanne. Spaß macht es aber allen und viele bleiben dabei. Manche sieht man sogar irgendwann später in der Königsklasse wieder, mit Schleppern jenseits der 200-ccm-Motorenklasse und Segelflugmodellen mit Spannweiten von mindestens fünf Metern. Dass es auch kleiner und dabei nicht minder attraktiv geht, steht außer Frage. Der Wunsch nach einem möglichst gut zusammenpassenden Gespann steht dabei allzu oft im Vordergrund. Bei Horizon Hobby hat man den Faden aufgenommen und bietet mit der "Carbon-Z Cub" als Schlepper und einer "K-8" als Geschleppte zwei Fertigmodelle an, die es einem Team leicht machen, schnell und unkompliziert in die Materie F-Schlepp reinzuschnuppern.

Beide Modelle werden in der sogenannten BNF-Ausführung geliefert. Zur Fertigstellung der Modelle ist nur noch wenig Schraub- und Steckarbeit notwendig. Und wer einen Spektrum-Sender sein Eigen nennt, braucht ihn nur noch an einem werkseitig fertig installierten Empfänger zu binden und kann sofort losfliegen. Beeindruckend ist die Vorfertigung, es wird nichts dem Zufall überlassen: Servos und Anlenkungen sind bereits eingebaut, die Verkabelungen komplett ausgeführt und beschriftet, alle Anschlüsse vorhanden und die vielen Detaillösungen in punkto Montage und Demontage suchen ihresgleichen. Bei der "K-8" ist zudem der Empfängerakku inklusive Spannungswandler installiert. Ein passendes kleines Ladegerät liegt auch bei. Und hält man sich bei der "Carbon-Z Cub" bei der Auswahl des Flugakkus an die Empfehlung des Herstellers, stimmt auch der Schwerpunkt auf Anhieb. Noch leichter kann man es einem wohl nicht mehr machen. Eine weitere Gemeinsamkeit der Modelle ist übrigens die Bauweise aus geschäumten Materialien. Dies liegt dem einen, dem anderen aber nicht - reine Geschmackssache. Und wenn man von der empfindlichen Oberfläche mal absieht, sind es durchweg widerstandsfähige Modelle, die auch mal den einen oder anderen harten "Hinklatscher" verzeihen. Jetzt aber kurz zu den Modellen im Einzelnen:

Die "K-8" als Vorbild an dieser Stelle vorzustellen ist sicherlich überflüssig - sie zählt zu den bekanntesten Segelflugzeugtypen. Horizon Hobby bietet die "K-8" mit 2,25 Metern Spannweite in der hauseigenen "Parkzone"-Linie an. Gesteuert wird sie über alle drei Achsen und ist zudem mit Störklappen ausgestattet, die wiederum von einem (!) zentralen Servo angesteuert werden. Hier muss, wenn man die Tragflächenhälften zusammensteckt, der Gabelkopf aus der einen Tragfläche an das Servo in der anderen Tragfläche eingesteckt werden - eine fürchterliche Fummelei! Im Testmodell wurde direkt ein zweites Servo eingebaut und ein weiteres V-Kabel im Rumpf installiert. Auch die Querruderservos werden mit einem V-Kabel im Rumpf zusammengefasst. Ein Hochstarthaken ist fertig installiert. Zum Schleppen muss man noch das "Servoless Payload Release"-Bauteil von der hauseigenen Marke "E-flite" einbauen. Dies wird an dem vorbereiteten Platz im Modell eingeschraubt - nachdem das dortige Trimmgewicht entfernt wurde - und über einen Servokanal angesteuert. Der ab Werk eingebaute Empfänger ist ein "AR-600" von Spektrum. Als Empfängerakku wurde ein 2s-LiPo mit 1,3 Amperestunden eingebaut. Bereits mit dem einfachen Spektrum-Sender "DX-5" lässt sich die "K-8" hervorragend fliegen. Die Störklappen sind dann auf dem Gasknüppel und die Schleppkupplung auf dem Zusatzschalter.

