TEST

Ein grandioses Team

Der "VisionAire" von Horizon Hobby mit Kreiselempfänger


Am Erstflugtag des AUFWIND-Testmodells war auch Vereinskollege Achim Weinbrecht mit seinem ebenso brandneuen "VisionAire" auf dem Flugplatz mit dabei

Auf den Frühjahrsmessen stand das Modell auf einem LED-beleuchteten Ständer und wurde von einem Motor ständig über alle drei Achsen in Bewegung gehalten. Wer genau hinsah konnte die automatischen Gegenbewegungen der Ruder erken- nen, die das im Modell verbaute Kreiselsystem ausführt - doch dazu später mehr. Mit dem "Vision-Aire" der Hausmarke ParkZone spricht Horizon Hobby all diejenigen an, die sich an Kunstflugfiguren aller Art heranwagen möchten. Das Modell wurde von dem sympathischen Argentinier und 3D-Pionier Quique Somenzini entwickelt. Es besteht aus Carbon verstärktem Schaum und wird komplett gebaut und voll ausgestattet mit Antrieb (1.250-kV-Außenläufer), Servos, Empfänger, Regler und Flugakku (3s-LiPo 2.200 mAh) geliefert. Außerdem liegt ein einfaches 12-Volt-Ladegerät für 2s- und 3s-LiPo-Akkus bei - ideal auch als Urlaubsvertretung im (kleinen) Reisegepäck.

Ein Clou ist der im Modell mitgelieferte Spektrum-Empfänger "AR635 DSMX" mit AS3X-System. Dieses Dreiachsen-Kreiselsystem ist ja schon aus den kleinen UMX-Modellen wie "Gee Bee" (vgl. AUFWIND 3/2012) und "Carbon Cub" (vgl. AUFWIND 6/2012) sowie vielen weiteren dieser Modellserie bekannt. Der neue Empfänger kombiniert nun einen DSMX-Empfänger mit voller Reichweite und das AS3X-System in einer kompakten Einheit. Die Kreisempfindlichkeit für Querruder, Höhenruder und Seitenruder ist einstellbar. Das System hält das Modell präzise auf Kurs, ohne in die Steuerung oder die Agilität des Flugzeugs einzugreifen. In einem 3D-Modell wie dem "VisionAire" verspricht der Hersteller zum einen die volle Steuerkontrolle, die zum Beispiel für knackige Rollraten benötigt wird, zum anderen aber auch Langsam- und Messerflüge mit erhöhter Präzision und Stabilität sowie eine absolut ruhige Lage des Modells auch bei turbulenten Wetterverhältnissen.

Zurück zum "VisionAire": Eine große Styroporkiste mit den gut geschützten Modellteilen und einem Umkarton bekommt man da ins Haus. Schon die Innengestaltung der Styroporkiste ist beeindruckend, denn alle Teile liegen stabil und quasi unverrückbar - Transportschäden dürften da kaum entstehen. Allerdings muss man selbst beim Auspacken vorsichtig zu Werke gehen, um nicht doch noch die eine oder andere Delle in die schönen Oberflächen zu drücken.

Einzig ein Kreuzschlitz-Schraubendreher war nötig, um das Modell vollends fertigzustellen: Höhenleitwerkshälften anstecken und sichern, Tragflächenhälften anstecken und sichern, Fahrwerk einstecken und sichern, die Tragflächenaufsätze aufkleben (Doppelklebebandstreifen liegen bei) und schließlich den Flugakku anstecken und den Sender binden - Fertig! Propellermontage? Anlenkungen erstellen? Kabel verlegen? Fehlanzeige, hat alles der Hersteller erledigt. Selbst die allgegenwärtigen "Verschlimmbesserer" werden keinen Ansatzpunkt haben aktiv zu werden - und wenn doch, dann wohl nur mit nachteiligem Ergebnis für das Modell.

Keine 30 Minuten dauerte die ganze Endmontage, man könnte also auch direkt vom Modellbauladen zum Flugplatz fahren und den "VisionAire" sofort fliegen. Hängt man den Flugakku direkt zu Arbeitsbeginn an das Ladegerät, ist er zeitgleich mit der Fertigstellung des Modells voll. Am längsten dauerte eigentlich das Bewundern der vielen Details, die die "ParkZone"-Konstrukteure realisiert haben. Welche, das zeigen am besten die Bilder.

Dass der Schwerpunkt des Modells mit eingelegtem Flugakku perfekt passt, muss man an dieser Stelle kaum noch erwähnen. Die Ruderausschläge und Exponentialwerte wurden aus der Anleitung übernommen, ebenso die Vorschläge zur Programmierung zweier Flugzustände, namens "Normal" (100 Prozent Ausschläge, 30 Prozent Expo) und 3D (75 Prozent Ausschläge, 15 Prozent Expo). Ich selbst habe dann noch einen dritten Flugzustand - genannt "Beginner" - dazu genommen, mit deutlich verkleinerten Ruderausschlägen (50 Prozent) und 40 Prozent Exponential.

