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Laden mit Köpfchen

Der "Smart Charger 608AC" von Stefans-Lipo-Shop

Das chinesische Unternehmen iSDT bringt mit dem "Smart Charger 608AC" ein neues und universelles kleines Ladegerät auf den Markt. Milan Lulic hat sich mit dem kompakten Lader beschäftigt.

Eigentlich ist der "608AC" von iSDT ein kompaktes Gerät mit einem angedockten kleinen Netzteil. Wird es nicht gebraucht, kann es jederzeit vom Lader abgetrennt werden. Geliefert wird der Lader in einem eleganten Gehäuse. Die Bedienung erfolgt mit nur einem Drehgeber. Alle Vorgänge werden auf einem kleinen, kontrastreichen und farbigen LC-Display angezeigt. Der Lader ist eingangs- und ausgangsseitig mit "XT60i"-Steckern ausgestattet, ist nur 110 x 111 x 30 Millimeter groß und etwa 360 Gramm schwer. Er lädt mit einem maximalen Ladestrom von acht Ampere bei einer Ladeleistung von 200 Watt im DC-, beziehungsweise 50 Watt im AC-Betrieb. Durch seine kleinen Abmessungen beträgt die maximale Entladeleistung zehn Watt. Gekühlt wird das Ladegerät mit einem integrierten, temperaturgeregelten Lüfter.

Von einem fortschrittlichen ARM-32-Bit-Mikroprozessor gesteuert, arbeitet der Lader mit einem Buck-Boost-DC/DCWandler zeitgemäßer Technologie und einer Taktfrequenz von 220 kHz bei einem ansehnlichen Wirkungsgrad von über 96 Prozent. Hat man am Flugplatz eine 12- oder 24-Volt-Versorgungsquelle zur Verfügung, trennt man einfach das angedockte Netzteil und transportiert, den dann sogar nur 160 Gramm leichten Lader im Flugkoffer zum Flugplatz. Das DC-Versorgungskabel wird dann hinten links an den "XT60i"-Stecker des Laders angeschlossen.

Die Bedienung des Laders ist dank des kontrastreichen und übersichtlichen Grafikdisplays, gut strukturierten Menüs und der Einknopf-Bedienung einfach, schnell und bequem. Die beiliegende Bedienungsanleitung kann man getrost zur Seite legen. Über den Drehgeber bewegt man den Cursor durch das Menü. Die ausgewählte Funktion wird dann mit "Enter" (Druck auf den Drehknopf) bestätigt. So werden die Parameter und Funktionen eingestellt. Die Bedienung geschieht dabei intuitiv.

Nachdem wir den Lader an die Stromversorgung angeschlossen haben, erscheinen im Display ganz kurz der Ladertyp und die maximale Ladeleistung. Anschließend der Hauptbildschirm mit Einzelzellen-Spannungen und anderen Parametern. Hier hat man, bei angeschlossenem Balancerkabel jederzeit eine LiPo-Checker-Funktion zur Verfügung. Mit dem Drehgeber kann man noch ein weiteres Bildschirm-Fenster öffnen, wo noch andere Parameter angezeigt werden. Etwa die Versorgungsspannung, die innere Temperatur und bei angeschlossenem Akku die Akkuspannung.

Ein längerer Druck auf den Drehgeber führt zu den "Standardeinstellungen". Hier lassen sich die minimale Eingangsspannung (10-24 Volt), die maximale Eingangsleistung (30-230 Watt), die LCD-Helligkeit (niedrig, mittel und hoch), die Lautstärke (aus, niedrig, mittel und hoch,) der Abschlusston (einmal und wiederholen), die Sprache (Englisch, Chinesisch, Deutsch, Französisch und Spanisch) und ein Selbsttest aufrufen, beziehungsweise einstellen. Auch wird man über Lader-Daten wie Hardware und Software informiert und über die "Zurück"-Zeile kommt man in den Hauptbildschirm.

Durch einen kurzen Druck auf den Drehgeber öffnet sich daraufhin das "Aufgabe"-Einstellungsmenü, wo man durch Scrollen von oben nach unten folgende Punkte auswählen kann: Vorgang wählen (Laden, Entladen, Lagern, DC-Leistung und Zerstören), Akku-Typ aussuchen (LiHV, LiPo, LiIon, LiFe, Pb und NiMH/NiCd), Akku-Spannung wählen, Zellenzahl (1s bis 6s) und Strom einstellen (0,1 bis 8 A). In der nächsten Zeile heißt es dann: "Starten Sie!"

