TEST

Mit Leistung segeln

Der "Volo F5J" von Aerovolo

F5J-Modelle erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Nicht zuletzt aufgrund ihrer Flugleistungen und dem einfachen Handling. AUFWIND-Autor Achim Streit ist bekennender Fan und hat mit dem "Volo F5J" ein ganz besonderes Modell gewählt.

Die Wettbewerbsklasse F5J befindet sich im rasanten Wachstum. In der CONTEST-Eurotour hat sich F5J innerhalb weniger Jahre zu der Klasse mit den meisten Piloten und den meisten Wettbewerben entwickelt. Auch für den Nicht-Wettbewerbspiloten bietet F5J viel Spaß beim Ther- mikfliegen. Längst sind F5J-Modelle keine elektrifizierten F3J-Modelle mehr. Auslegung, Profilierung und vor allem die Bauweise sind auf die Klasse zugeschnitten. Darüber hinaus fand im August 2019 zum ersten Mal eine F5J-WM statt.

Das Spektrum der am Markt befindlichen Modelle ist inzwischen sehr groß. "Explorer", "Sense", "Plus X", "Infinity" und "Ultima 2" sind beispielsweise leistungsfähige Typen, die bei Weltmeisterschaften von Top-Piloten eingesetzt werden aber auch für jeden anderen Piloten einfach zu beziehen sind. Auch der "Volo" gehört dazu, konstruiert von Oleg Golovidov aus den USA, gebaut von Donatas Pampikas und seiner Firma Aerovolo in Litauen. Übrigens ist Donatus ein Nachbar vom StreamTeam rund um Laurynas Ceskevicius, weltweit bekannt als Erbauer der F3K-Modelle "StreamNXT und "Concept CX5", das Weltmeistermodell 2017 und 2019 (vgl. AUFWIND 3/2018).

Der "Volo" besteht in einer bisher eher für F3K-Modelle typischen Bauweise und Bauqualität: Voll-CFK und Sichtcarbon sind bei vielen Modellen heute Standard. Aber dass die Flügel und Leitwerke mit Rohacellkern gebaut werden, ist etwas Besonderes. Natürlich alles superleicht, genau passend, stabil und mit messerscharfen Endleisten. Bei der F5J-Weltmeisterschaft erreichte der "Volo" mit Donatus Pampikas an den Knüppeln Platz 8.

Angeboten wird der "Volo" in vier Festigkeitsversionen: "Superleicht" (ca. 1.065 bis 1.120 Gramm) und "Leicht" (ca. 1.150 bis 1.240 Gramm), beide mit Carboweave-Gewebe, sowie "Standard" (ca. 1.350 bis 1.420 Gramm) und "Strong" (ca. 1.500 bis 1.600 Gramm), beide mit Spreadtow-Gewebe. Außerdem kann man zwischen zwei verschiedenen Rumpflängen, Verbindern mit verschiedenen V-Formen sowie zwischen einem Voll-Kohle- (für den harten Wettbewerbseinsatz mit Stecklandungen) und einem 2,4-GHz-freundlichen Rumpfvorderteil wählen. Da jedes Modell individuell gefertigt wird, können nicht nur beim Design sondern auch beim Aufbau und damit dem späteren Abfluggewicht, beziehungsweise der Stabilität eigene Wünsche realisiert werden.

Zu beziehen ist das Modell direkt bei Donatas oder auch bei Modellbau Pollack. Zahlreiche gute Beispiele und Informationen finden sich im entsprechenden (englischsprachigen) Thread auf Rcgroups.com. Ich entschied mich für eine "Standard"-Version im orangenen Standarddesign, jedoch mit komplett farbigem Seitenleitwerk (wiegt drei Gramm mehr) sowie 2,4-GHz-freundlichem Rumpfvorderteil. Ich möchte den "Volo" nicht für Wettbewerbe nutzen, sondern für das normale Fliegen am Platz. Daher wollte ich keine auf das letzte Gramm optimierte Version, mit der ich nur bei schwachen Windbedingungen fliegen könnte.

So kam nach rund vier Wochen ein vergleichsweise kleines Paket bei mir an. Neben den bereits genannten Besonderheiten hat der "Volo" einerseits einen vierteiligen Flügel und andererseits einen zweiteiligen Rumpf. Die Trennung des Rumpfes erfolgt hinter dem Flügel, die Leitwerksservos werden direkt hinter der Trennung im hinteren Rumpf eingebaut. Zudem hat der "Volo" ein abnehmbares Höhenleitwerk auf einem Pylon und ein abnehmbares Seitenleitwerk. Das wird von hinten auf den Rumpf geschoben, findet durch eine intelligente Form- passung Halt und wird mit etwas Klebeband gesichert. Eine beeindruckende Leitwerkspartie! Im Lieferzustand sind die notwendigen Kohle-Bowdenzüge bereits eingebaut, passende Ruderhebel liegen bei.

