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Sport macht glücklich

Der "Luky Sport" von Modellsport Schweighofer


Der "Luky Sport" ist ein vier Meter großes Zweckmodell mit unproblematischen Flugeigenschaften.

Auf der Suche nach einem neuen Elektrosegler stieß ich auf diesen "Luky Sport". Das Modell gefiel mir auf Anhieb, ebenso versprachen die im Shop angegeben Daten ein leistungsfähiges Modell, mit Schwerpunkt im Bereich Thermik. Die Spannweite von vier Metern, das angegebene Gewicht von 2,8 Kilogramm (wie sich später zeigte, bezog sich dieser Wert auf das Leergewicht) und die Verwendung eines "RG-15 mod." machten mich neugierig.

Da der "Luky Sport" mit einem Antrieb versehen werden sollte, wurde eine Anfrage an Kontronik gestellt. Vier Antriebssets wurden vorgeschlagen, von 3s bis 6s. Meine Wahl fiel auf das Set für einen 3s-LiPo, da ich Elektrosegler generell als Segelflugmodelle mit Hilfsantrieb ansehe und somit keinen Wert auf beispielsweise senkrechtes Steigen lege. Folgen-de Komponenten wurden geordert: "Kira 500-36" mit 6,7:1-Getriebe und der brandneue "Koby 55 LV"-Regler. Dazu empfahl das Unternehmen eine 17x9"-Klappluftschraube, was in der Summe zu einem Strom von 54 Ampere führen sollte. Als Servos für Querruder und Wölbklappen wurde auf die bewährten Hitec "HS-125" zurückgegriffen, für Höhen- und Seitenruder kamen 20-mm-Standardservos zum Einsatz. Als Antriebsakku wurde ein 3s-Lipo von Multiplex mit 30C Belastbarkeit ausgesucht. Zu guter Letzt noch der 8-Kanal-ACT-Empfänger mit 2,4 GHz.

Auf diese Weise vorbereitet habe ich die Ankunft des "Luky Sport" freudig erwartet: ein weit über zwei Meter langes Paket mit gut verpackten Einzelteilen. Die Qualität des Modells war hervorragend, der Rumpf aus GFK sauber laminiert und mit Kohlerovings ab Werk an den kritischen Stellen verstärkt. Die Flächen recht leicht und sauber zweifarbig bespannt, ebenso das Höhenleitwerk. Besonders gut gefiel mir die Kabinenhaube mit einem "Design-GFK"-Gewebe, das wunderschön metallisch schimmert. Ein großer Beutel mit Zubehör rundete den Lieferumfang ab. GFK-Abdeckungen für die Servoschächte, Ruder-anlenkungen, Gabelköpfe und sogar Servorahmen machten Appetit auf den Bau. Also habe ich zuerst die Bauanleitung studiert. In amüsanter Art und Weise wird darin mit knappen Worten und einigen Fotos erläutert, wie das Modell komplettiert werden sollte. Was mir jedoch gleich missfiel war der Vorschlag, das Servo für das Höhenruder in die Heckflosse einzuharzen. Dies birgt trotz 2,4-GHz-Tech- nologie immer die Gefahr von störenden Einflüssen, was bei dieser Modellgröße schon als potentielles Risiko anzusehen ist! Daher beschloss ich das Servo vorne im Rumpf zu verbauen.

Die Einzelteile auf der Waage:
Rumpf: 733 Gramm
Fläche rechts: 894 Gramm
Fläche links: 903 Gramm
Steckung: 133 Gramm
Kabinenhaube: 41 Gramm

Ohne Zubehör und Einbauten kam der "Luky Sport" so auf ein Leergewicht von 2.704 Gramm, was ohne Kleinteile knapp 100 Gramm unter der Angabe des Herstellers liegt.

