TECHNIK

Bewährtes noch besser machen

Die Montage des Telemetrie-Displays auf der "MC-4000"


Mit dem Telemetrie-Display von Multiplex können nun auch auf den älteren Sendern Telemetrie-Daten angezeigt werden

Nach den guten Erfahrungen mit meinem von Multiplex auf das "M-Link"-System umgerüsteten Sender "MC-4000", wollte ich auf die sehr interessan- ten Telemetrie-Anwendungen nicht verzichten. Da ich seit der Umrüstung auf die 2,4-GHz-Technologie von vornherein die Empfänger verwende, die alle auch telemetriefähig sind, fehlte nur noch das neue Telemetrie-Display, um auch mit meiner guten alten "MC-4000" wieder auf dem aktuellen Stand der Technik zu sein.

Die Montage des Displays auf dem flexiblen Schwanenhalsgelenk, wie es von Multiplex original geliefert wird, schied bei mir gleich wegen mehrerer Gründe aus: Mein Sender hat keinen Schalterplatz mehr frei, an dem die Befestigung vom Her- steller vorgesehen ist. Außerdem würde der Sender nicht mehr in meine Rucksack-Senderbox hineinpassen. Eine Montage des Displays an Seiten- oder Rückwand schied ebenfalls aus. Der Sender würde dann nicht mehr in den Senderkoffer passen. Ferner hatte ich Sorge, dass das Schwanenhalsgelenk bei ständiger starker Bewegung schnell ausleiern würde.

Es musste also eine andere Montageart gefunden werden, am besten direkt über dem Senderdisplay. Einen anderen Adapter als den mitgelieferten - mit Zusatzteilen für die MPX-Sender "Royal" und "Cockpit" - gibt es nicht. Ich bin zu einem klappbaren Adapter gekommen, der nur noch so zu positionieren war, dass auch die Abstrahlung der Sen- derantenne nicht beeinträchtigt wird. Der Rest war dann etwas Metallverarbeitung und Feinmechanik. Und so lässt sich der Adapter mit etwas handwerklichem Geschick nachbauen:

Der Montageadapter besteht aus den wenigen Teilen, die auf dem Foto abgebildet sind. Der Adap- terwinkel ist 38 Millimeter breit und 37 Millimeter hoch und wird zweckmäßigerweise aus 0,8- bis 1-mm-Messingblech (weil weichlötbar) ausgeschnitten. Die Kanten möglichst abrunden. Der obere Teil des Bleches wird, wie auf dem Foto zu sehen, elf Millimeter breit als Auflagefläche für das Display abgekantet, ganz nach Wunsch im Winkel von 95 bis 90 Grad. Hier wird später das Telemetrie-Display angeschraubt. Empfehlenswert ist, hier schon jetzt die drei Löcher für die M2,5-Schrauben zu bohren, mittig sowie in vernünftigem Längsabstand zueinander. Anschließend wird die untere Kante des Bleches im Schraubstock über einem 4-mm-Stahldraht auf der gesamten Breite etwas abgerundet, damit eine ausreichend große Fläche zum späteren Auflöten des Röhrchens entsteht, welches das Gelenk bildet. Dieser Bereich des Bleches wird dann mittig und rechtwinklig sauber ausgerichtet und auf ein 98,2 Millimeter langes Messingrohr mit vier Millimetern Außendurchmesser gelötet. Durch das Verlöten mit normalem Lotzinn wird genug Festigkeit erreicht, wenn man die Lötstelle vorher gut reinigt, das Zinn gut verlaufen kann, und wenn zwischen dem Blech und dem Röhrchen eine klei-ne Hohlkehle aus Lötzinn entsteht. Im Weiteren sind, ebenfalls aus Messingblech, die Seitenteile des Befestigungsadapters auszuschneiden; die Kanten wie schon beschrieben bearbeiten! Die aus den Fotos ersichtliche dreieckartige Form passt für die "MC-4000". Im Prinzip können die Seitenbleche auch aus anderem ausreichend festem Metall, wie zum Beispiel Aluminiumblech, geschnitten werden. Die obere 3-mm-Bohrung in diesen Seitenblechen sollte so hoch angelegt werden, dass sich später das Messingrohr samt aufgelötetem Adapter- blech gut über dem Sendergehäuse bewegen lässt (einen Millimeter Abstand einhalten). Die unteren Bohrungen in den Seitenblechen haben 2,5 Millimeter Durchmesser. Die Bleche werden mit 2,2x6-mm-Blechschrauben seitlich am Sendergehäuse (Displaybereich) festgeschraubt. Die Löcher hier aber vorsichtig mit 1,5 Millimeter vorbohren, sonst könnte die dahinter befindliche Elektronik beschädigt werden. Mit Schablonen aus 0,8-mm-Sperrholz kann leicht die passende Form der Seitenble- che und die richtige Position der Bohrungen auch für andere Sendertypen ermittelt werden, bevor man sie aus Metall zuschneidet. Für die Endmontage wird dann nur noch eine 109,2 Millimeter lange M3-Gewindestange benötigt, die Achse der Klappmechanik. Sie wird durch die oberen Bohrungen der Seitenbleche sowie das Messingröhrchen des Adapters geführt und seitlich mit Stoppmuttern so verschraubt, dass sich die Achse noch leicht bewegen lässt. Die Metallteile sind passend zum Sendergehäuse schwarz matt angestrichen.