Will man in diesem Moment aber nicht laden, scrollt man auf die letzte Zeile "Zurück" und ist wieder im Hauptbildschirm. Im "Aufgabe"-Einstellungsmenü steht auch der "Zerstören"-Modus. Im ersten Moment zuckt man ein wenig. Doch das ist ein Entlademodus, mit dem man seine defekten Akkus zum Zwecke der Entsorgung auf null (!) Volt entladen kann.

Kommen wir aber vorher zum Laden eines LiPo-Akkus. Will man zum Beispiel einen 5s-LiPo mit 5.000 Milliamperestunden laden, schließt man das Balancerkabel und anschließend das Akkukabel ans Ladegerät an. Im "Aufgaben"-Einstellungensmenü müssen einige Funktionen beziehungsweise Parameter eingestellt werden: Gewünschter Vorgang:"Laden", Akku-Typ: "LiPo", Ladeschluss-Spannung: "4,20" Zellenzahl: "5" und Ladestrom: "5,0". Nun scrollt man weiter nach unten, die "Starten Sie!"-Anweisung erscheint in blauer Farbe. Durch einen kurzen Druck auf den Drehgeber startet man nun den Ladevorgang. Dies kann durch einen kurzen Druck jederzeit unterbrochen werden. Im gleichen Menü kann auch der Ladestrom korrigiert oder verändert werden. Wird innerhalb von zehn Sekunden der Ladevorgang nicht unterbrochen oder der Ladestrom neu eingestellt, läuft der Ladevorgang weiter und das Display schaltet in das Hauptmenü, wo die relevanten Daten angezeigt werden: In der oberen Zeile wird stets die verstrichene Zeit und der Ladefortschritt (Balken) angezeigt. Darunter, im großen roten Feld, wird der momentane Ladestrom und die geladene Lademenge angezeigt. Darunter weitere Infos, unter anderem die Spannungen jeder Einzelzelle. Im zweiten Fenster kann man die Innenwiderstände der Zellen ablesen, die Werte werden fortlaufend aktualisiert. Und im dritten Fenster kann man noch die Eingangsspannung und -leistung, die Akkuspannung und Ladeleistung, Innentemperatur sowie zwei Ziffern sehen. Die erste Ziffer präsentiert die Ladevorgänge nach dem Einschalten und resettet sich auf Null beim Neustart. Die zweite Ziffer zeigt die Gesamtzahl der Akkus, die mit dem Lader bis dahin geladen wurden. Diese Funktion ist nur beim Laden von Li-Akkus aktiv. Beim Laden eines BattGo-Akkus werden im vierten Fenster noch wichtige Daten über den Akku angezeigt.

Die erste Ladeschluss-Phase wird akustisch angekündigt. Die Anzeige wechselt auf Grün und die Schnellladung ist abgeschlossen. Der Ladevorgang läuft weiter, die Zellen werden akkurat balanciert, bis die zweite Ladephase beendet wird. Die Anzeige wechselt auf Blau und die Meldung "Laden fertig" erscheint auf dem Display. Nun ist der Akku voll.

Im Diagramm 1 sind die Ladekurven eines 5.000-mAh-6s-Quantum-LiPo-Akkus von SLS, geladen mit 7,5 A (1,5 C), abgebildet. Das Diagramm wurde mit "UniTest 2" von SM-Modell- bau aufgezeichnet. Bei einem Rest-Ladestrom von 0,7 Ampere (zehn Prozent) wurde der Ladevorgang beendet. Interessant sind der sehr stabile und genaue Ladestrom im CC-Lademodus und der Restladestrom nach dem "Schnellladen fertig"-Modus. Die Zellen werden noch mit kleinem Strom geladen, während die Balancer ihre Arbeit weiter vollbringen.