Begonnen wurde mit der Erfassung und Berechnung des "Luky Sport" in FLZ-Vortex, einer kostenlosen Software (Donation-Ware) zur aerodynami- schen Berechnung von Modellflugzeugen. Da ich bereits schlechte Erfahrungen mit Schwerpunktangaben anderer Modelle habe sammeln müssen, war dieser Schritt unabdingbar. Die Werte, die FLZ-Vortex ausgab, ließen die Freude auf den Erstflug wachsen: Eine Gleitzahl knapp über 30, ein minimales Sinken von 0,27 Meter/Sekunde und eine Fluggeschwindigkeit von zehn Metern/Sekunde versprachen gute Flugleistungen. Doch beim Schwerpunkt wurde mein Bedenken bestätigt: angegeben wurden 110 bis 120 Millimeter, FLZ-Vortex ermittelte jedoch 142 Millimeter! Diese Differenz ist beeindruckend! Umso mehr, weil das Modell mit dem empfohlenen Wert nur sehr schlechte Flugleistungen versprach und erst ab 140 Millimeter echte Leistung erreicht wurde. Bei 142 Millimetern ab Nasenleiste und der unveränderten Einstellwinkeldifferenz von zwei Grad wird trotzdem noch ein Stabilitätsmaß von 12 Prozent erreicht, genügend Sicherheit für ein eigenstabiles Flugverhalten auch in großen Flughöhen.

Mit den probehalber platzierten RC- und Antriebskomponenten wurde getestet, wie der Schwerpunkt mit möglichst wenig Blei erreicht werden konnte. Deshalb wurde das Servobrett vorne um zehn Millimeter gekürzt, sodass der LiPo-Flugakku gerade noch Platz fand und die Servos so weit wie möglich nach vorne rückten. Wie sich später zeigte, ist diese Maßnahme allerdings erst bei Verwendung stärkerer Antriebe und somit schwereren Lipos notwendig. Für die Auslegung mit 3s-LiPo muss nichts an der Position der Servos und des Akkus geändert werden.

Zuerst jedoch machte ich mich an die Fertigstellung der Tragflächen. Die Servoschächte waren schon ausgefräst und es wurde auch in der Anleitung der Anschein erweckt, man könne da einfach die Servorahmen einharzen. Das sollte allerdings tunlichst vermieden werden. Denn zuerst musste das restliche Styropor komplett herausgekratzt werden, bei rund fünf Millimetern aber auch keine große Sache. Jetzt konnte ich zum einen die CFK-Verstärkungen der Tragflächen sehen und hatte zudem eine tragfähige Basis zum Verkleben der Servorahmen. Durch das GFK-Gewebe, mit dem die Tragflächen unter der Abachibeplankung überzogen wurden, zeigte sich der Servoschacht ausreichend stabil, so wurden die Servorahmen eingeharzt. Dazu verwende ich immer 24-Stunden-Harz, da ich so noch eventuelle Korrekturen ausführen kann und das Harz aufgrund seiner geringen Oberflächenspannung auch in den kleinsten Spalt kriecht und so für eine haltbare Verbindung sorgt.

Nach dem Aushärten habe ich zuerst die Servos auf Nullstellung gebracht, dann die Servokabel mit verdrillter Servolitze verlängert und die Servos montiert. Da mir an einem Rähmchen das Holz an einer Bohrung etwas absplitterte entschied ich mich, die Servos alle mit einem Alublechstreifen zu befestigen, nachdem ich die Löcher der Schrauben mit Sekundenkleber gehärtet hatte. Durch den satten Sitz der Servorahmen kann sich so nichts mehr bewegen, zudem sind die Hebelkräfte am Servo nur sehr klein. Bei den Servorahmen für die Wölbklappen wurden vom Hersteller wohl andere Servotypen vorgesehen, zumindest passten diese nicht für die hier ebenfalls verwendeten Hitec-"HS-125MG". Ich habe kurzerhand den Rahmen zersägt, an die Abmessungen des Servos angepasst und auf eine Trägerplatte aus Sperrholz geklebt. Durch die größere Profildicke ergab sich dadurch kein Platzproblem, sodass auch diese Hürde sauber umschifft war.

