TEST

F3P macht Spaß

Der "Shake" von Hacker/CZ


Jeannette und Marco haben mit dem "Shake" ihr F3P-Trainingsmodell gefunden

Marco Imm und Jeannette Goerlitz sind vielen Modelfliegern als Gesichter hinter MaJa-Kürflüge bekannt. Beide sind aber auch aktive Kunstflugpilo- ten und haben sich für AUFWIND diesem schönen Indoor- und Outdoor-Modell gewidmet.

Indoormodelle aus Depron sind altbekannt. Leider aber auch sehr anfällig, was Kollisionen betrifft. Hacker Model aus Tschechien hat sich dieser Sache angenommen und möchte mit dem "Shake" aus EPP die Vorteile beider Materialwelten zusammenführen. Auch wir haben mit EPP in letzter Zeit sehr gute Erfahrungen gemacht - gerade auch im Outdoor-Bereich.

Der "Shake" wird in drei Farbvarianten angeboten, wir entschieden uns für die Farbe Blau. Neben den CNC-gefrästen und detailliert bedruckten 4-mm-EPP-Platten fielen uns die zahlreichen CFK-Anlenkungen und Kleinteile auf, ebenso die bebilderte Anleitung. Eines vorweg: Es handelt sich hier um einen Baukasten, in den man etwas mehr Zeit und Geduld investieren sollte. Dann lässt sich alles verzugsfrei und leicht erstellen. Außerdem sollte man bereits Erfahrung im Aufbau von Indoormodellen mitbringen.

Alle Ruder sind in Elastic-Flap-Bauweise hergestellt. Dies sorgt später für eine perfekte Ruderwirkung und erspart vor allem das lästige Anscharnieren. Hacker empfiehlt, das gesamte EPP-Modell mit Sekundenkleber und Aktivator zu verkleben. Wir entschieden uns jedoch, die puzzleähnlichen Tragflächen- und Leitwerksteile lieber mit Holzleim zu verbinden, da es sonst zu einer unschönen Fleckenbildung kommt. Alle EPP-Platten wurden mit CFK-Holmen und Gurten zur Verstärkung des gesamten Modells versteift. Nachdem das Rumpfunterteil festgeklebt und rechtwinklig ausgerichtet war, wurden auch schon die unteren CFK-Flächenabstrebungen angebracht. Der Hersteller hat hier mitgedacht und dem Rumpf eine kleine Auflage spendiert, damit bei kraftzehrenden Manövern oder unsanfteren Landungen nichts ausreißt. Was wir besonders gut fanden war die exakte Längenangabe aller CFK-Streben in der Anleitung: Ohne extra nachmessen zu müssen, saßen die Streben innerhalb weniger Minuten wie angegossen.

"D37"-Servos von Dymond für Höhen- und Seitenruder sowie ein "S706 MG" von Master für die beiden Querruder passen "saugend" in die vorgesehenen Aussparungen. Die Servos haben wir einfach mit Holzleim verklebt. So sind sie jederzeit austauschbar. Auch die Querruder wurden abgestrebt, was zusätzliche Festigkeit mit sich bringt.

Nachdem das obere Rumpfteil analog, und sämtliche Abstrebungen montiert waren, beschäftigten wir uns mit der Antriebseinheit. Der Hersteller empfiehlt für den "Shake" seinen Brushless-Motor "M-Force 2812CA-27" mit dem 6-Ampere-Regler "MC-6A". Dieser Empfehlung folgten wir gerne. Der Motor wurde direkt an einem GFK-Montagekreuz festgeschraubt, das zuvor am Kopfspant festgeklebt wurde. Eine sehr feine und leichte Lösung! Schleifsporne anstatt Räder liegen aus Gewichtsgründen dem Baukasten bei, die zusammen mit den Radschuhen am Fahrwerk festgeklebt wurden. Zuletzt montierten wir die sogenannten Side-Force-Generatoren: die "Shark Teeths" an den Ruderhinterkanten, die aerodynamisch geformten Na- senleisten an den Flächenvorderkanten und den Spoiler auf dem Rumpfrücken, nachdem wir die Anlenkungen konventionell hergestellt hatten. Die CFK-Anlenkstangen wurden in Kunststoffführungen gefädelt, die eine leichtgängige und stabile Ruderanlenkung zu den Kunststoffruderhörnern ergeben.

