REPORTAGE

Ein "Fox" in Südtirol

Ein Traummodell als Langzeitprojekt



Miki Adang und sein "Fox" von Bruckmann. Eine lange Geschichte war es bis zu diesem Foto

Schon vor etwa 15 Jahren kam Gerhard Bruckmann zu uns nach Bruneck und präsentierte seinen neuen "Fox" in dem für damalige Verhältnisse äußerst gewaltigem Maßstab von 1:2,5. Das imposante Modell hat schon damals meine Modellflug- Freunde und mich dermaßen beeindruckt, dass wir es spontan erwarben. Leider musste es dann lange im Keller liegen bleiben, da wir anderen Modellen den Vorzug gaben - so zum Beispiel dem "Calif Caproni" (vgl. AUFWIND 1/2010, 2/2010 und 3/2011) mit einer Bauzeit von mehr als sieben Jahren.

Doch vergangenen Winter haben wir endlich mit dem Bau des großen "Fox" begonnen. Das Modell hat 5,6 Meter Spannweite. Der Rumpf ist aus Kevlargewebe hergestellt, die Flächen sind in Styro/ Abachi-Bauweise mit CFK-Verteilungen und einer GFK-Nasenleiste. Die Querruder sind in Hohlkehle gelagert. Auch Höhen- und Seitenruder sind aus Voll-GFK. Das Oberflächenfinish der Tragflächen haben wir recht aufwändig realisiert - und das Ergebnis ist überzeugend: Als erstes wurde mit 2K-Fußbodenlack grundiert und sauber verschliffen. Dann das Ganze mit 25-g/m²-Glasfasergewebe überzogen, verschliffen und wieder mit Talkum- verdicktem Fußbodenlack lackiert und geschliffen. Dann schließlich mit 2K-Grundierung bearbeitet, wieder geschliffen und schließlich endlackiert. Klingt aufwändig und zeitintensiv, war es auch! Das Ergebnis ist perfekt! Als Querruderservos wurden Hitec-"HS-5585MH", mit Servorahmen von Modellbau Schuster und für die Landeklappen Hitec-"HS-645" eingebaut.

Weiter ging es mit dem Rumpf: Eingebaut wurden die CNC-geschnittenen Spanten von Modellbau Schuster - das hat viel Bauzeit gespart - zudem ein Vollgummi-Rad von Fema, das mit einem Hitec-Servo "HS-645" gebremst wird. Das Cockpit wurde mit Instrumenten von Axel Pfannmüller ausgebaut, auch der Pilot kam aus dem hessischen Hause. Die zweitgeteilte Kabinenhaube wurde auf der rechten Seite gelagert, sodass wir sie wie beim Original seitlich öffnen können. Gehalten wird sie mit der Haubenverriegelung von Schambeck. Dann kamen Seiten- und Höhenleitwerk an die Reihe. Die Servos wurden ganz hinten im Rumpf platziert. Das Höhenruder ist übrigens geteilt und wird mit zwei Servos angelenkt - sicher ist sicher!

Für die Lackierung des Rumpfes haben wir im Gespräch mit der Firma Globalsticker ein Design ausgesucht. Es musste etwas Neues und Ausgefallenes sein. Nach vielen Überlegungen und Änderungen war es endlich soweit: Ein großer Karton voller Aufkleber kam ins Haus. Zuerst wurden Teile der Flächen und der Rumpf orange lackiert, dann ha-ben wir mit dem Verkleben begonnen. Es war viel Arbeit, aber nach zwei Wochenenden und dem Einsatz meiner Freunde war das Finish komplett.

Zuletzt die Empfangselektronik: Eingebaut wurden Kabelbäume von KA-WI-Tech, die eigens für meinen "Fox" gefertigt wurden. Als Empfänger kam ein "R12-22" von Weatronic mit eingebauter Akkuweiche zur Anwendung. Zwei LiPo-Akkus mit 7,4 Volt versorgen die Servos mit geregelten sechs Volt. Unser Modell wog nun 14,1 Kilogramm, Bruckmann gibt "ab 12 kg" an. Ich war sehr zufrieden.

Im Mai war es soweit: Wir sind nach Nervesa della Battaglia (nahe Treviso, Oberitalien) zum traditionellen Großseglertreffen der Modellfluggruppe Jonathan gefahren. Der "Fox" wurde von meinem Freund Luca Niederkofler mit unserem großen "Swiss Trainer" von Bruckmann geschleppt. Er flog von Anfang an super und unproblematisch. Es musste nichts nachgetrimmt werden. In 400 Metern Höhe wurde ausgeklinkt, alle Funktionen sowie die Wirkung der Landeklappen ausgetestet. Und nach wenigen Minuten war Zeit für die erste Landung auf der fast 1,2 Kilometer langen Piste - wie im Bilderbuch! Noch am gleichen Tag folgten zehn weitere Flüge, auch die ersten Kunstflugfiguren wurden geflogen und der neue "BAT 60 Beta"-Sender von Weatronic dabei auf Herz und Nieren geprüft.

Nun bin ich bereit für eine aufregende Großsegler-Kunstflugsaison.

Miki Adang


Fakten

Der "Fox" von Bruckmann
Ein gigantischer Kunstflugsegler

Spannweite: 5.600 mm
Rumpflänge: 2.920 mm
Gewicht: 14,1 kg
Profil: SD-6060
Preis: ab 1.500,- Euro
Bezug bei Bruckmann Modellbau
Tel.: 00 43/4242/210108
www.bruckmann-modellbau.at.


Dank des stabilen Montageständers war das Arbeiten an dem großen Rumpf eine rückenschonende Angelegenheit


Die Tragflächen wurden unter anderem mit Glasgewebe beschichtet und mehrfach grundiert und geschliffen


Der Pfannmüller-Pilot hat während der Bauphase immer wieder mal Platz genommen


Eine umfangreiche Gemeinschaftsaktion von vielen Händen war das Aufkleben des Dekorbogens


Der neue "Bat 60"-Sender von Weatronic mutet geradezu winzig an, im Vergleich zu dem großen Rumpf


Das große Leitwerk ist in Voll-GFK-Bauweise erstellt. Man beachte das Turbulatorband vor dem Seitenruder


Das Ergebnis spricht für sich: Selten ist ein so farbenfroher "Fox" zu sehen


Hinter einem "Swiss Trainer" ging es zum Erstflug des 14,1 Kilogramm schweren Modells


Mit gezogenen Klappen lässt sich auch dieser große "Fox" geradezu lammfromm anfliegen und aufsetzen


Eine aufregende Kunstflugsaison steht nun vor Miki Adang und seinem "Fox"


Das Design wurde mit Globalstickers entwickelt und zunächst einmal zu Papier gebracht



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Diesen Beitrag und noch viel mehr finden Sie in AUFWIND Ausgabe 5/2013

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