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Stabil & Leicht

Der "Bora" von Tomahawk-Design


Elektrosegelflug macht Spaß . noch viel mehr mit leistungsstarkem Gerät

Elektro-Segelflugmodelle mit Spannweiten zwischen zwei und drei Metern erfreuen sich steigender Beliebtheit. An dieser Stelle setzt auch Tomahawk-Design mit dem "Bora" an. Klaus Löcker stellt das 2,54 Meter große Modell vor.

Die Firma Tomahawk-Aviation sortiert sich aktuell. Verstärkt durch Andreas Och - bekannt als ehemaliger Geschäftsführer von Staufenbiel - geht das Unternehmen von Thomas Höchstmann nun ganz neue Wege. Die Modelle werden in Richtung Anspruch, Vorfertigung und Leistungsfähigkeit klassifiziert. Entsprechend den verschiedenen Zielgruppen. Die Produktgruppe "Tomahawk-Design" umfasst die Modelle in der High-End-Klasse. Und genau hier sortiert sich auch der neue "Bora F5J-400" ein. Die Bauweise ist angelehnt an ein F3K-Modell. Die aufwändige CFK-Konstruktion basiert auf Spread-Tow-Carbon und bi-axialem Carbongelege in Kombination mit einem Airex-Schaumkern für den Trag- flügel. Tomahawk liefert das Modell fix und fertig gebaut und mit Servos "KS-HD47 MG" ausgestattet - es "fehlt" nur noch der Empfänger. Das Leergewicht wird mit 453 Gramm angegeben.

Geliefert wird das Modell in Alu-kaschierten Schutztaschen. Alles bestens verpackt. Dazu das notwendige Zubehör und eine Kurzbeschreibung. Die bietet auch alle Einstellwerte für einen erfolgreichen Erstflug. Im CFK-Rumpf ist der Antrieb bereits eingebaut: ein Außenläufer "2826/ 2200" in Kombination mit einem "Hobbywing"-Regler 30 A und einer Klappluftschraube der Größe 8 x 6 Zoll. Lediglich den Stecker für den Anschluss des Flugakkus muss man noch anbringen.

Der Empfänger findet im Bereich der Tragflächenauflage Platz. Die Antennen sind aufgrund der CFK-Konstruktion in jedem Fall nach außen zu führen. Auch die Servo-Steckverbindungen zu den Tragflächenservos sind vorbereitet. Farblich unterschiedlich für die entsprechende Seite, und somit vor Verwechselung geschützt.

Richtig gut gelöst ist auch die Anlenkung des Höhenruders. Dazu wird das Leitwerk mit drei kleinen Schrauben befestigt. Zwei Schrauben halten das Leitwerk am Rumpf. Die dritte Schraube verbindet die eingearbeitete Anlenkung mit dem eigentlichen Ruder. Einfach und genial! Die Anlenkungen des Seitenruders, von Wölbklappen und Querrudern runden den ho-hen Vorfertigungsgrad des Modells ab.

Die Tragflächen in Positivbauweise finden mit einem Kohlestab und vier Befestigungsschrauben sicheren Halt am Rumpf. Ihre Profilierung wird mit "MD AG-40, AG41, AG42" angegeben. Digitale Servos mit Metallgetriebe in den Tragflächen - montiert in Servorahmen - sollten wegen des geringen Fluggewichtes jeder Belastung problemlos standhalten. Die Oberfläche des Flügels wirkt auf den ersten Blick etwas ungleichmäßig. Allerdings nur optisch, durch die Spiegelungen der Hochglanzoberfläche auf dem Schaumkern. Fühlen kann man diese "optische" Unebenheit nicht. Mit einem 3s-LiPo mit 1.300 Milliamperestunden kann auf die Zugabe von Blei verzichtet werden.

Nach nicht einmal einer Stunde Arbeit auf dem Tisch heißt es für mich, raus zum Erstflug. Schnurgerade und ohne Korrekturen zieht der "Bora" im Gleitflug über den Platz. Der verhältnismäßig kleine Antrieb bringt das 763 Gramm leichte Modell problemlos nach oben. Dann: abschalten und abgleiten. Langsam und ohne sichtbarem Höhenverlust zieht das Modell eine Runde nach der anderen. Die 2,54 Meter Spannweite machen den "Bora" förmlich zu einem "Riesen-HLG". Gefühlt möchte er lieber nach oben als nach unten. Die geringste Thermik reicht dabei, um ihn minutenlang auf Höhe zu halten. Einmal richtig in der Thermikblase eingedreht, geht es immer wieder nach oben. Setzt man die Wölbklappen etwas negativ, lässt sich das Modell auch auf Strecke bringen.

Ausgewogen und völlig unkritisch, langsam schleichend aber auch zügig - so macht der "Bora" richtig Spaß. Drei, vier, fünf Steigflüge sind mit den 1.300 Miliamperestunden drin. Und landen? Daran denkt man eigentlich gar nicht. Zumindest nicht, wenn auch nur ein Hauch an Aufwind zu verspüren ist. Mit der Butterflystellung und geringer Tiefenruderbeimischung gelingt das Platzieren des Modells auch auf engstem Raum absolut problemlos.

Ja richtig, ich bin wirklich begeistert. Der "Bora" ist genau das richtige Modell für ruhige Abendstunden oder windstille Tage am Hang. Wenn nichts mehr geht, "Bora" geht immer. Natürlich hat das auch seinen Preis. Der "Bora" ist die Ausgabe in jedem Fall wert. Denn: Man bekommt ein High-End-Modell und nicht nur einen "Schaumflieger". Da darf man gespannt sein, was Tomahawk-Aviation in der High-End-Kategorie als Nächstes positioniert.

Klaus Löcker


Fakten

Der "Bora" von Tomahawk-Design
Ein leistungsfähiger Dauergleiter

Spannweite: 2.540 mm
Rumpflänge: 1.350 mm
Gewicht: 765 g
Fläche: 42,64 qdm
Flächenbelastung: 17,9 g/qdm
Ruderausschläge:
Querruder: -10/+5 mm
Wölbklappe: -3/+2mm
Höhe: +/-10 mm
Seite: +/- 14 mm
Preis: 1.299,- Euro
Bezug bei Tomahawk Aviation
Tel. 07302/782182
www.tomahawk-aviation.com


Die Tragflächenservos sind sauber in Servorahmen eingesetzt. Alle Anlenkungen laufen absolut spielfrei


Die vormontierten Stecker zu den Tragflächenservos sind farblich unterschiedlich. Das schließt Verwechslungen förmlich aus


Ein Modell wie der "Bora" wird nicht geworfen - es wird in die Luft "entlassen"


Genau das richtige Modell für ruhige Abendstunden oder windstille Tage am Hang.


Die Butterflystellung wirkt regelrecht "brutal". Landungen, auch auf engstem Raum sind damit kein Problem



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