Die mitgelieferten Ruderhörner waren aus GFK und konnten nach dem Anschleifen direkt in die Ruderklappen eingeklebt werden. Dazu mussten die Öffnungen noch ausgefräst werden. Die Anlenkungen wurden nicht mit dem mitgelieferten Kunststoffmaterial, sondern aus Metall-Gabelköpfen und 2-mm-Gewindestangen erstellt. So erhielt ich eine stabile und spielfreie Anlenkung. Die Anschlüsse der Servos wurden mit doppelreihigen Buchsensteckern ausgeführt, die nach dem Verlöten und Isolieren mit Heißkleber in die Endrippen verklebt wurden. Letztlich wurden noch Turbulatoren angebracht. Auf der Oberseite ab den Querrudern aus weißem Gewebeband bis zur Flächenspitze und auf der Unterseite aus dünnem Kunststoff-Material inklusive Spaltabdeckung direkt vor den Querrudern.

Weiter ging es mit den Arbeiten an den Leitwerken. Am Höhenruder wurde das Ruderhorn mittig in die Ruderklappe eingeklebt, die dann mit Vliesscharnieren und Sekundenkleber an der Dämpfungsfläche befestigt wurde. Einen leichten Verzug der Ruderklappe musste ich noch mit Hilfe des Bügeleisens ausgleichen. Da ich zur Befestigung auf der Seitenflosse keine Metall- sondern Kunststoffschrauben verwende, habe ich die Aufnahmen etwas ausgefräst, sodass die Köpfe der Kunststoffschrauben versenkt sind. Ursprünglich war vorgesehen, das Seitenruder per Bowdenzug anzulenken. Ich entschied mich für eine Seilanlenkung. Dazu musste ich noch das fehlende Ruderhorn der anderen Seite selbst erstellen. Auch hier am Seitenruder wurden noch Turbulatoren angebracht, jeweils auf der Ober- und Unterseite circa zehn Millimeter hinter der Nasenleiste. Durch das Verwenden von weißem Gewebeband auf der Oberseite und rotem für die Unterseite sind die Turbulatoren in wenigen Metern Entfernung nicht mehr zu sehen.

Erste Tat zum Rumpfausbau war das Absägen der Rumpfnase, da der "Luky Sport" ja mit einem Antrieb versehen werden sollte. Anhand des Spinnerdurchmessers fertigte ich eine Schablone aus Sperrholz an, legte Motorsturz und -zug per Augenmaß fest und zeichnete das Maß an. Mit etwas Sicherheitsabstand wurde die Nase abgetrennt und danach sauber bis an die Markierung geschliffen. Jetzt gut zu erkennen war die großzügige Verstärkung mit CFK-Matten an dieser Stelle. Der beiliegende Motorspant wurde angepasst, ebenso wie die Bohrungen des Motors, da diese für einen Außenläufer vorbereitet waren. Nachdem alles passte, wurde der Motorspant mit Sekundenkleber fixiert und dann mit angedicktem Harz nachgeklebt.

Wegen der Entscheidung, das Seitenruder per Seil anzulenken habe ich einen zusätzlichen Ausschnitt am hinteren Ende des Servobrettes vorgenommen, um das Servo mittig montieren zu können. Platz war dort reichlich vorhanden. Für das Höhenruderservo wurde die ursprüngliche Position des Seitenruderservos übernommen, das passte soweit prima. Da die Position des Servobrettes ja gleich am Anfang festgelegt wurde, konnte dieses gleich mit angedicktem Harz eingeklebt werden. Dann wurden die Servos verschraubt und die Bowdenzughülle für das Höhenruder im Rumpf verklebt. Da es bei T-Leitwerken zu nicht unerheblichen Knickmomenten im Leitwerksträger bei etwas ruppigeren Landungen kommen kann, stabilisierte ich diese mit einem eingeharzten CFK-Rohr, das die Flosse verlängert und in den Rumpfboden geht. So können die Kräfte besser in den Rumpf eingeleitet und eventuelle Schäden vermieden werden. Dann habe ich eine Aufnahme für die TEK-Düse in die Seitenruderflosse geharzt und einen dünnen PVC-Schlauch bis in die Rumpfnase verlegt. Nachdem diese Arbeiten erledigt waren, habe ich die Abschlussleiste mit leicht angedicktem Harz eingeklebt und diese mit Leistchen links und rechts und einigen Klammern fixiert. Nach dem Aushärten konnte das Seitenruder wieder mit Vliesscharnieren angeschlagen werden.

