TEST

Gut in Schaum

Die "Piper J3" von FMS als Alltagsmodell


Das Modell von FMS ist von hervorragender Qualität und Detailtreue

Der Chefredakteur von AUFWIND ist bekennender Piper-Fan. So war es für ihn quasi Pflicht, sich mit der "Piper J3" von FMS - die im Vertrieb von D-Power angeboten wird - auseinanderzusetzen. Klar, dass er richtig Spaß daran gefunden hat.

Wie ein Kind habe ich mich gefreut, als ich diese "Piper J3" in der Werbung sah. Dass die Qualität von FMS-Modellen sehr gut sein soll, davon hatte ich schon häufiger gehört. Mit der "Piper" kam nun endlich ein Modell das mich antrieb, die Sache mit der Qualität selbst in Augenschein zu nehmen.

Gesagt, getan: Eine aufwändig gestaltete Verpackung gehört ja schon zum guten Ton dieser Modelle. Das ist gut so, damit das Objekt der Begierde auch nach x-tausend Kilometern halb um die Welt noch immer im perfekten Zustand beim Kunden ankommt. Einzig die Entsorgung des großen Styroporklotzes könnte so manchen vor eine Herausforderung stellen.

Doch das soll die Freude über dieses Modell nicht trüben. Sind die Teile erst einmal aus ihrer Verpackung befreit, steht einem Erstflug nichts mehr im Wege. Dank weniger Schrauben und einer geschickt ausgeklügelten Stecktechnik stand die "Piper" innerhalb von 30 Minuten auf den Rädern. Dass die Kabel der Querruderservos dabei viel zu lang sind und kaum untergebracht werden konnten, war nur ein kleines Manko. Man könnte sie abschneiden und löten. Doch in meinem Fall habe ich das vorinstallierte V-Kabel aus dem Rumpf entfernt und die Servokabel direkt bis an den Empfänger gezogen. Damit war dann auch entschieden, dass das Modell stets am Stück bleibt. Es passt zusammengebaut auch in Kleinwagen hinein. Ohnehin wäre eine Demontage der Tragflächen mit Streben eine recht schraubintensive Angelegenheit. Die vorgefertigten Anlenkungen passten perfekt. Lediglich die Qualität der Kunststoffgabelköpfe lässt zu wünschen übrig - ein mehrfaches Auf und Zu in der Einstellphase ist absolut zu vermeiden.

Ausgestattet ist das Modell mit einem 35-er Außenläufer mit 850 KV und 40-A-BEC-Regler. Ein 3s-LiPo mit 2.200 Milliamperestunden passte dann auch perfekt in den Akkuschacht auf der Rumpfunterseite. Dieser wird über einen Kunststoffdeckel mit Clipsverschluss geöffnet, beziehungsweise geschlossen. Der Akku rutscht hier nicht herum und auch der Schwerpunkt passt perfekt. Ich glaube, noch einfacher kann es ein Hersteller dem Modellflieger nicht machen. Es sei denn, Letzterer wird vom Wahn des Modifizierens und Verschlimmbesserns befallen.

Mit genau 1.308 Gramm Gewicht stand das Modellchen dann zum Erstflug bereit. Langsam Gas geben, lange rollen, mit dem Seitenruder aussteuern und schließlich abheben - das geht mit der "Piper" richtig gut. Ein Genuss zu beobachten, wie das gefederte Fahrwerk dabei arbeitet. In meinem Fall reicht dazu nur etwas mehr als halbe Motorleistung. Startet man dagegen mit Vollgas "auf Show", ist das Modell mit einem Sprung aus der Dreipunktlage in der Luft und steigt nahezu senkrecht weg. Geht auch - ist aber nichts für Auge und Ohr.

In der Luft dann ein Flugbild vom Feinsten. Die prima Ansprache auf alle Ruder und die Gutmütigkeit suchen ihresgleichen. Mit rund 45 Prozent Motorleistung ist ein langsames und sehr vorbildgetreues Herumcruisen möglich, das Flugbild zum Schwärmen. Werden die Kurven flach geflogen, mit viel Seitenruder und nur wenig Querruder, sieht das auch richtig gut aus. Große Loopings, lange Rückenflüge und saubere Rollen stehen dem Modell zwar nicht, funktionieren aber prima.