Nachdem Regler und Empfänger mit Klettband montiert und der Schwerpunkt mit dem 2s-Lipo 650 Milliamperestunden nach Anleitung eingestellt waren, kam das Modell auf die Waa-ge: Nur 192 Gramm wog der neue "EPP-Shocky". Wer hier noch etwas an Gewicht sparen will, kann auch einen LiPo mit 250 oder 300 Milliamperestunden verwenden. Eine kleine Aussparung vor dem Querruder-Servo (mit dem Skal- pell geschnitten) genügt, um dem Antriebsakku seinen Arbeitsplatz zuzuweisen.

Mit einer Spannweite von 840 und einer Rumpflänge von 945 Millimetern ging es mit dem "Shake" auch schon nach draußen. An ei-nem warmen Samstagabend bei einer leichten Brise startete der "Shake" locker und entspannt aus der Hand. In Ameisenkniehöhe surrte er über unser angrenzendes Kornfeld. Nur wenige Trimmkorrekturen um die Querachse waren notwendig. Die Ruderausschläge - exakt nach Anleitung eingestellt ­- reagierten prompt und direkt. Der "Shake" ließ sich durch alle Figuren wie auf Schienen fliegen: Loopings, Rollen und Turns gelangen spielerisch wie in Zeitlupe. Zugegeben: Die Leistung der Antriebskonfiguration könnte etwas mehr sein, wenn man viel im Garten fliegen möchte. Für die Halle allerdings reicht sie locker aus. Nach fünf Minuten war der geglückte Erstflug abgeschlossen.

Mit der zweiten Akkuladung nun sollte der "Shake" zeigen, was in Sachen 3D-Kunstflug geht: die Rollenkreise, Powerrollen, Messerflüge und Slips waren ein Traum und lockten auch schon die ersten Zaungäste mit ihren Smartphones ans Feld. Rückenflüge und Harrier waren ebenso einfach machbar und wurden mit wenig Ausschlag ausgesteuert. In den senkrechten Abflugpassagen bremsen die montierten "Shark Teeths" an den Rudern spürbar. In der Torquerolle verhält sich der "Shake" absolut handzahm und kann problemlos mit dreiviertel Gas eingeparkt werden.

Auch wenn uns die Konstruktion am Anfang ein wenig Kopfzerbrechen bereitet hat, hält sie doch mehr aus, als es den Anschein macht: Mit Samthandschuhen muss man den "Shake" jedenfalls nicht anfassen - er ist ziemlich robust! Man erhält einen top-konstruierten Shockflyer für die Hutablage. Das ideale Modell, um gemütliches F3P und zeitlupenartiges 3D in der Sporthalle oder im heimischen Garten zu trainieren.

Marco Imm & Jeannette Goerlitz


Fakten

"Shake" von Hacker-CZ
Ein Indoor- und Outdoor Sportmodell

Spannweite: 840 mm
Länge: 945 mm
Gewicht: 192 g
Fläche:
Flächenbelastung:
Ruderausschläge:
Kunstflug: 30 Grad
3D: 45 Grad
Preis: 67,76 Euro
Bezug bei Hacker Model
Tel.: 00420/313/564381
www.hacker-model.com


So kommt der "Shake" beim Kunden an: Die bedruckten EPP-Platten sind CNC-gefräst

Motor, Regler, Servos und Propeller kann man auch direkt bei Hacker mit bestellen

Das Modell wird zu Beginn im Liegen aufgebaut. Ein Anschlagwinkel ist beim Aufbau unumgänglich

Die CFK-Abstrebungen werden nach Anleitung geschnitten. Verzugsfreier geht es wohl kaum

Der GFK-Motorspant wird mit Holzleim festgeklebt

Der sogenannte "T-Kanalizer" trägt später erheblich zur Flugstabilität bei, insbesondere im Messerflug

Das Starten aus der Hand erfolgt mit dreiviertel Gas und ist selbst im Freien kein Thema

Durch die zahlreichen "Bremswiderstände" an den Rudern wirkt der "Shake" verhältnismäßig groß

Majestätisch marschiert das Modell im Schneckentempo über unser angrenzendes Kornfeld

Die Messerflüge ohne lästige Nachkorrekturen sind selbst bei Seitenwind ein Traum

Ziemlich fesch wirkt das Modell im Harrier und stabilisiert sich fast schon von alleine



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