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Jet-Fox

Ein Großmodell von Gritsch

Wer kennt ihn nicht, den legendären zweisitzigen Kunstflugsegler der Firma Margansky. Federico und Gianluca Barbieri haben sich mit dem außergewöhnlichen Modell im Maßstab 1:2,8 beschäftigt und es mit einer Elektroturbine ausgestattet.

Das Modell, das wir Ihnen heute vorstellen, kommt von dem österreichischen Hersteller Gritsch und hat fünf Meter Spannweite. Es wird in zwei Versionen angeboten, beide mit GFK-Rumpf und -Seitenleitwerk, wahlweise mit Tragflächen und Höhenleitwerk in Styro-Abachi-Bau- weise ("Standard") oder in Voll-GFK. Gritsch hat das bewährte MH-32 als Profil gewählt. Mit diesem Profil haben wir die bislang besten Resultate im Kunstflug erzielt, insbesondere was Energie und Beschleunigung betrifft.

Wir wollen hier aber nicht über das Modell "Fox" sprechen, über das eh schon alles gesagt und geschrieben wurde, sondern wollen zum Titel dieses Artikels zurückgehen, wo drei Buchstaben stehen: Jet! Über einen "Fox" mit Kerosinturbine spricht man seit geraumer Zeit, aber unsere Version ist mit einem Elektroimpeller ausgestattet, der darüber hinaus einklappbar ist: Nennen wir ihn Turbine.

Diese Turbine wird von LF-Modelltechnik (www.lf-technik.de) angeboten. wir haben das Modell "Extender 16 Acro" gewählt, das sich durch seinen besonderen Öffnungsmechanismus auszeichnet. Der funktioniert nicht wie ein Pantograf, so wie die meisten Turbinen, sondern wie ein Aufzug, mit einem Elektromotor der auf ein Endlosgewinde einwirkt und damit den Auf- und Abstieg vornimmt.

Diese Art von Mechanismus bleibt daher von den Belastungen, die bei Beschleunigungen auftreten unbeeinflusst. Zusammen mit der gesamten Mechanik liefert Firmenchef Lutz Focke auch die bereits programmierte Steuerelektronik. Sie dirigiert die Funktionen und unterstützt den Piloten während des Fluges. Kurz gesagt: die Elektronik lenkt, dank zweier Endpunktsensoren, den Ein- und Ausfahrmotor sowie den Drehzahlregler des Impellers. Die Motorsteuerung wird gekappt, sollte einer der beiden Aus- und Einfahrsensoren nicht "einverstanden" sein. Damit wird ein zu frühes Hochlaufen, beziehungsweise versehentliches Einschalten im eingefahrenen Zustand verhindert. Es ist außerdem möglich zu entscheiden, welche Art von Schaltgeber man verwenden will: Einen gemeinsamen Schalter (erste Stufe: Ausfahren des Triebwerks; zweite Stufe: Anlaufen des Motors) oder einen Schalter alleine für das Ausfahren und ein Potentiometer zur Steuerung des Reglers, beziehungsweise des Motors. Wir haben einen Schalter gewählt, der bequemer und unmittelbarer ist, auch wenn so der Motor keine proportionale Ansteuerung hat, er ist entweder aus oder auf maximaler Drehzahl - auch digitale Arbeitsweise genannt: 0 oder 1.

Unsere "Jet Extender 16" ist ausgerüstet mit einem "Jeti Spin 300"-Regler (300 A) und zwei LiPo-Akkupacks mit je sechs Zellen 5.000 Milliamperestunden (60 C). Außerdem wurden zwei Jeti-Filter mit doppeltem Kondensator "Add Cap 1640" mit Equilibrator zum Ausgleich der starken Ströme integriert, um so die Probleme der langen Zuleitungskabel zu umgehen (vgl. Bericht in diesem Heft).

Im Flug verhält sich der "Fox" vorbildlich, ist präzise, stabil und kräftig. Wir verwenden den Impeller nicht zum Start vom Boden aus, da der Start allein schon zu viel der 2,5 Minuten Betriebszeit verbrauchen würde. Daher schleppen wir auf Flughöhe und führen einen sauberen und leisen Kunstflug aus - ganz ohne Einsatz des Impellers. Wenn wir dann jedoch auf der geeigneten Flughöhe sind, simulieren wir einen Landeanflug, fahren als Überraschungseffekt den Impeller aus und gehen zum Kunstflug auf niedriger Flughöhe über - untermalt von dem faszinierenden Geräusch der Turbine.

Dieser Effekt ist wirklich überraschend. Wer uns beim Fliegen mit dem Modell zugesehen hat, wird uns zustimmen.

Federico und Gianluca Barbieri


Fakten

"Fox" von Modellbau Gritsch
Ein Kunstflugsegler mit Elektroturbine

Spannweite: 5.000 mm
Länge: 2.560 mm
Profil: MH-32 mod.
Gewicht: ab 12,5 kg
Preis: ab.1.300 Euro
Bezug bei Modellbau Gritsch
Tel.: 0043/664/5305379
www.modellbau-gritsch.at


Das Triebwerk von LF-Technik ist ein Kraftpaket

Dank der Spindelmechanik ist kein großer Ausschnitt notwendig

Auch im Rumpf nimmt das Triebwerk nicht viel Platz ein

Bewährte Mechanik ist die direkte Anlenkung des Seitenruders

Das Gegenstück im Ruderblatt greift direkt in den Servoarm

Der Ausbau des Rumpfes besteht aus stabilen Sperrholzspanten

Typisch "Fox" - das Flugbild des Gritsch-Modells ist atemberaubend

Kunstflug mit ausgefahrenem Turbo ist beeindruckend und wird von einem besonderen Laufgeräusch untermalt

Die Rauchpatronen unterstützen den Gesamteindruck

Zurück von einer tollen Vorführung

Mit fünf Metern Spannweite ein beeindruckendes Modell



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