Für die Seilanlenkung verwendete ich Angelschnur, da diese günstig und haltbar ist und - größter Vorteil, nicht elektrisch leitend. So wird eine Antennenwirkung, wie sie bei Stahllitze auftreten kann, vermieden. Mit gebogenen Stahlhaken und Messingösen mit M2-Gewinde wurde die Anlenkung schnell fertiggestellt. Leider gehörte die Abdeckung der Wartungsöffnung am Heck nicht zum Lieferumfang, ich habe sie aus einem dünnen Stück ABS ausgeschnitten und mit Klebeband befestigt. Durch die Konstruktion des Seitenruders klaffte ein recht großer Spalt zwischen Seitenruder und Dämpfungsfläche. Da dies aerodynamisch nicht optimal ist, habe ich aus starkem Paketband eine Abdeckung hergestellt. Dazu klebt man einfach ein entsprechend langes Stück des Paketbandes auf Backpapier und schneidet einen Streifen, der etwas breiter als der abzudeckende Spalt ist, aus. Dann ritzt man vorsichtig das Backpapier auf der Rückseite so an, dass man einen schmalen Streifen als Klebefläche behält. Das restliche Backpapier wird dann abgezogen und die freigelegte Klebefläche mit Microballons beschichtet. Dadurch klebt die Abdeckung nicht am Ruder fest. Jetzt wird der verbleibende Streifen Backpapier abgezogen und die Abdeckung an der Dämpfungsfläche des Seitenruders aufgeklebt. Dann bringt man vor dieser Abdeckung noch einen Turbulator aus Gewebeband an.

Das Vario von WS-Tech wurde mit einem Stück Klettband neben dem Höhenruderservo befestigt. Der restliche Platz wurde vom Flugakku in Beschlag genommen, dieser hält seine Position gesichert von drei großen Stücken Klettband. Der "Koby"-Regler wurde von den sehr steifen Anschlusskabeln des Motors eigentlich von alleine gehalten, ich habe ihn zusätzlich mit einem kleinen Stück Klettband an der Seitenwand befestigt. Jetzt konnte das Antriebsset zum ersten Mal zeigen, was in ihm steckt: Allein das Laufgeräusch des Getriebes war schon hörenswert und der subjektiv empfundene Schub machte Lust auf den Erstflug. Knapp 52 Ampere Strom waren absolut im Rahmen dessen, was Kontronik zu diesem Antriebsset voraussagte und Eta-Prop errechnet hat. Klasse fand ich auch den "Koby"-Regler, da er mit einer LED den Betriebszustand anzeigt, zusätzlich zu eventuellen Fehlercodes.

Letzte Arbeiten erfolgten an der Tragflächenbefestigung und der Kabinenhaube. Die Tragflächen sollten mit je zwei M5-Metallschrauben am Rumpf festgeschraubt werden sollten. Dies birgt aber das Risiko, dass der Rumpf im Falle einer unsanften Landung in Mitleidenschaft gezogen wird, da Me- tallschrauben nicht wie Kunststoffschrauben abscheren können. Um dieses Problem zu umgehen, sägte ich die Köpfe der Schrauben kurzerhand ab und brachte einen Schlitz an, in den eine Feder eingehängt werden konnte. So haben die Flächen die Chance, sich zu bewegen. Dass das eine gute Wahl war, sollte sich später noch beweisen! Bei der Kabinenhaube war vorgesehen, dass diese im hinteren Bereich mit zwei Magneten gehalten wird und vorne eine Schraube in einen in den Rumpf gefräste Nut greift. Mein erster Gedanke galt dem Falle einer harten Landung. Wie soll sich die Kabinenhaube lösen? Mit Sicherheit würde die Schraube abreißen oder der Rumpf beschädigt werden. Deshalb habe ich im vorderen Bereich der Kabinenhaube ebenfalls einen kleinen Neodym-Magnet verwendet, der zusammen mit den anderen beiden Magneten die Haube sicher an ihrem Platz hält.

