Mit dem „Blade XL“ haben „Mini Blade“ (150 cm Spannweite) und „Blade“ (200 cm Spannweite) einen großen Bruder bekommen, der sich sehen lassen kann. Mit 255 cm Spannweite ist das Modell wie für den Hang geschaffen. Als Profil dient ein modifiziertes „RG-15“ mit acht Prozent Dicke, das Allroundereigenschaften verspricht und Spaß garantiert.

Der Rumpf besteht ganz aus CFK und hat eine installierte Ballastkammer sowie Abziehschnauze. Die Aufnahmen für die Tragflächen und für das V-Leitwerk sind bereits vollständig. Das V-Leitwerk ist zweiteilig und abnehmbar. Befestigt wird es mit zwei 2,5-mm-Stahlstiften, die im Rumpf in passende Röhrchen gesteckt werden.

Die Tragflächen bestehen, wie auch das V-Leitwerk, aus GFK mit Balsa als Stützstoff. Sie haben einen durchgehenden Holm und ausreichend CFK-Verstärkungen. In den Servoausschnitten ist zudem eine Lage Kevlar eingefügt, was dem Ausbeulen durch die Kräfte, die auf die Servos wirken vorbeugen soll. Auf Wunsch bietet X-Models die Tragflächen auch komplett in Kohle an. Als Flächenverbinder dient ein hitzegehärteter Stahl. Er ist von ausgezeichneter Qualität und Härte. Ein Test ergab über 1.500 kg/qmm. Im Vergleich dazu hat normaler Silberstahl eine Härte von 800 kg/qmm. Unterstützt wird der Stahl noch von zwei 2,5-mm-Torsionsstiften pro Flächenhälfte. Da der Flächenstahl für solch ein Modell aber dennoch unterdimensioniert erscheint, ist X-Models bereits dabei einen Vierkant Kohleverbinder zu bauen, wie es sich für ein Modell dieser Art auch gehört.

Der Kleinteilesatz schließt den kompletten Baukasteninhalt ab. Darin enthalten sind verdrillte Kabel für die Flächenservos, Stecker zur Flügel/Rumpf-Verbindung, Kohleschubstangen für die Anlenkung der Leitwerksruder und Teile für die Querruderanlenkung. Das „Rohbaugewicht“ des Modells beträgt 1.750 g. Optional kann für den „Blade XL“ eine maßgeschneiderte Tasche mitbestellt werden. Sie besteht aus einem weichen, gepolsterten Stoff.

Die Fertigstellung des „Blade XL“ beschränkt sich auf den Anlageneinbau. Bei den Servos entschied ich mich für die Tragfläche aufgrund der geringen Einbautiefe für vier „HS-5125 MG“ von Hitec und zwei „HS-5245 MG“ für den Rumpf. Als Empfänger kommt ein „SMC-19“ von Graupner zum Einsatz. Wegen dem Kohlerumpf beschloss ich, den Antenneneinbau den F3B-Piloten nachzuahmen und die Antenne in eine Leitwerkshälfte zu verlängern und anschließend noch mit einem 0,4-mm-Stahldraht ca. 35 cm baumeln zu lassen. Als Verbindung zwischen Rumpf und Leitwerkshälfte dient ein M2-Goldkontaktstecker. Damit hat die Antenne eine Gesamtlänge von 180 cm. Erste Reichweitentests versprachen Gutes. Und gleich vorweggenommen: Auch im Flugbetrieb hatte ich keine Empfangsprobleme.

Als Empfängerakku kam nur ein großes Pack in Frage, da ich vorne ohnehin viel Gewicht brauchte. So fiel die Entscheidung auf vier SubC-Zellen Sanyo RC-2400. Dies reicht für bis zu sechs Stunden Flugzeit, trotz der sechs Digitalservos im Modell. Vom Akku geht es über einen grünen MPX-Hochstromstecker zweimal in den Empfänger – eine Sicherheitsmaßnahme, die ich gerne anwende.

An den Tragflächen müssen lediglich die Servos eingebaut und die Anlenkungen gemacht werden. Um den Servoeinbau ordentlich hinzukriegen, besorgte ich mir bei www.cnc-lessner.de.vu die perfekt passenden Einbaurahmen für die „HS-5125 MG“. Sie werden auf die obere Schale geklebt und die Servos darin festgeschraubt. Die Anlenkung über M3-Gabelköpfe. Zum Abschluss werden noch die Servoabdeckungen zurechtgeschnitten und mit Tesa befestigt.