Also ab auf die Wiese damit: Das AS3X-Sytem aktiviert sich mit der ersten Bewegung des Gasknüppels. Rollt man mit dem Modell am Boden herum kann man gut die Arbeitsweise des Kreiselsystems erkennen. Ausbruchtendenzen und dergleichen werden komplett unterbunden. Bei Vollgas hebt das Modell in der Lage ab, in der es am Bo-den steht und steigt stabil auf Höhe, zieht man dann mal am Höhenruder geht es senkrecht weiter. Keine Korrekturen - das macht alles AS3X. Meine "Beginner"-Flugzustands-Programmierung habe ich gleich vergessen und bin mit "Normal" weitergeflogen. Die Ruderwirkungen waren direkt, sehr kräftig und dennoch so vorhersehbar ausgeglichen, dass ich mich gleich hervorragend mit dem Modell verstand. Auf eine "sachte Platzrunde zur Eingewöhnung" habe ich verzichtet, lieber gleich mal ein paar Rollen und Loopings geflogen - alles wie am Schnürchen. Im Rückenflug übrigens genauso! Mit einer stehenden Acht und allerlei mehr oder minder präzise geflogenen Wendefiguren habe ich volles Vertrauen ins System aufgebaut. Nach fünf Minuten dann zur Landung mit erhobener Modellnase angeflogen, den Gleitweg alleine mit der Motorleistung geregelt - passte prima! Ich glaube, ich habe nie ein Modell geflogen, das eine solche Wendigkeit mit einer derartigen Problemlosigkeit gepaart hat. Was davon auf die Modellauslegung und was auf das AS3X-System zurückzuführen ist, muss noch herausgefunden werden. Die Intensität der Kreiselwirkung in dem Empfänger lässt sich auch geringer stellen, beziehungsweise ganz weg programmieren. In jedem Fall machte der "VisionAire" gleich Lust auf mehr.

Bei weiteren Flügen konnte ich mich selbst immer weiter an 3D-Figuren herantasten. Der "VisionAire" machte alles mit. Selbst die ersten Torque-Rollen meines Lebens gelangen auf Anhieb recht gut und wurden bis heute mit jedem Flugtag besser und ausdauernder. Es ist allerdings klar, dass das Kreiselsystem nicht zwangsläufig Pilotenkönnen ersetzt - erleichtert aber den Weg dahin. Und genau dafür wurde der "VisionAire" gemacht - er wird bei mir in dieser Saison verstärkt zum Einsatz kommen.

Philipp Gardemin
Fotos: Alexander Fromm, Philipp Gardemin


Fakten:
"VisionAire" von Horizon Hobby
Ein 3D-Kunstflugmodell für jedermann

Spannweite: 1.1140 mm
Länge: 1.090 mm
Gewicht: 1.250 g
Preis: xxx,- Euro
Bezug im Fachhandel
www.horizonhobby.de



Die Höhenruder werden automatisch beim Zusammenstecken verbunden, die Dämpfungsflossen greifen in entsprechende Kunststoff-Fassungen



Die Tragflächenaufsätze werden mit Doppelklebeband aufgeklebt. Gut zu sehen auch die kleinen Verstärkungen und die Schutzkanten aus Kunststoff


Alle Anlenkungen - im Bild die Querruderanlenkung - sind mit eingebauten und verkabelten Servos installiert


Für die Tragfläche wurden ebenfalls Einschübe im Rumpf geschaffen. Gut zu sehen die kleine Lasche, anhand derer die Tragflächenhälften im Rumpf fixiert werden


Der Empfänger und die Leitwerksservos befinden sich unter einer transparenten Abdeckung


Absolut schlau gemacht ist auch der Druckverschluss mit Feder für die Akkuklappe auf der Rumpfoberseite. Der Druckknopf sitzt am vorderen Rand der aufgemalten Cockpithaube


In der Luft glänzt das Modell durch seine völlig problemlosen Flugeigenschaften, im Rückflug fliegt es sich genau so wie in Normallage


Die ersten eigenen Torquerollen gelangen quasi auf Anhieb, es wird weiter daran gearbeitet und perfektioniert


Im dichten und extrem langsamen Vorbeiflug sind gut die großen Ruderflächen erkennbar, die natürlich maßgeblich für die Wendigkeit verantwortlich sind


Auch die Verarbeitungs- und Finishqualität des Schaummodells ist absolut ohne Fehl und Tadel


Modell, Empfänger mit AS3X und der "DX-10t"-Sender sind zusammengenommen ein tolles Team. Da strahlt auch der AUFWIND-Redakteur.



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Diesen Beitrag und noch viel mehr finden Sie in AUFWIND Ausgabe 4/2013

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