REPORTAGE

Aero 2013

Die Luftfahrtmesse war einen Besuch wert



Die führenden Hersteller von Segelflugzeugen präsentierten sich in einer der modernen Messehallen in Friedrichshafen

Ende April fand die Internationale Fachmesse für "Allgemeine Luftfahrt" in Friedrichshafen statt: Ultraleicht- und Very Light Aircrafts (VLA), ein- und zweimotorige Flugzeuge, Turboprops und Tragschrauber (Gyrocopter), Drachen und Trikes sowie die große Welt der Zuliefer- und Servicebetriebe. Maintenance, Avionik und aktuelle Businessjets der "Allgemeinen Luftfahrt" standen in der Parkposition. Dazu ergänzten Elektroflugzeuge und Helikopter das Angebot. Jeder auch nur halbwegs an Flugzeugen Interessierte dürfte sich auf der Aero wie im Paradies gefühlt haben. Eine der Messehallen war den Herstellern von Segelflugzeugen sowie den verschiedenen Akaflieg-Gruppen und ihren Projekten vorbehalten.

Weltpremiere hatte die "ASG-32", der neue 20-m-Doppelsitzer von Alexander Schleicher Segelflugzeugbau aus Poppenhausen. Der Rumpf stammt zum größten Teil vom Hochleistungs-Doppelsitzer "ASH-30Mi" und wurde um etwa 20 Zentimeter gekürzt. Die "ASG-32" erhielt jedoch ein neu entwickeltes Seiten- und Höhenleitwerk sowie einen neuen, optimierten Tragflächen-Rumpfübergang. Der neue Doppelsitzer verfügt über einen ebenfalls neuen - auf den Erfahrungen des Einsitzers "ASG-29" aufgebauten - vierteiligen, leicht nach vorne gepfeilten Wölbklappen-Tragflügel mit Winglets. Die neue "ASG-32" wurde für die immer beliebter werdende FAI-Doppelsitzerklasse konzipiert, die bisher von "Duo-Discus" und "Arcus" aus dem Hause Schempp-Hirth beherrscht wird. Das Tragflächenprofil ist auf gute Steigleistungen gerade bei höheren Flächenbelastungen ausgerichtet. Die Flügelschale ist laut Schleicher auf minimale Verwindung ausgelegt. Die aufwändige Flügelsteuerung soll auch für eine sehr gute Wendigkeit des Doppelsitzers sorgen und wurde gegenüber der "ASG-29" hinsichtlich Querruderwirksamkeit bei posi- tiven Klappenstellungen und maximalem Steigen im Kreisflug weiter entwickelt. Zur Landung können die Wölbklappen bis zu 50 Grad positiv ausgefahren werden, was in Verbindung mit den doppel- stöckigen Schempp-Hirth-Bremsklappen für ein hervorragendes Handling im Landeanflug sorgen soll. Die neue "ASG-32" wird auch als "ASG-32 Mi" für den Eigenstart mit einem Wankelmotor (Leistung: 41 kW) und als "ASG-32 El" mit einem neu entwickelten Elektroantrieb als Heimkehrhilfe angeboten.

Bei Schempp-Hirth stand das Siegerflugzeug der Offenen Klasse 2012 in Texas, der "Quintus" (Spannweite: 23 m) neben dem 20-m-Doppelsitzer "Arcus" und dem "Ventus 2" im Mittelpunkt. Der "Quintus" lenkte mit einem auffälligen Dekor in Rot-Grau sowie einer in Gold gehaltenen Carbon-Innenausstattung interessierte Blicke der zahlreichen Besucher auf sich.

HpH Sailplanes aus Tschechien war mit seiner Einsitzer-Familie "304" in verschiedenen Versionen - einschließlich Turbinenantrieb - in Friedrichshafen vertreten. Der angekündigte erste Doppelsitzer "Twin Shark 304" (Spannweite: 20 m) mit Wölbklappen konnte jedoch nur im Prospekt erstmals dem Fachpublikum präsentiert werden.