Entsprechend einfach auch die Landung: Ob flach oder steil angeflogen, ob mit oder ohne Motor - geht alles. Mit einem kleinen Gasstoß kurz vorm Aufsetzen gelingt dies mit voll durchgezogenem Höhenruder in Dreipunktlage auch ohne Sprünge.

Nach zahlreichen Flügen im Herbst und Winter kam mit dem Einsetzen des Frühlings auch das Schwimmerpaar zur Anwendung. Der Umbau war eine Sache von nur zehn Minuten - FMS hat das perfekt vorbereitet. Etwas Zeit sollte man sich beim Ausrichten der Schwimmer gönnen, damit sie wirklich parallel stehen. Das im linken Schwimmer eingebaute Servo zur Steuerung des Wasserruders wird über ein V-Kabel mit dem Seitenruderservo gekoppelt. Das Räderfahrwerk könnte prinzipiell am Modell bleiben, bringt aber nur unnötiges Gewicht und zudem einen erhöhten Luftwiderstand. Das Gewicht des Modells stieg mit den Schwimmern um genau 230 Gramm an, auf nunmehr 1.538 Gramm.

Und dann aufs Wasser damit: Dank des Ruders ließ sich die "Piper" sehr genau manövrieren. Mit 30 Prozent Gas legte das Modell schon ein beachtliches Tempo vor und glitt schnurgeradeaus durch das ruhige Wasser. Ganz wichtig hierbei ist das vollgezogene Höhenruder. Sonst neigt das Modell dazu, kopfüber ins Wasser einzutauchen. Mit Vollgas kam die "Piper" nach wenigen Metern auf Stufe und hob von alleine ab. Mit nachgelassenem Höhenruder ging es dann agil in der Luft weiter. Das Mehrgewicht bemerkt man deutlich, der Luftwiderstand der großen Schwimmer ist doch nicht zu unterschätzen. Es macht allerdings einen Heidenspaß, mit der "Piper" tief über dem Wasser zu cruisen, langgestreckte Landeanflüge mit langem Ausgleiten zu absolvieren. Voraussetzung zu Letzterem ist jedoch, ein wenig Motorleistung stehen zu lassen. Ansonsten platscht das Modell förmlich ins Wasser und steht dann auch abrupt. Ein Umkippen des Modells konnte ich nicht provozieren. Trotz mehr als nur einer verkorksten Landung an diesem Tag.

Mein Fazit: Die "Piper J-3" von FMS ist ein rundherum gelungenes Modell, das mich ganz gewiss noch lange begleiten wird.

Philipp Gardemin


Fakten

"Piper J-3 von FMS
Ein Premium-Schaummodel

Spannweite 1.400 mm
Länge 900 mm
Fläche 28 qdm
Gewicht
Land 1.308 g
Wasser 1.538 g
Flächenbelastung
Land 46,7 g/qdm
Wasser 54,9 g/qdm
Preis: 199,- Euro
Bezug im Fachhandel
www.d-power-modellbau.com


Mit 1,4 Metern Spannweite ist die "Piper J3" auch besonders handlich


Perfekt vorbereitet kommen die Einzelteile aus der Kiste


Alle Servos sind sauber eingebaut und zudem verkabelt


Die Leitwerke werden mit einem ausgeklügelten Steck- und Schraubsystem angebaut


Die kleine Moorattrappe ist der Hit


In der Luft lässt sich das Modell bewegen wie eine richtige Piper


Tiefe Vorbeiflüge und langsames Herumcruisen in Bodennähe macht unglaublich viel Spaß


Einfacher Kunstflug ist problemlos und sieht auch noch recht gut aus


Zur Landung wird bei mitdrehendem Motor angeflogen, dann voll durchgezogen und in Dreipunktlage aufgesetzt


Die großen Schwimmer sind als Zubehör erhältlich und passen perfekt zum Modell


Schnurgeradeaus und mit einem sauberen Wellenbild zieht das Modell durch das Wasser


Mit voller Leistung hebt das Modell sauber und von alleine ab


Auch missglückte Landungen verzeiht die "Piper". Hier ein harter Aufschlag mit Hüpfer und erneutem Aufsetzen


Der schöne Rücken kann entzücken - echte "Piper"-Fans lieben das



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