REPORTAGE

Sonne, Meer und Hobby

Ein Modellflugurlaub in Kroatien


Hangflug über der kroatischen Adriaküste ist ein ganz besonderes Naturerlebnis.

Nachdem ich im vergangenen Jahr über die Pfingstfeiertage die Seiser Alm in Südtirol mit Hangflug erkundet habe (vgl. AUFWIND 3/2011), ging es im August mit dem Auto nach Kroatien. Bei dem nächsten EU-Mitglied sollte es doch ebenso möglich sein, dem Hobby auch im Urlaub zu frönen?

Von Nürnberg aus zu meinem Urlaubsort Brela waren es gut 1.100 Kilometer, über Österreich und Slowenien mit den super ausgebauten Autobahnen problemlos zu erreichen. Im Gepäck hatte nur noch ein "Easy Glider" von Multiplex Platz. Mit Elektromotor als "Absaufhilfe" sollte ein passender Hang gefunden werden.

Brela ist ein sehr schöner Badeort an der Adria, liegt circa 70 Kilometer südlich von Split und wurde von einer amerikanischen Zeitschrift zu den zehn schönsten Badeorten der Welt gewählt. Rund 13 Kilometer hinter Brela liegt der Badeort Makarska, von hier aus gibt es einen Wegweiser zum Biokova-Naturpark. Die weißen Kalkfelsen des Biokova-Bergmassivs fallen schroff und kahl hinab zum Meer. Das beliebte Wandergebiet im Hinterland der Makarska-Rivijera erstreckt sich über 40 Kilometer. Mehr als 2.000 Pflanzenarten wachsen auf dem Gebirgszug. Der höchste Gipfel des Biokova ist der Sveti Jure mit 1.762 Metern.

Eine versteckte Einfahrt mit dem Hinweis Biokova-Naturpark zweigt auf der Landstraße hinter dem Ort Makarska ab. Eine Zahlstelle - umgerechnet sind etwa fünf Euro zu entrichten - gibt den Weg in das herrliche Gebirge frei. Das teilweise unter Naturschutz stehende Gebirge wird mit dem kleinen Beitrag erhalten und gepflegt. Eine kurvenreiche, enge, aber gute ausgebaute Teerstraße führt bis auf rund 1.700 Meter hinauf. Und hier wird ein herrlicher Blick frei auf die kroatische Küste mit ihren vielen schönen Buchten und Inseln.

Auch an der von mir gewählten Startstelle, circa zehn Kilometer nach der Zahlstelle, bietet sich ein atemberaubender Blick auf die Küste. Ab etwa 15 Uhr weht ein leichter, gleichmäßiger Wind vom Meer kommend auf diesen Hang. Eine Außenlandung zwischen den stark zerklüfteten Felsen ist nur sehr schwer möglich und mit schweißtreibendem Auf- und Abstieg verbunden.

Es kostete mich etwas Überwindung, das Modell von der Startstelle, einer kleinen Parkfläche neben der Straße, seinem Element zu übergeben. Nach kurzer Zeit hatte ich jedoch eine Startüberhöhung ohne Elektromotor von circa 80 Metern erreicht und dann bis Sonnenuntergang traumhafte Flüge. Den Elektromotor musste ich nie verwenden. Er vermittelte jedoch eine beruhigende Wirkung.

Gelandet wurde mit einem gezielten Anflug auf der nur sehr wenig befahrenen Straße, beziehungsweise dem kleinen Parkplatz. Mit einem Modell wie dem "Easy Glider" - der Schaumwaffel - war ich hier super ausgestattet und musste mir keine Gedanken über das knapp bemessene Landefeld machen.

Die Familie kann sich übrigens direkt von der Startstelle aus aufmachen zum Wandern, die Natur genießen, die seltenen Pflanzen bewundern und den immer wieder atemberaubenden Blick auskosten. Wenn sich der Hunger einstellt, geht man ein Stück weiter und hat nach etwa 20 Metern ein Restaurant vor sich mit gutem preiswertem Essen - übrigens das einzige Gebäude, das ich bis zum Gipfel des Sveti Jure mit seinen 1.762 Metern sehen konnte.

Kurzum: auch in Kroatien kann man herrlichen Hangflug betreiben. Mal sehen, welches Fluggebiet ich als nächstes erkunde!

Thomas Klaussner


Die Anfahrt bergauf von Makarska.


Die Anfahrt bergauf von Makarska.


Bei leichtem Wind vom Meer sind Flüge bis in die Abendstunden möglich.


Das Panorama der felsigen Küste lässt schnell die Zeit vergessen.


Fliegen im Sonnenuntergang über der Adria.



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Diesen Beitrag und noch viel mehr finden Sie in AUFWIND Ausgabe 5/2011

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