REPORT

Vorbildliche Premiere

Die erste DMFV-DM für Semi-Scale-Motorsegler

 

Anfang Juli fand auf dem Fluggelände des FMC Kinzigtal die erste Deutsche Meisterschaft des DMFV für Semi-Scale-Motorsegler statt. Walter Peter als zuständiger DMFV-Sportreferent hatte sich zum Ziel gesetzt, einen Wettbewerb anzubieten, bei dem sowohl Reisemotorsegler als auch moderne Leistungssegler mit Hilfs- oder Klapptriebwerk zugelassen sind. Ein notwendiger und auch logischer Schritt: Zum einen wurde durch diese Maßnahme das Teilnehmerfeld zahlenmäßig durch die große Gruppe der Modelle mit Klapptriebwerk auf wettbewerbstaugliche Größe erhöht, zum anderen ist die Sparte der Klapptriebwerkler wie kaum eine andere in den letzten Jahren gewachsen und gereift. Alle Mechaniken auf diesem ersten Wettbewerb haben ihre Alltagstauglichkeit unter Beweis gestellt. Gleiches gilt aber auch für die Motorsegler mit Elektro- oder Verbrennerantrieb. Darüber hinaus haben namhafte Hersteller von Klapptriebwerks-Mechaniken und Zubehör die Gelegenheit genutzt und ihre Produkte in einem eigens geschaffenen Präsentationsfeld präsentiert. Die Besucher hatten die Gelegenheit die Konstruktionen aus der Nähe zu beschnuppern und natürlich mit den Entwicklern zu fachsimpeln. So präsentierte Dirk Merbold seine neue Klapptriebwerksteuerung, die mit vielen interessanten Funktionen aufwartet (www.merbold-electronic.de).
     Zum Wettbewerb: Beim ausführlichen Briefing konnten 15 der gemeldeten 18 Teilnehmer begrüßt werden. Das Flugprogramm mit seinen Figuren und den Segelflugzeiten war ausgewogen, sodass beide Modellsparten gleiche Siegchancen hatten. Die anfängliche Sorge, dass Motorsegler aufgrund ihrer schlechteren Gleitzahlen den Seglern unterlegen sei-en, war unbegründet, denn Sieger dieser Veranstaltung wurde Walter Keller aus Illerkirchberg mit seiner im Maßstab 1:2 nachgebauten „RF-4D“ – also einem klassischen Motorsegler.
     Die Baubewertung erfolgte anhand eines Fotos oder einer Bauzeichnung aus einem Abstand von circa sieben Metern. Maße wurden dabei nicht überprüft. Die Flugleistungen der Modelle wurden in sechs Pflicht- und zwei Wahlfiguren überprüft. Die Rahmenzeit hierfür betrug 15 Minuten. Außer Start und Landung sollten die Figuren ohne laufendes Triebwerk geflogen werden. Als Pflichtfiguren werden bei der DM der Start, eine Verfahrenskurve, ein Kreis, der Segelflug mit drei Minuten Dauer, der Landeanflug und die Landung gewertet. Zusätzlich sind aus vier Kürfiguren (Haarnadel, liegende Acht, Dreieckkurs und Rechteckkurs) zwei Figuren vom Teilnehmer auszuwählen. Außerdem wurde auch die Lautstärke der Modelle subjektiv vom Punktrichtergremium bewertet. Wer sich im Frühjahr auf die nächste DM vorbereiten möchte, kann sich die Ausschreibung auf der DMFV-Internetseite (www.motorsegler.dmfv.aero) anschauen und herunterladen.
     Aktueller deutscher Meister wurde Walter Keller mit seiner „RF-4D“ (Spannweite: 5 m) mit Verbrennungsmotor. Den zweiten Platz belegte Christoph Kurdzel mit einem „Duo-Discus xT“ (Spannweite: 8 m) und einem Schambeck-Klapptriebwerk vor Thomas Gleißner, der eine „ASK-21Mi“ (Spannweite: 6,8 m) ebenfalls mit einem Klapptriebwerk von Florian Schambeck einsetzte.
     Die gesamte Veranstaltung wurde vom DMFV professionell geplant und geleitet. Der gastgebende Verein war mit vielen Helfern vor Ort, sorgte für beste Wettbewerbsbedingungen, exzellente Bewirtung und ließ die Abende am Lagerfeuer in gemütlicher Runde ausklingen. Im Namen aller Teilnehmer und Besucher nochmals ein Dankeschön an den FMC Kinzigtal sowie an den DMFV-Sportreferenten, der von der Planung bis zur Durchführung einen super Wettbewerb auf die Beine gestellt hat.
Johannes Köllner



 


Die drei Erstplazierten (von links): Christoph Kurdzel (2.), Walter Keller (1.) und Thomas Glei▀ner (3.).


bild
Zum Abschluss der DM stellten sich die Teilnehmer dem Fotografen mit ihren Modellen.


Vorbildgetreuer Start eines „Duo-Discus xT“ im Maßstab 1:2,5 mit Schambeck-Klapptriebwerk.


Neben den Seglern mit Klapptrieb-werken waren auch zahlreiche Reisemotorsegler wie diese „SF-25C“ (Spannweite 5,1 m) am Start.

a
Das Siegermodell von Walter Keller: „RF-4D“, Spannweite: 5 m).



Hier geht es zur Artikel-Übersicht

Diesen Beitrag und noch viel mehr finden Sie in AUFWIND Ausgabe 6/2009

Das komplette Inhaltsverzeichnis 6/2009
Zur Heftbestellung bitte hier entlang.

© AUFWIND 2009