Jetzt kann auch das flexible Schwanenhalsgelenk vom Gehäuse des Telemetrie-Displays samt dreiadrigem Kabel abgetrennt werden. Wird der noch im Gehäuse verbliebene Stumpf vorsichtig mit der Hand ausgebohrt, löst er sich leicht. An dieser Stelle ist nun ein nicht zu dünnes neues dreiadriges Uni-Kabel mit Schrumpfschlauch gut geschützt durchzuführen. Es wird am besten gleich vom Inneren des Sendergehäuses aus (seitlich hinter dem Senderdisplay) durch eine Bohrung nach außen gezogen. Der nach außen geführte Teil des Kabels ist mit Schrumpfschlauch zu schützen. Das neue Kabel wird nach vorsichtigem Öffnen des Telemetrie-Displays sauber mit dem vorhandenen Kabelende, die zum Mikrostecker führen, verlötet. Natürlich ist dabei auf die korrekte Polung zu achten. Nun ist das Displaygehäuse mit den maximal sieben Millimeter langen M2,5-Schrauben auf dem Adapter zu befestigen und das Gehäuse wieder zu schließen. Für den Anschluss des Telemetrie-Displays muss die jeweilige HFM M-Link Sendermodulversion bereits den dafür erforderlichen COM- Steckplatz sowie die aktuelle Firmware besitzen. Fehlt der COM-Steckplatz, rüstet der Multiplex-Service ältere HFM M-Link Sendermodule einschließlich Firmware-Update nach.

Wenn sauber gearbeitet wurde sieht das Ergebnis professionell aus. Das Display hat eine optimale Position auf dem Sender, sehr praktisch lässt es sich auf der Achse samt Adapter auf den Sender zurück klappen und ist dort gut geschützt.

Wenn alles richtig angeschlossen ist, wird das Telemetrie-Display über den Ein/Aus-Schalter des Senders automatisch aktiviert. Nach dem Startbildschirm erscheint von selbst der Bildschirm für die wenigen Einstellungen, die nicht über die Programmierung der Telemetrie-Sensoren erfolgen. Die dafür auf der Oberseite des Displays angebrachten Taster sind ebenso gut bedienbar wie der Lautstärkeregler für den integrierten Lautsprecher, beziehungsweise den steckbaren Ohrhörer. Praktisch ist es, über einen freien Servokanal und Schalter am Sender den gewählten Varioton ein- und ausschalten zu können. Fehlt ein freier Servokanal am Empfänger, geht dies zum Beispiel auch parallel über die Wahl des Kanals für das Ein- und Ausschalten des Elektromotors. Ohne ein Modell aus den Augen zu verlieren, lässt sich die Lautstärke auch ohne Schalter jederzeit blind regeln.

Die vom Modell übertragenen Telemetrie-Werte werden angezeigt, sobald nach dem Sender auch der Empfänger eingeschaltet wird. Auf der ersten Bildschirmseite erscheinen auch ohne andere angeschlossene Sensoren stets die Empfängerspannung (V) sowie der LQI-Wert (Link Quality Indicator) für die Qualität des Signals vom Sender zum Empfänger (Uplink). Die übrigen Werte der am M-Link Empfänger angeschlossenen Sensoren erscheinen erst darunter in den Zeilen, die dafür bei der Programmierung der Sensoren gewählt wurden, also gegebenenfalls auf der zweiten Bildschirmseite des Displays, weil dieses auf einer Seite jeweils nur vier Werte darstellen kann.

In der Erprobung hat sich erwiesen, dass sich die angezeigten Werte auf dem Display unter verschiedenen Bedingungen stets sehr gut ablesen lassen (auch wegen des individuell einstellbaren Kontrastes). Das Ablesen habe ich bei Messflügen jedoch lieber Helfern überlassen. Es ist nicht zu empfehlen, den Blick während des Fluges vom Modell auf das Display zu richten, weil die Gefahr, den Sichtkontakt zum Modell zu verlieren, viel zu groß ist. Das gilt besonders, wenn in größerer Höhe oder schnell geflogen wird oder mehrere Modelle in der Luft sind. Es reicht im Alltagsbetrieb, wenn zum Beispiel der Ton des Variometers permanent zur Verfügung steht und wichtige Warnschwellen akustisch angezeigt werden. Für weitere gewünschte akustische Signalisierungen scheint mir das Sprachausgabemodul "Souffleur" unverzichtbar zu sein.

Ich möchte nicht mehr auf das Telemetrie-Display verzichten, auch weil es bestimmte Maximal- oder Minimalwerte von Sensoren noch nach Beendigung des Fluges anzeigen kann. Sehr praktisch ist außerdem, dass das Senderdisplay für die bisher gewohnten Einstellungen am Sender parallel zur Verfügung steht, ohne die Anzeige der Sensorwerte verlassen zu müssen.

Reinhard Morawietz


Mangels freien Befestigungslöchern im Sender wurde diese Eigenbaulösung umgesetzt, die es zudem erlaubt das Display platzsparend umzuklappen


Montageadapter besteht aus nur wenigen Teilen. Der Adapterwinkel ist 38 Millimeter breit und 37 Millimeter hoch


Original von Multiplex wird das Display (Bestell-Nr. 45182) mit einem Schwanenhals geliefert und kann in freien Schalterbohrungen im Sender montiert werden. Preis: 89,90 Euro; Bezug im Fachhandel, www.multiplexrc.de


Voraussetzung für den Empfang von Telemetrie-Daten ist aber der Umbau des Senders auf das Multiplex-2,4-GHz-System "M-Link"



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