Beim endgültigen Auswiegen des Schwerpunktes mussten 57 Gramm Blei ins Heck, um den Schwerpunkt auf das von FLZ-Vortex errechnete Maß zu bringen! Bei einem letzten Aufrüsten des Modells in der Werkstatt fiel mir auf, dass die Anformung der Tragflächen am Rumpf überhaupt nicht passte. Eine Kontrolle brachte zutage, dass die Tragflächen an der Wurzel um circa fünf Millimeter zu verwinden waren, da zwischen Schrauben und den im Rumpf verklebten Unterlegscheiben massiv Spiel vorhanden war. Und selbst bei der Befestigung der Tragflächen mit den Schrauben müsste man immer darauf achten, die Flächen exakt an der Profilanformung auszurichten. Sonst würden sich im schlimmsten Fall unterschiedliche Einstellwinkeldifferenzen zwischen beiden Tragflächen ergeben. Ich habe das Problem für den Erstflug mit mehreren Lagen Gewebeband gelöst, die in die Bohrungen der Unterlegscheiben eingebracht wurden.

So gerüstet ging es an einem sonnigen Tag auf die Flugwiese. Mein geschätzter Fliegerkollege Tobias Pfaff übernahm das Werfen des Modells, der "Luky Sport" wurde ihm vom Antrieb fast aus der Hand gerissen. In einem Steigwinkel von circa 30 Grad ging es mit leicht gesetzten Klappen in den Himmel. Auf Sicherheitshöhe angekommen fiel mir sofort auf, dass sich das Modell auf Höhe weder sauber ausrichten noch trimmen ließ. In welliger Flugbahn wurden ein paar Runden geflogen, um dann schnell die Landung einzuleiten. So war das kein Fliegen!

Zuerst musste die Anlenkung des Höhenruders geändert werden. Es wurde über einen Umlenkhebel sinniert, ebenso über den Einbau des Servos im Heck, trotz aller potentiell negativen Auswirkungen. Letztendlich habe ich mich dazu entschlossen, das Servo im Heck einzubauen. Dazu habe ich ein Dymond-"D-250MG" verwendet. Natürlich wurde auch hier ein Servorahmen gebaut, der auf eine 6x6-Zentimeter-große Sperrholzplatte aufgeklebt wurde. Diese recht große Platte dient nun auch zum Stabilisieren der Seitenflosse und dem besseren Einleiten der Kräfte des Ruders. Nachdem der Rahmen verklebt war, wurde das Servokabel verlängert, mit einem Ferrit versehen und das Servo in den Rahmen geschraubt. Eine weitere Optimierungsmaßnahme erfuhren die Flächenbefestigungen. Ich habe dazu einfach Kunststoffschrauben mit einem Drahtbügel versehen, sodass man diese ohne Werkzeug an den Flächen anbringen kann. So hat man eine sichere Befestigung einschließlich der Möglichkeit des Abscherens im Falle einer unsanften Landung. Um das Verdrehen der Flächen komplett zu eliminieren habe ich einen 3-mm-CFK-Stab als Verdrehsicherung an die Flächenaufnahme angebracht, der in entsprechende Bohrungen in den Tragflächen greift.

Da das Servo für das Höhenruder jetzt im Heck saß, musste der Schwerpunkt neu ausgewogen werden. So waren nur noch 12 Gramm Blei im Heck notwendig und die Abflugmasse sank so auf schlanke 3.863 Gramm, inklusive Vario und "Unilog" mit 80-A-Stromsensor.