lm Diagramm 2 eines 5s-Akkus mit 5.000 mAh, aufgenommen mit "LiPoWatch" von SM-Modellbau und im Data-Explorer reproduziert, ist die maximale Zellendrift (blau) und die Wirkung der Balancer während des Ladevorgangs sehr gut zu sehen. Die Balancer des kleinen Laders haben ganz schön zu ackern, sogar bei "Laden fertig" wird noch mit kleinem Ladestrom geladen, wenn die Balancer die großen Zellen weiter balancieren. Ich habe absichtlich beim Akku einen großen Zellendrift fabriziert. Am Ladeende hat man einen geladenen LiPo-Akku mit einer Zellendifferenz von zehn Millivolt. Die angezeigten Spannungs- und Stromwerte des Akkus im Display sind recht genau. Die Anzeige der Einzelzellenspannungen weist eine Spannungsdifferenz von 0,01 Volt auf. Die maximale Leistung pro Balancer reicht im Impulsbetrieb bis etwa 1,2 Ampere.

Bei einer Versorgungs-Spannung von 12 Volt liefert der Lader etwa 110 Watt Ladeleistung. Das heißt in der Praxis: Ein 5s-LiPo kann mit über fünf Ampere vollgeladen werden. Bei 16 Volt sind es schon sieben Ampere. Die volle Ladeleistung von 200 Watt wird ab einer Eingangsspannung von 22 Volt erreicht. Dabei kann ein 6s-LiPo mit 5.000 Miliamperestunden mit vollen acht Ampere geladen werden. Das entspräche einer Laderate von 1,6 C! Im AC-Betrieb, also mit angedocktem kleinem Netzteil, kann der Lader nur eine Ladeleistung von 50 Watt liefern. Das reicht um kleinere Li-Akkus noch mit ausreichendem Ladestrom zu laden. So kann ein 3s-LiPo mit 2.200 Milliamperestunden mit 2,2 bis 4 Ampere oder ein große Empfänger-Akku sogar über fünf Ampere geladen werden.

Kurzum, der kleine "608AC"-Lader glänzt mit einer guten Menüstruktur und einer sehr schnellen, durchdachten und übersichtlichen Bedienung. Außerdem ist er hocheffizient und gehört definitiv zu den Ladern der neuesten Generation. Der "608AC" ist gut geeignet, um die mittleren und kleineren Li-Akkus sowie größere Empfängerakkus zu laden. Er ist auch ein idealer Begleiter für Urlaub und unterwegs. Ein gut funktionierendes Ladegerät der unteren Preisklasse.

Milan Lulic


Fakten


Das Ladegerät "608AC"
Ein kompakter Lader

Spannungsversorgung 10-30 V (DC)
100-240 V (AC)
Ausgangsspannung 1-30 V
Zellenzahl 1-16 NiCd/NiMH
1-6s LiFe, LiIon, LiPo, LiHV
1-12s Blei
Ladestrom 0,1-8,0 A
Ladeleistung 50 W (AC)
200 W (DC)
Entladestrom 0,1-1,0 A
Entladeleistung 10 W
Abmessungen 110 x 111 bzw. 63 x 30 mm
Gewicht 368 bzw. 166 g
Preis: 59,99 Euro
Bezug bei Stefans-Lipo-Shop
Tel.: 08231/3019940
www.stefansliposhop.de


Der "608AC"-Lader wird mit Netzkabel, Gummifüßen sowie deutscher und englischer Bedienungsanleitung geliefert


Der Lader ohne Netzteil (oben) und darunter mit angedocktem Netzteil


Eine hervorragend hergestellte Platine, bestückt mit einem ARM-32-Bit-Mikroprozessor


Der Lader beim Laden eines SLS-Quantum-LiPo-Akkus


Im "Einstellungen"- und "Aufgabe"-Menü kann der Nutzer viele Parameter und Funktionen einstellen


Beim Laden zeigen drei Displayfenster alle relevanten Daten: Zellenspannungen, Zellenwiderstand und "Die Info"


Die drei Funktionsfarben des Displays für die Zustände Laden (a), Entladen (b) und Lagern (c)


Diagramm 1: Die Ladekurven eines 5.000-mAh-6s- LiPo-Akkus, geladen mit 1,5C Laderate. Nach 36 Minuten fertig, es wird aber weiter geladen und balanciert


Diagramm 2: In diesem Kurvendiagramm ist die maximale Zellendrift (blau) und die Wirkung der Balancer während des gesamten Ladevorgangs zu sehen



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