Die "Carbon-Z Cub" ist den populären Piper-Nachfolgern nachempfunden, die vor allem bei den Buschpiloten in Alaska oder Kanada vielfach eingesetzt werden. Ein markantes Detail sind die übergroßen Räder, die sogenannten "bush-wheels". Mit stolzen 2,15 Metern Spannweite ist es das derzeit größte Modell in der "Carbon Z" genannten Bauweise. Es ist vor allem die Ausstattung, für die man bei Horizon Hobby in die vollen Töpfe gelangt hat: Der "AR-635"-Empfänger mit dem "AS3X"-Stabilisierungssystem, sechs Digitalservos, ein 60-A-BEC-Regler und ein kraftvoller Außenläuferantrieb - ausgelegt für einen 6s-LiPo mit circa 3.200 Milliamperestunden. Nur für die vorinstallierte Schleppkupplung auf dem Rumpf-rücken ist noch ein kleines 13-mm-Servo notwendig. Als Zubehör werden außerdem ein Kamera- halter und ein Schwimmerset angeboten. Bis die "Carbon-Z Cub" geflogen werden kann, ist einiges mehr an Schraub- und Steckarbeit als bei der "K-8" erforderlich. Erfreulich, dass alle Schrauben mit metrischen Inbusschlüsseln gedreht werden. Außerdem gilt es, die Oberflächen des Modells zu schonen und zu schützen. Denn die blaue Lackierung ist schnell angekratzt und das darunter liegende Weiß schimmert dann sofort durch. Für den Flugakku ist ein Rumpfdeckel abnehmbar, darunter verbirgt sich ein Akkufach mit doppelt ausgelegter Klettbandsicherung. Die Kanten des Akkufachs jedoch sind sehr weich und es blättert beim Hantieren mit dem Akku schnell die Farbe ab. Da gilt es noch eine Lösung zu finden.

Beide Modelle habe ich an einem gemütlichen Freitagabend fertiggestellt. Die Akkus wurden parallel dazu geladen - der Samstag durfte kommen. Schnell noch dem Kollegen Markus Waltenberger Bescheid gegeben, der den Segler fliegen sollte.

Auf dem Platz kam dann erst einmal die "Carbon-Z Cub" an die Reihe. Mit Halbgas hob das Modell bereits leicht ab, mit Vollgas ging es schließlich senkrecht nach oben. Im Horizontalflug zeigten sich alle Ruder ausgeglichen und direkt, aber nicht giftig. Die ab Werk eingestellten Ausschläge passten perfekt. Das Setzen der großen Landeklappen zeigte nur wenig Lastigkeitsänderung, später wurden zehn Prozent Tiefenru- der dazu programmiert. Die Flugleistungen und -eigenschaften waren hervorragend und machten sofort Spaß. Die Gutmütigkeit war auf Anhieb bestechend, das Modell war durch nichts aus der Ruhe zu bringen. Auch Rollen, große Loopings und Torquefiguren gelangen problemlos. Besonders viel Spaß machten die Landungen mit anschließendem Durchstarten - dank der großen Räder ist dazu nicht einmal eine besonders ebene Piste notwendig. Nach fünf Minuten die Landung, jetzt war der Segler dran.

Aus der Hand geworfen zeigte die "K-8" eine geringe Schwanzlastigkeit, die mit 15 Gramm Blei beseitigt wurde. Die Querruderwirkung offenbarte ein ausgeprägtes, negatives Schiebemoment. Durch das V-Kabel an den Servos ließ sich natürlich kein Differential einstellen. Hier war also der Einsatz von Seitenruder notwendig. Nach ein bisschen Eingewöhnung ließ sich mit der "K-8" auch ein Vollkreis aus der Hand fliegen, die Gleiteigenschaften waren erheblich besser als erwartet. Es galt aber, das Modell laufen zu lassen. Zu wenig Geschwindigkeit quittierte die "K-8" mit einem ganz simplen Runterfallen, beziehungsweise Abrutschen in der Kurve.