Zum Auswiegen des Modells auf einen Schwerpunkt von 83 mm waren noch 180 g Blei nötig, das in Form von Schrotkugeln mit dünnem Harz in die Spitze geklebt wurde. Damit kommt der „Blade XL“ auf 2.580 g Abfluggewicht, was zwar für ein Modell dieser Größe als hoch erscheinen mag, es sich aber auf keinerlei Weise negativ auf die Flugeigenschaften auswirkt. Aber dazu gleich mehr
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Kompakt, robust und von hoher aerodynamischer Güte.



Die V-Leitwerksklappen werden spielfrei mit Kugelköpfen angesteuert. Man beachte die Ausformungen für die Gewindebuchsen der Ruderhörner



Für den Einbau der Flächenservos „HS-5125 MG“ von Hitec wurden die genau passenden Einbaurahmen von www.cnc-lessner.de.vu auf die obere Schale geklebt und die Servos darin festgeschraubt



Alle Modellteile zusammengenommen wogen 1.750 g


In der 25-mm-Ballastkammer kann auf 240 mm Länge über 1 kg Blei untergebracht werden. Dazu besorgt man sich am einfachsten ein passendes Messingrohr und füllt es mit Blei.

Für den Erstflug bei leichtem Gegenwind ließ ich den „Blade XL“ werfen. Und was dann folgte, war purer Genuss: keine Trimmkorrekturen nötig, ein lammfrommes Verhalten des Modells und ein herrliches Flugbild. Nach den üblichen Tests zur Überprüfung des Schwerpunkts und der Butterflystellung in ausreichender Höhe setzte ich nach 15 Minuten Flugzeit zur ersten Landung an. Die Butterflywirkung ist mehr als ausreichend, damit kann man sich die Landung gut einteilen.


Der Kleinteilesatz macht den Baukasteninhalt komplett

Mittlerweile hat der „Blade XL“ über 20 Flugstunden auf dem Buckel und ich kann nur Gutes berichten. Den Schwerpunkt habe ich nach den ersten Flügen leicht zurückgenommen, sodass er nun bei 86 mm liegt. Die nach Anleitung eingestellten Ausschläge habe ich noch an meine Steuergewohnheiten angepasst. Solchermaßen perfekt individuell eingestellt hat man einen super Allrounder am Knüppel. Bereits bei schlechten Bedingungen lassen sich auch schwache Thermiken auskreisen. Hierzu kommt dem Modell die gute Seitenruderwirkung zugute: Mit Quer- und Seitenruder rein in die Kurve, Seitenruder beibehalten und mit Querruder leicht abstützen. So macht Thermikfliegen Spaß! Noch mehr Spaß macht es allerdings, die gewonnene Höhe zu verheizen. Der „Blade XL“ nimmt schnell Speed auf und kann mit ordentlichem Durchzug auftrumpfen. Besondere Lust machen Vierzeitenrollen, bei denen das Modell förmlich einrastet. Aber auch hohe Turns, riesige Loopings und sogar gerissene Rollen macht er mit. Nur bei allzu hohen Lastwechseln und extrem engen Wenden sollte man nicht übertreiben, da sich die Tragflächen (...wahrscheinlich der Stahl?) doch merklich durchbiegen. Dieser kleine Wermutstropfen sollte aber mit dem neuen Flächenverbinder tabu sein.

Mit dem „Blade XL“ erhält man ein Hangmodell zu einem fairen Preis, das sich nicht verstecken muss. Sei es bei schwachen Bedingungen in den kleinsten Aufwinden oder bei Hammerwetter und Sturm – mit dem „Blade XL“ wird man seinen Spaß haben.

Florian Kronbichler


In der optional erhältlichen Transporttasche findet jedes Teil des „Blade XL“ seinen Platz. Sogar der Flächenstahl hat ein eigenes Fach.


Der Anlageneinbau im Rumpf. Zwei „HS-5245 MG“ von Hitec arbeiten am V-Leitwerk, die Anlenkung erfolgt über CFK-Schubstangen


Für die Aufballastierung werden mit Blei gefüllte Messingröhrchen eingelegt. In 240 mm Länge ist Platz für über 1 kg Blei.

Infos:
· Der Hersteller teilte mit, dass auf Wunsch ein 10-mm-Tragflächenverbinder geliefert werden kann. Standard ist 8 mm.

Auch von diesem Modell kann im Downloadbereich unter www.aufwind-magazin.de ein professionell angefertigtes Video herunter geladen werden.



AUFWIND-Testmodelle auf der Seiser Alm unter sich: Der „Blade XL“ zusammen mit der „ASW-27“ von Blue Airlines (siehe AUFWIND 6/2004)


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Diesen Beitrag und noch viel mehr finden Sie in AUFWIND Ausgabe 1/2005

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