DG-Flugzeugbau aus Bruchsal war mit seinem 20-m-Doppelsitzer "DG-1001M" in der neuesten, eigenstartfähigen Version dabei. Und Lange-Aviation aus Zweibrücken demonstrierte an der "Antares 20E" seinen revolutionären Elektroklappantrieb, der auch in der neuen 23-m-Version "Antares 23E" eingesetzt wird. Ebenfalls präsentiert wurde die "Antares 18T" mit 18 Metern Spannweite und der Heimkehrhilfe mit Solo-Motor 2350-C.

Der polnische Segelflugzeughersteller Allstar aus Bielsko-Biala brachte seine bekannten Segelflugzeuge mit, wie beispielsweise den Doppelsitzer "SZD 54-2 Perkoz" sowie die "SZD-59 Acro". LAK-Aviation zeigte seinen 15- beziehungsweise 18-m-Einsitzer "LAK-17B" mit dem in der Rumpfspitze eingebauten Elektroantrieb "FES" (Front-Electric-Sustainer) mit einer Leistung von 22 Kilowatt. Albastar aus Slowenien hatte den eigenstartfähigen 13,5-m-Segler "Albastar 13,5" in der Präsentation, ebenfalls mit dem FES-Elektroantrieb. Als Neuheit präsentierten die Slowenen ihren Doppelsitzer "Albastar AS 18 m GEN" (Spannweite: 18 m), ebenfalls mit einem FES-Elektroantrieb in der Rumpfspitze. Die benötigte Energie stellt ein herkömmlicher Verbrennungsmotor mit Generator zur Verfügung.

630 Aussteller aus 35 Nationen präsentierten sich am Bodensee, 32.600 Fachbesucher aus aller Welt wurden gezählt. Die nächste AERO findet vom 9. bis 12. April 2014 auf dem Messegelände in Friedrichshafen statt.

Redaktion Großsegler, Philipp Gardemin



Premiere auf der Aero 2013. Der neue 20-m-Doppelsitzer "ASG-32" von Schleicher Segelflugzeugbau. Konstrukteur Michael Greiner stand persönlich Rede und Antwort


Die neue "ASG 32" verfügt über ein neu entwickeltes und gestaltetes Seiten- und Höhenleitwerk sowie ein einziehbares (!) Spornrad


Die 13,5-m-Wettbewerbsklasse bereichert Alisport aus Italien mit seiner "Silent 2", hier in der eigenstartfähigen Elektroversion


Das Siegerflugzeug der letzten Weltmeisterschaften in Texas in der Offenen Klasse: der "Quintus M" von Schempp-Hirth


Der Beitrag von Albastar aus Slowenien für die 13,5-m-Klasse: "AS-13,5 m FES" mit Elektroantrieb in der Rumpfspitze


Die faszinierende Tragflächengeometrie des "Arcus M" von Schempp-Hirth


Allstar PZL aus Polen bietet seinen Doppelsitzer "SZD-54-2 Perkoz" nun auch mit Winglets an


Peter Ocker zeigte den aktuellen Stand der Restauration einer "Weihe 50". Er wird in AUFWIND darüber berichten


Um die Buschflieger Alaskas ranken sich Legenden. Einige der Aero-Aussteller boten ungewohnte Einblicke und Flugzeuge dazu


Auch für Modellflieger interessant: Die Sonnenbrillen von Caruso Freeland aus der Schweiz!


Auch die am Bau von Flugzeugen Interessierten kamen auf der Aero voll auf ihre Kosten


Sportflugzeuge stehen im Mittelpunkt der Aero-Messe in Friedrichshafen. Hier die "P-92 Taildragger" des italienischen Herstellers Tecnam


Vorbild für ein neues Modell gesucht? Auch eher ungewöhnliche Konstruktionen waren in Friedrichshafen zu sehen



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