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Handlich vorbildgetreu

Die "ASK-21" von der Fliegermanufaktur

Vorbildgetreue Segelflugmodelle mit rund drei Metern Spannweite sind nicht allzu üppig gestreut auf dem deutschen Markt. Diese "ASK-21" aus deutscher Fertigung stellt eine willkommene Ausnahme dar. Mark Titz stellt das Schmuckstück vor.

Die "ASK-21" war der erste Voll-GFK-Doppelsitzer des Herstellers Alexander Schleicher, der Erstflug fand schon im Jahre 1978 statt. Die Serienproduktion lief dann im Jahre 1979 an. Bis heute wird das beliebte Schulungsflugzeug gebaut. Auch ich durfte auf einer "ASK-21" als Jugendlicher einige Flüge machen. Das Flugzeug begeisterte mich.

Lange war ich auf der Suche nach einem Modell der "ASK-21" mit rund drei Metern Spannweite. Leider ist die Auswahl hierbei sehr überschaubar. Doch dann wurde ich auf diese "ASK-21" von Fliegermanufaktur aufmerksam. Mit 2,74 Metern Spannweite in Voll-GFK-Bauweise passte sie genau in mein Beuteschema. Eine Recherche im Internet brachte leider keine weiteren Erkenntnisse zu diesem Modell. Also habe ich per E-Mail Kontakt mit Firmenchef Roland Stelzner aufgenommen. Meine Fragen zu Aufbau und Vorfertigungsgrad wurden genauso schnell und ausführlich beantwortet, wie Fragen nach den empfohlenen Servos und der Lieferzeit. Nachdem ich alle Infos über das Modell erhalten hatte, musste ich nur noch eine Nacht drüber schlafen und habe es dann bestellt!

Geliefert wurde das Schmuckstück im Januar. Zum Vorschein kamen ein tolles Teil nach dem anderen: Der Rumpf mit befestigten Kabinenhauben inklusive Mechanik zum Öffnen der Hauben und eingelassenen Magneten, um sie auch geschlossen zu halten. Der Haubenrahmen war bereits lackiert, genauso wie der Rumpf, ohne sichtbare Naht. Rumpfnase und Zierstreifen waren sauber rot lackiert. Andere Farben und Sonderlackierungen werden, laut Roland Stelzner, auch gerne umgesetzt. Auch der Pilotenname war schon am Rumpf verzeichnet. Doch nicht nur an den Hauben und am Design wird einem bei dem Modell viel Arbeit abgenommen. Auch alle drei Räder waren schon fix und fertig im Rumpf eingebaut und innen mit geschlossenen Radkästen versehen. Die Höhenruderanlenkung mit Bowdenzug und Umlenkhebel war ebenso eingebaut wie das Röhrchen für den Bowdenzug zur Anlenkung des Seitenruders. Das Seitenruder ist an einer Seite mittels Elastikflap angeschlagen. Hier hätte ich mir eine andere Lagerung des Seitenruders gewünscht, da die Ruderausschläge doch sehr begrenzt sind. Auch das Höhenleitwerk wurde in Voll-GFK-Bauweise erstellt. Die Bohrungen zur Befestigung waren angezeichnet, aber noch nicht ausgeführt.

Dann kamen die beiden Tragflächenhälften ans Licht. Sauber in Voll-GFK aufgebaut und wie beim Original mit nach unten gezogenen, rot lackierten Randbögen ausgeführt. Die Störklappen waren bereits eingebaut und die Querruder mit Elasticflap an der Tragfläche oben angeschlagen. Auch Steckung und Verdrehstifte waren jeweils an entsprechender Stelle. Somit ließ sich das Modell direkt aus dem Karton zusammenstecken und bewundern.

Begonnen habe ich mit dem Ausbau des Rumpfes. Da ich fast ausschließlich am Hang fliege, musste auf jeden Fall ein Flitschenhaken eingebaut werden. Dazu wurde als Erstes der mit einem Gewindeeinsatz versehene Gegenlagerblock eingeklebt, wie immer mit "UHUendfest 300", den ich noch etwas eingedickt habe. Während das Harz aushärtete konnte ich mit dem Bestücken des mitgelieferten Servobretts beginnen. Es wurde vom Hersteller aus GFK vorgefertigt und wird, wenn es bestückt ist, in eine aus eingedicktem Harz hergestellte Führung im Rumpf eingeschoben. Ausgestattet habe ich das Modell mit zwei Futaba-Servos "S-3150" am Hö-hen- und Seitenruder und einem 2s-LiIon-Akku mit 2.000 Milliamperestunden für die Empfänger-Stromversorgung. Über den Gegenlagerblock des Flitschenhakens habe ich dann noch ein Brettchen eingeklebt, das zur Aufnahme des Empfängers und einem optionalen Variometer dient. Das Jeti-"SBEC" wurde an der Rumpfseitenwand befestigt, der Ein/Aus-Schalter auf dem Empfängerbrett befestigt. Höhen- und Seitenruder erhielten je ein GFK-Ruderhorn aus eigenem Fundus, der Anschluss mit Gabelköpfen war dann nur noch Fleißarbeit.