Im vorderen Rumpfteil war nur noch der Motorspant einzubauen. Der Rumpf wurde bereits für einen 32-mm-Spinner passend geschnitten. Der Rumpf ist sehr geräumig, sodass verschiedene Antriebe (von 3s- bis 6s-LiPo), ein Ballast-rohr und der Empfänger eingebaut werden können. Die vier Flügelteile waren auch bereits soweit vorbereitet, dass ich direkt mit dem Servoeinbau beginnen konnte. Die Anlenkung erfolgt klassisch über Kreuz, das passende Zubehör inklusive Kabelset lag bei.

Ich entschied mich bei den Servos für vier KST- "X08 mini v2" im Flügel sowie zwei KST-"X08 v5" im hinteren Rumpf. Mit diesen Servotypen, vom "Himmlischen Höllein" - rasant und schnell geliefert - habe ich in vielen F3K-Modellen hervorragende Erfahrungen gemacht. Beim Antrieb wählte ich - wie so häufig - den "speziell anmutenden" Weg eines 6s-Antriebes. Konkret verbaute ich einen Leomotion-"L3013-2450" mit 6,7:1-Getriebe, einen "YGE 35 LVT"-Regler, eine GM-Luftschraube 16 x 10 Zoll mit 30-mm-GM-Spinner und einen 6s-LiPo 850 mAh 50C. Inzwischen sind solche 6s-Antriebe in F5J-Starkwindmodellen von Top-Piloten zu finden. Der Antrieb zieht knapp 30 Ampere und lässt den "Volo" mit seinen 1.470 Gramm kraftvoll senkrecht steigen.

Fliegerisch machte das Modell von Anfang an Laune, nachdem ich es auf den für mich passenden Schwerpunkt eingestellt hatte. Das Spektrum ist sehr groß, man sollte ruhig etwas ausprobieren. Von 100 bis 114 Millimetern bringt der "Volo" eine klasse Leistung. Ich fliege bei 104 Millimetern und bin damit super zufrieden. Kleinste Thermik kann man sehr leicht mit dem "Volo" aufspüren und sehr einfach zentrieren. Vor allem ist das Modell leicht zu fliegen und zeigt keine Zickereien. Wie man es auch von einem hervorragenden Wettbewerbsmodell erwartet. Besonders beeindruckt hat mich, wie der "Volo" trotz seines relativ geringen Gewichtes - heißt Flächenbelastung - gegen den Wind marschiert, ohne dabei viel Höhe zu verlieren. Auch die Empfehlungen des Herstellers zu den verschiedenen Flugphasen-Rudereinstellungen passen wunderbar.

Abschließend lässt sich sagen, dass man mit dem "Volo" ein absolutes Hochleistungsmodell bekommt, das in der "Standard"-Version seine Alltagstauglichkeit eindrucksvoll unter Beweis stellt. Mit solchen F5J-Modellen kann man auch prima außerhalb eines Wettbewerbs seinen Spaß haben.

Achim Streit
Fotos: Philipp Gardemin



Fakten

"Volo F5J" von Aerovolo
Ein Hochleistungsmodell

Spannweite 3.975 mm
Länge 1.934 mm
Gewicht 1.470 g
Fläche 80,14 qdm
Flächenbelastung 18,3 g/qdm
Profil Oleg Golovidov
Preis: ab 1700,- Euro
Bezug bei Donatas Pampikas
E-Mail: www.aerovolo.com oder direkt per email bei donatas@aerovolo.com


Das Sichtcarbon unterstreicht die Wertigkeit des Modells in hohem Maße


Der "Volo" ist in einer, bisher eher für F3K-Modelle typischen Bauweise und Bauqualität erstellt


Der Leomotion-"L3013-2450" mit 6,7:1-Getriebe und 6s-LiPo 850 mAh passt perfekt zum Modell


Die Silhouette ist schlank und lässt die hohe Segelflugleistung des Modells schon erahnen


Wendigkeit und Gutmütigkeit lassen auch bodennahes Fliegen zu - fast wie ein F3K-Modell



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