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Kleine
Elektro-Motormodelle sind eine Spezialität des belgischen Unternehmens
BMI. In den vergangenen zwei Jahren wurden viele verschiedene Typen
vorgestellt, sowohl Zweckmodelle wie auch schön gebaute vorbildgetreue
Modelle.
Die hier zu besprechende Cessna Bird Dog ist wegen ihrer
Robustheit und Größe das ideale Modell für entspanntes
und preisgünstiges Elektro-Motorfliegen. Das Design mehrfarbig
bedruckt macht das Modell zudem zu einem echten Hingucker auf
dem Flugplatz. BMI bietet die Cessna Bird Dog in zwei Design-Varianten
an ich entschied mich für den populären grauen Military-Look.
Die Bauteile werden grundsätzlich in guter Qualität geliefert.
Schaut man allerdings genauer hinter die Kulissen, dann
entdeckt man doch die eine oder andere unsaubere Ausführung der
vietnamesischen Fertigung. Auch die Qualität des verwendeten Holzes
lässt eher eine Quelle in der Bananenkistenherstellung vermuten,
als bei einem Modellbau-Holzlieferanten. Dies beschert jedoch dem Fliegen
des Modells keinen Abbruch und geht meiner Meinung nach angesichts des
günstigen Preises in Ordnung. Die beiden Flügelhälften
wiegen gemeinsam mit dem Verbinder 156 g, der Holz-Rumpf 172 g und die
Brettchenleitwerke 42 g. Etwas überraschend für mich war das
sehr dünne Flügelprofil, einem Eppler 205 nicht unähnlich.
Das umfangreiche Zubehör enthielt die kompletten Anlenkungen, gelaserte
Ruderhörner aus Holz (!), das Fahrwerk mit Rädern, eine Pilotenpuppe
und so weiter.
Die Endmontage des Modells war dann Routine: Das Zusammenkleben der
Tragflächen, das Einkleben der Leitwerke sowie die Montage der
Ruderhörner, Anlenkungen und sonstigen Anbauteile. Insgesamt rund
vier Stunden Arbeitszeit. Zur RC-Ausstattung habe ich auf vier Microservos
HS-65HB von Hitec zurückgegriffen. Die Bauanleitung
sah vor, dass die Flächenservos stehend in die Flügel eingesetzt
werden. Dort aber standen sie weit hervor und drückten zudem die
Bespannung auf der Oberseite durch. Das sah wirklich bescheiden aus.
Also habe ich die Servos kurzerhand hingelegt und in entsprechend angefertigte
Ausschnitte mit 5-Min.-Epoxy bündig zur Oberfläche eingeklebt.
Die Anlenkungen sind für diese Modellgröße mächtig
stabil ausgelegt. Bei den Leitwerksanlenkungen ließ ich mir das
ja noch gefallen, wenngleich sich die Ruderhörner aus Sperrholz
dort einer Schnitzattacke unterziehen mussten um optisch gefälliger
zu werden. Die Querruderanlenkungen jedoch fertigte ich aus 0,8-mm-Stahldraht
neu an und klebte Ruderhörner aus dem Parkfly-Bereich ein. Für
die Leitwerksservos gab es im Rumpf mehr als genügend Platz, ebenso
für den Empfänger. Für den Akkuschacht hinter dem Motorspant
war ein abnehmbarer Deckel vorgesehen. Der jedoch passte nicht mehr,
als das Fahrwerk angeschraubt war. Zwei Ausschnitte lösten das
Problem.
Als Motor wurde ein bürstenloser Außenläufer TM
200/10/22 12pol von Torcman ausgewählt. Er hatte sich bereits
in mehreren Parkfly-Modellen bewährt. Eingeschraubt wurde er mit
einem eigenen 2-mm-Sperrholzspant, der mit vier 2-mm-Kohlestäbchen
vorgebaut wurde. Zusammen mit einem 9x4,5-Slowfly-Propeller sollte
das wohl ein passender Antrieb sein. Der dreizellige LiPo-Pack Kokam
1.550 mAh passte gut an die vorgesehene Stelle in den Rumpf und wurde
mit einem Klettbändchen befestigt. Zu guter Letzt noch die Motorhaube,
das sah ja jetzt schon richtig nach einem Flieger aus. Sehr ungenau
war allerdings die Passung der Tragflächenauflage und
musste nachgearbeitet werden.


ELaut Hersteller sollten die Querruderservos stehend montiert werden.
Besser sieht es aus, wenn das Servo liegend eingeklebt wird und kleinere
Anlenkungsteile verwendet werden
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Der Torcman-Motor wurde an einem Sperrholzspäntchen befestigt,
der mit vier 2-mm-Kohlestäben auf Abstand gehalten wird

Alle Bauteile sind bebügelt und mit detailliertem Finish versehen

Das Zubehör ist
komplett. Selbst eine Sicherung für den Motor ist dabei (links)
Mit 723 g Fluggewicht
lag das Modellchen gut in der Hand, die es dann auch leise schnurrend
zum Erstflug verließ. Die Ruderausschläge aus der Anleitung
waren für meinen Geschmack reichlich groß bemessen und
wurden später mit 65 Prozent Expo beaufschlagt. Das Überziehverhalten
ist völlig problemlos, die Wendigkeit ausgezeichnet. Bei Windstille
sind Schleichfahrten in Bodennähe ein Genuss für Auge
und Ohr. Der Antrieb reicht für einfaches Herumfliegen mit
passabler Steigleistung und bringt es auf immerhin 14 Minuten Flugzeit
Herz, was willst du mehr?
Ist die Wiese kurz gemäht, reicht es auch zum Bodenstart. Von
einer Hartpiste machen Bodenstarts viel Spaß und sehen auch
gut aus. Nur bei der Landung ob Wiese oder Hartpiste
muss man ein wenig aufpassen und darf das Abfangen nicht vergessen,
denn die Drähtchen des Fahrwerks sind dünn und weich.
Nach nunmehr rund 50 Flügen in der vergangenen Saison hat sich
die kleine Cessna Bird Dog einen Stammplatz im Kofferraum
ergattert, wenn es zum Fliegen geht. Mit zwei der preisgünstigen
LiPo-Packs kann man einen ganzen Nachmittag fliegen. Ein wenig enttäuschend
sind die Qualität der Bauausführung sowie die etwas grobschlächtigen
Zubehörteile. Alles in allem aber ein schickes Fliegerchen
zum ganz alltäglichen Elektro-Motorflug, das vor allem auch
durch die detaillierte Oberflächengestaltung besticht.
Philipp
Gardemin

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