REPORTAGE

Premiere in Fiss

Der erste RC-E RESHang-Wettbewerb am Flying-Circus


Während des 22. Flying-Circus fand am 8. Juli der erste RC-E RES-Hang Wettbewerb statt. Und der war ein so großer Erfolg, dass für Juli 2018 eine Neuauflage geplant ist. Christian Vogel berichtet.

Schon bei den Vorgesprächen zum Flying Circus 2017 habe ich gegenüber dem Flying-Circus-Organisator, Gerd Holzner, die Idee geäußert, ei- nen RES-Wettbewerb in die Veranstaltung zu integrieren. Nachdem wir gemeinsam der Meinung waren, es auf einen Versuch ankommen zu lassen, machte ich mich an die Arbeit den Wettbewerb zu planen. Schnell fand sich Georg Kraus als Mitstreiter, den ich für meine Idee begeistern konnte. Dank ihm feierte die noch frische Wettbewerbsklasse E-RESHang in Fiss ihr Debüt.

Die Modelle und Bauweisen müssen den Bestimmungen des "F3RES"-Reglements entsprechen (vgl.: www.modellflugimdaec.de/ leistungssport/segelflug/f3b-res/23-leistungssport/segelflug/408-steckbrief-res). Für E-RES gilt abweichend:

  • Motor und Akku frei wählbar.
  • Zeitnahme ab Freigabe des Modells bei laufen dem Motor, dann 6:30 Flugzeit.
  • Alles in einer Rahmenzeit von neun Minuten in einer Gruppe.
  • Die Wertung bezogen auf die Gruppe.
  • Der Motor wird von einem "Altis"-Logger bei 90 Metern Höhe oder 30 Sekunden Motorlaufzeit limitiert.
  • Die Landewertung wieder wie bei RES.


Unter dem Motto "E-Res geht in die Berge" engagierte sich Georg Kraus beim Österreichischen Aero-Club (ÖAeC), für eine eigene MSO-Wettbewerbsklasse "ERESH" (=Segelflugmodelle mit elektrischem Antrieb am Hang). Hierzu wurde das Reglement von E-RES für den Hang angepasst. Die 45 Meter Startüberhöhung in maximal 15 Sekunden haben sich als genau richtig erwiesen. Auch die Möglichkeit, das Modell wieder sicher aus einem "Saufer" mit Motorkraft zu holen, wurde mehrmals genutzt.

Im Rahmen der Vorbereitungen haben uns immer wieder Anfragen erreicht, ob der Wettbewerb auch die Teilnahme mit einem normalen RES-Modell zulässt. Vor allem die Modellflugkollegen aus Deutschland hatten meistens keine Motoren in ihren Modellen eingebaut. Also versuchten wir, sie mit 7,5 Meter Gummi und 25 Meter Seil in den Wettbewerb zu integrieren.

Bei 13 Startern mit 12 verschiedenen Modellen zeigte sich die Vielfalt der derzeit möglichen Konstruktionen. 20 Jahre Wettbewerbserfahrung von Georg haben den Wettbewerb reibungslos über die Bühne gehen lassen: Bei kaum, beziehungsweise leichtem Rückenwind in der Früh waren zunächst keine adäquaten Ausgangshöhen beim Seilstart zu erreichen. Etwas mehr Auszugslänge hat dann zu besseren Hö-hen verholfen. Bei leichtem Wind und gutem Schuss wurden akzeptable Höhen erreicht. Der kleine Nachteil bei den Seilstartern hat sich aber nicht wirklich ausgewirkt. Das zeigte sich bei den qualifizierten Piloten für das Fly-Off: Hier waren zwei Elektromodelle und zwei Seilstarter platziert. Entscheidend war wieder der Pilot, der sein Modell gut kannte und die richtigen taktischen Entscheidungen traf. Im Laufe des Vormittags wurden die thermischen Verhältnisse im- mer besser. So strahlte auch Peter Biller. Er schaffte in seinem Wertungsdurchgang ziemlich weit unten im Tal einen Thermikanschluss. Somit konnte seine Gruppe überlegen gewinnen.

Ganz entspannt konnten wir in dreieinhalb Stunden vier Runden und ein Fly-Off fliegen. Das Gelände am Perdatscher Bichl hat sich hervorragend für den Wettbewerb geeignet: Eine kleine Geländekuppe, auf der wir gerade mal zwei Bungees und vier Landepunkte auslegen konnten. Die Teilnehmer unterstützten sich gegenseitig. Sowohl als Helfer zur Zeitmessung wie bei den Seilfliegern als Laufburschen für Seilrückholung. Die Piloten mit ihren Elektromodellen genossen bei den hochsommerlichen Temperaturen schnell die Vorzüge ihres Elektroantriebs. Da entfielen nämlich die Laufstrecken zurück zum Startpunkt.

Bereits im dritten Wertungsdurchgang wurden immer mehr Flüge mit der maximalen Flugzeit von 6:15 Minuten erflogen. Insgesamt wurden in diesem Durchgang vier Tausender erflogen. Ab diesem Zeitpunkt brachte vor allem die richtige taktische Entscheidung den Erfolg. Dies setzte sich auch im vierten Wertungsdurchgang fort: Mit fünf Tausenderwertungen kam es letztendlich auf die Landepunkte an. Nun zeigte sich, wer sein Modell kennt und wie gut die Spoiler funktionieren. So mancher Pilot musste sein Modell regelrecht aus der Thermik zwingen.

Erfreulicherweise nahmen an dem Wettbewerb auch Rookies wie Ingo Hallerberg teil. Er stellte sein Modell ("Impression") quasi in einer Nacht- und Nebelaktion für den Wettbewerb fertig. Er hat es erst am Vorabend des Wettbewerbs eingeflogen. Schnell war die Hilfsbereitschaft und angenehme Atmosphäre unter den Piloten zu erkennen.

Die Platzierungen nach dem Fly-Off waren dann wie folgt:

1. Platz Robert Scheibelhofer (Impression)
2. Rafael Schydlo (RES-Boy)
3. Peter Biller (Elfe1)

Kein Modell ging verloren. Alle Piloten kamen viel zum Fliegen und hatten ihren Spaß. Sogar ein bisschen Spannung war dabei. An dieser Stelle möchte ich mich noch bei Gerd Holzner für die Unterstützung meiner Idee bedanken. Es brauchte nicht viele Argumente, Gerd von der Idee zu überzeugen, die boomende Modellklasse RES in den Flying-Circus zu integrieren.

Am 8. Juli 2018 findet wieder ein RC E-RESHang-Wettbewerb statt.

Christian Vogel

























Hier geht es zur Artikel-Übersicht

Diesen Beitrag und noch viel mehr finden Sie in AUFWIND Ausgabe 3/2018

Das komplette Inhaltsverzeichnis 3/2018
Zur Heftbestellung bitte hier entlang.

©AUFWIND 2018