Nun gab es kein Halten mehr: Ein 12 Meter langes Seil wurde zwischen die Modelle gelegt und beidseits eingehängt. Langsam zog die "Carbon-Z Cub" an. Die "K-8" war bei Halbgas quasi sofort in der Luft und stieg gleich weg. Der Seglerpilot fuhr augenblicklich die Landeklappen voll aus und der Motorflieger stieg nun mit Vollgas im ansehnlichen Winkel nach oben. Schnell war eine gute Ausgangshöhe erreicht, der Segler klinkte aus und der Schlepper stürzte mit voll ausgefahrenen Klappen wieder in Richtung Piste, setzte auf und stand nach wenigen Metern Rollstrecke wieder am Startpunkt bereit. Das machte Spaß! Noch sechs weitere Schlepps standen an diesem Erstflugtag an, anschließend noch fast fünf Minuten Soloflug mit der "Carbon-Z Cub". Der 4.500 Milliamperestunden große "Topfuel"-Akku von Hacker zeigte sich großzügig!

Am Abend des Flugtages dann die volle Zufriedenheit bei allen Beteiligten, Zeit für ein Resümee: Mit der "Carbon-Z Cub" und der "K-8" hat- ten wir zwei Modelle am Start, die nicht nur prima zusammenpassen, gut aussehen und vor allem gut zu fliegen sind. Sie bilden auch eine Art Idealgemeinschaft, anhand derer man prima in die Welt des Flugzeugschlepps einsteigen und viel Spaß haben kann. Suchtfaktor garantiert und absolut nachahmenswert.

Philipp Gardemin
Fotos: Pascal Fempel


Fakten

"Carbon Z-Cub" und "Ka-8"
Modell: Carbon-Z Cub Ka-8
Spannweite: 2.150 mm 2.250 mm
Länge: 1.420 mm 1.065 mm
Gewicht: 3.815 g 834 g
Preis: 439,99 Euro 179,99 Euro
Bezug im Fachhandel
www.horizonhobby.de.


In punkto Größe und Gewicht stellt die "Ka-8" noch lange nicht das Maximum dar, das die "Carbon-Z Cub" schleppen könnte


Mit ausgefahrenen Landeklappen liegt der Segler schön stabil hinter dem Schlepper und folgt ihm brav


Dem Schlepper macht es Spaß, dem Segler ein wenig in seiner Flugbahn zu folgen, bevor er sich zum Startplatz verabschiedet


Die "Ka-8" segelt trotz ihren leichten 840 Gramm recht dynamisch und hat vor allem ein schönes Flugbild


Die Landeklappen ermöglichen kurze und exakte Landungen, was sich besonders beim Hangfliegen bewährt hat


Die "Carbon-Z CuB" ist nicht nur ein Schlepper, sondern auch ein prima zu fliegendes Motormodell in beachtlicher Größe


Dynamischer Kunstflug macht dank der üppigen Serienmotorisierung viel Spaß


Senkrechte Steigflüge und Torquefiguren sind zwei der Lieblingsdisziplinen


Für angenehm kurze Landungen sind die Landeklappen ein probates Hilfsmittel.


Die BNF-Modelle kommen vorbildlich und aufwändig verpackt zum Besitzer und können in kurzer Zeit montiert werden


Auch die Einbauten sind sauber und ordentlich, wie hier am Beispiel der Leitwerkservos und des Empfängers



Hier geht es zur Artikel-Übersicht

Diesen Beitrag und noch viel mehr finden Sie in AUFWIND Ausgabe 3/2014

Das komplette Inhaltsverzeichnis 3/2014
Zur Heftbestellung bitte hier entlang.

©AUFWIND 2014