Das Ausrüsten der Tragflächen begann mit dem Öffnen der Servoschächte für die Querruder- und die Störklappenservos. An den Querrudern arbeiten wieder die bewährten Futaba- "S-3150". Leider sind die vorgesehenen Öffnungen in der Tragfläche nicht groß genug um die Servos mit Rahmen einzubauen. Deshalb wurden die Servos in Schrumpfschlauch eingeschrumpft und mit Epoxy in die Tragfläche geklebt. Die Querruder erhielten dann wieder je ein GFK-Ruderhorn, die Verbindung zum Servo wurde wieder mit Gabelköpfen hergestellt. Die Gestänge zum Anschluss der Störklappen waren vom Hersteller schon eingebaut, somit musste hier nur noch die Verbindung zum Servo hergestellt werden. Mit dem Löten des Kabelbaums und dem Anbringen der Abdeckungen an den Tragflächen waren die Arbeiten auch an den Tragflächen beendet.

Das Auswiegen und Einstellen der Ruderausschläge nach beigelegtem Beiblatt schlossen die Arbeiten am Modell ab. Das Servo für die schon vorbereitete Schleppkupplung habe ich mir mangels Schleppgelegenheit vorerst gespart. Sollte ich irgendwann die Möglichkeit zum Schleppen bekommen, lässt sich das Servo mit dem beiliegenden Halter einfach im Rumpf montieren. Der Gang zur Waage ergab erfreuliche 1.700 Gramm.

Dann war endlich Ostwind angesagt. Alles nochmal gecheckt und geladen, dann ab an den Vereinshang. Rudercheck okay, Reichweitencheck okay, also die "ASK-21" gepackt und gleich den ersten Start durchgeführt. Nur wenige Schritte und das Modell war über der Hangkante auch schon in der Luft. Etwas auf Tiefe getrimmt, konnte mit den ersten "Achten" am Hang etwas Höhe getankt werden. Nach einigen weiteren Runden hatte ich mich schon gut an die "ASK-21" gewöhnt, die sich trotz des geringen Seitenruderausschlags sehr sauber kreisen ließ. In ausreichender Höhe wurde das Modell angedrückt und der Abfangbogen beobachtet, auch hier war auf Anhieb alles in Ordnung. Somit ging es gleich in den ersten Looping, der allerdings mangels Geschwindigkeit noch nicht so klappen wollte. Mit ihren nur 1.700 Gramm ist die "ASK-21" aber auch kein "Durchzugsmonster". Zum Kunstflug ist das Modell weniger geeignet, dafür lässt es sich schön in der Thermik kreisen. Tiefe Vorbeiflüge an der Hangkante sind optisch und fliegerisch ein Hochgenuss. Die Landung sollte trotz der Störklappen gut eingeteilt werden, ist aber problemlos durchzuführen.

Ich bin mit der "ASK-21" von der Fliegermanufaktur sehr zufrieden, eine andere Seitenruderbefestigung für mehr Ausschlag würde ich mir noch wünschen. Mein Modell bekommt jetzt noch Flächenschutztaschen spendiert und darf dann mit nach Italien an die Folgaria.

Mark Titz


Fakten

"ASK-21" von Fliegermanufaktur
Ein handliches Voll-GFK/CFK-Segelflugmodell

Spannweite: 2.740 mm
Rupflänge: 1.320 mm
Gewicht: 1.700 g
Profil: FX60-126/100
Preis: 499,- Euro
Bezug bei Fliegermanufaktur
Tel. 09571/759322
www.fliegermanufaktur.de.


Die "ASK-21" direkt nach dem Auspacken

Die Elektronik auf einem Blick

Die hintere Haubenmechanik ist ab Werk fix und fertig eingebaut.

Das mit Servos und LiPo zur Empfänger-Stromversorgung bestückte Servobrett

Die Einbauten im Rumpf, alles so weit vorne wie möglich

Haubenrahmen und Tragflächenanschluss sind passgenau

Ein handliches und leistungsfähiges Hangflugmodell

Zum Kunstflug ist das Modell weniger geeignet, dafür lässt es sich schön in der Thermik kreisen

Tiefe Vorbeiflüge an der Hangkante sind optisch und fliegerisch ein Hochgenuss



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