Mit diesen Modifizierungen ging es bei nächster Gelegenheit wieder an den Flughang. Das Flugverhalten war nun wie ausgewechselt. Lediglich ein paar Klicks waren notwendig und das Modell flog zum ersten Mal so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Die leichte Thermik des Tages wurde mit leicht gesetzten Klappen gut angenommen und das Modell stieg mit entsprechender akustischer Untermalung des Varios in die Höhe. Da ich fast immer mit eingebautem "Unilog" fliege, konnte ich so nach dem Flug sehen, was das Modell an Leistung brachte. Lediglich beim Start wurde der Antrieb verwendet, da bin ich ein der Sicherheit zugeneigter Pilot, der das Risiko so gering wie möglich hält. Nach dem Anlaufen des Motors fiel der Strom von 54 Ampere sofort auf 43 Ampere zurück, die Spannung sank auf 10,6 Volt. Im reinen Segelflugbetrieb betrug der Strom beim Setzen der Wölbklappen in die Krähenstellung maximal 1,5 Ampere, sodass das BEC des "Koby"-Reglers noch lange nicht an seine normale Belastbarkeit von drei Ampere gebracht wird. Reserven sind somit genügend vorhanden.

Bis heute wurden viele weitere Flüge mit dem "Luky Sport" unternommen und es macht immer noch jedes Mal großen Spaß mit diesem Modell nach Thermik zu suchen. Besonders beeindruckt mich immer wieder der Antrieb, der das Modell nach zwei Schritten gegen den Wind aus der Hand in die Luft zerrt. Das gibt eine gewisse Sicherheit beim Starten und auch ein Durchsacken verliert so seinen Schrecken. Durch die stattliche Größe ist der "Luky Sport" auch in größeren Höhen immer gut zu erkennen, die mit roter Folie bespannte Unterseite der Tragflächen und des Leitwerks tun ihr übriges dazu. Beim Setzen der Wölbklappen in Bremsstellung (ca. 80 Grad) bremst der "Luky Sport" enorm ab, sinkt stark und bleibt dabei gut steuerbar. Beim Überziehen verhält sich der "Luky Sport" vorbildlich, nickt kurz und ist sofort wieder steuerbar. Sicher ein Ergebnis der Optimierungsmaßnahmen in Form der Turbulatoren! Der "Luky Sport" ist ein fantastisches Modell für alle, die sich an die 4-Meter-Klasse heranwagen wollen. Die unkritischen Flugeigenschaften erleichtern die Gewöhnung an die Modellgröße, durch die Wölbklappen kann die Aerodynamik an die Gegebenheiten angepasst werden, insbesondere beim Landen sind sie eine große Hilfe. Und wer nicht ausschließlich RTF mag, sondern auch gerne noch etwas bauen möchte, für den ist der "Luky Sport" goldrichtig.

Markus Bautz
Fotos: Tobias Pfaff, Markus Bautz


Im freigelegten Servoschacht sind die CFK-Verstärkungen sichtbar.


Die Flächenservos wurden zusätzlich mit einer Metalllasche gesichert.


Das noch offene Seitenleitwerk. Der zusätzliche CFK-Stab dient als Torsionsverstärkung. Ebenfalls sind der PVC-Schlauch der TEK-Düse und die ab Werk eingebrachten CFK-Rovings zur Verstärkung zu sehen.


Die selbstgefertigte Spaltabdeckung des Seitenruders, bereit zum Anbringen am Modell.


Das Modelheck mit angebrachten Turbulatoren und montierter TEK-Düse.


Mit dem 3s-Kontronikantrieb "Kira 500-36" mit 6,7:1-Getriebe in der Rumpfnase entpuppt sich das Modell als flotter Elektroallrounder.


Die Flugeigenschaften des "Luky Sport" sind beeindruckend.



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