Es war ein wunderschönes Treffen mit traumhaftem Flugwetter, und die Leute haben sich alle erdenkliche Mühe gegeben“, schwärmt Uwe Gewalt vom zweiten Modelmeeting am „Colle del Mayer“ unterhalb des Pordoipasses. Organisiert wurde die Veranstaltung am 3. und 4. Juli von den Modellflugvereinen Val di Fassa und Trentino.

Und die Organisation konnte sich sehen lassen: Senderzelt mit Frequenzüberwachung, ein Flugleiter an der Startstelle und eine allen Piloten zur Verfügung stehende Flitsche ließen keine Wünsche offen. Mit über 90 Teilnehmern aus ganz Europa ist das Modelmeeting auch auf dem besten Wege, sich zu einem großen Treffen zu entwickeln.

Immer mehr Hersteller nutzen daher das Modelmeeting um ihre Produkte vorzustellen. So waren unter anderem X-Models, Uwe Gewalt, CFK-Technics und einige weitere Vertreiber mit dabei. Das Meeting beinhaltete wieder einen Wettbewerb, unterteilt in drei Klassen, je nach Spannweite des Modells. Jeweils bis zu zehn Piloten erhielten die Flugerlaubnis vom Senderzelt für ein Zeitfenster von 15-20 Minuten. An beiden Tagen erfolgte durch drei anonyme Jurymitglieder eine subjektive Bewertung der Modelle nach Kriterien wie Konstruktion (Maßstab, Verarbeitung, Dekoration, usw.) sowie Innovation und Technik. Jeder Teilnehmer erhielt als Andenken einen kleinen Preis, gesponsert
vor allem von X-Models, Graupner und Multiplex.

Am Samstag erfolgte ab 9 Uhr im Zelt die Senderabgabe und um 10.30 Uhr wurde die Startstelle freigegeben. Selbst zu dieser frühen Stunde hatten ein paar Piloten das Glück, Thermik für erste ausgedehnte Flüge zu finden. Die Flugbedingungen verbesserten sich gegen Mittag laufend, bedingt durch die späte Sonneneinstrahlung am südwestlich liegenden Hang. Starts und Landungen wurden von einem Flugleiter koordiniert, der sich außerdem um neue Piloten kümmerte und diesen half, sich im Gelände zurechtzufinden. Gestartet wurden die Modelle entweder aus der Hand, was durch das abfallende Gelände kein Problem darstellte, oder mit der Gummiflitsche. Auffallend war, dass überwiegend Scalemodelle anwesend waren und nur einige Zweckmodelle. Die Palette reichte vom HLG bis zu Großseglern mit bis zu sieben Metern Spannweite, wie zum Beispiel der „Duo-Discus“ von Friedrich Deffner bzw. die „DG-1000“ von Walter Prandelli.



Der Starthelfer gibt alles beim Handstart einer „ASW-19“ am „Colle del Mayer“



Ein sehr seltenes Segelflugzeug im Original wie auch als Modell, ist die polnische „SZD-31 Zefir-4“. Vom Original wurden ab Ende 1967 lediglich drei Stück hergestellt. Das Modell von Giuseppe Ghisleri hat eine Spannweite von 3,83 m.



Auch hoch in den Dolomiten träumen Modellflugpiloten vom Modellflugurlaub in der Südsee. Eine tolle Airbrush-Designidee.

Ein einmaliger Ausblick in das Fassatal und die Bergwelt der Dolomiten ist Teilnehmern und Zuschauern beim Besuch des Meetings am „Colle del Mayer“ garantiert

Gegen 19.30 Uhr trafen sich dann die Teilnehmer im Eisstadion in Canazei zum gemütlichen Abendessen. Und wer immer noch nicht genug vom Fliegen hatte, der konnte sich anschließend noch von der Indoor-Flugshow faszinieren lassen.

Der Sonntag begeisterte wieder mit super Flugbedingungen, obwohl das Wetter nicht mehr so herrlich wie am Vortag war. Ab 10.30 Uhr wurde geflogen. Das Highlight an diesem Tag war sicherlich der große „Salto“ von Valentino Troian mit einer Spannweite von sieben Metern, der auch den ersten Platz in seiner Kategorie gewann. Gegen 17 Uhr wurde das „Modelmeeting 2004“ mit der Preisverleihung beendet.


Philipp Veit aus Österreich präsentierte die neue „Pilatus B4“ (Spannweite 4,60 m) seines Unternehmens CFK-Technics

Diese zweite Ausgabe des „Modelmeeting“ hat den Charakter eines großen Events bereits erreicht und wird voraussichtlich auch 2005 wieder am ersten Wochenende im Juli stattfinden. Nicht nur die Piloten finden dabei ihr Vergnügen, auch die Zuschauer erleben mit der atemberaubenden Bergkulisse der Dolomiten und den Flugvorführungen beeindruckende Tage. Weitere Infos unter www.modelmeeting.it.


Florian Kronbichler
Fotos: Florian Kronbichler,
Cesare di Robertis


Einer der Experten der konventionellen Holzbauweise, Klaus Nietzer, zeigte den Nachbau des Lastenseglers „Me-320“

Ergebnisse:
„Veleggiatori“ (mind. 2,8 m)
1. Giuseppe Ghisleri (Zefir 4)
2. Renato Fornaciari (Sailen 2)
3. Giorgio Somenzi (Austria)

„Vintage“ (mind. 2,5 m)
1. Klaus Malek (L-Spatz 55)
2. Klaus Nietzer (Me-320)
3. Mauro Pinter (ULF E1)

„Super Veleggiatori“ (mind. 5 m)
1. Valentino Troian (Salto)
2. Friedrich Deffner (Duo-Discus)
3. Walter Prandelli (DG-1000)


Das Fluggebiet
Mit einer Höhe von ca. 2.300 m über dem Meeresspiegel gehört das Fluggebiet am „Colle del Mayer“ bereits zu den hochalpinen Segelfluggebieten. Die Startstelle für die Modellflieger liegt auf halber Höhe zwischen dem Hotel „Bellavista“ und dem Hotel „Col di Lana“. Es gibt genügend Parkplätze und Unterkünfte in der Nähe, sodass lediglich fünf Minuten zur Startstelle benötigt werden. Der Hang bietet meist ab Mittag sehr gute Flugbedingungen, wie man sie in den Dolomiten gewohnt ist. Bei konstantem Südwind trägt die Hangkante ausreichend, um die ersten Höhenmeter zu gewinnen, um sich dann auf Thermiksuche zu begeben. Dazu empfehlen sich Modelle mit großer Spannweite, um das ganze Gebiet großflächig nach Thermikbärten absuchen zu können. Auch für Flitschenstarts ist genügend Platz vorhanden. Die Landewiese ist ausreichend weiträumig um auch große Modelle problemlos und sicher landen zu können. Außenlandungen sind bis ca. 150 m unterhalb der Startstelle möglich, weiteres „Absaufen“ sollte man dann allerdings tunlichst vermeiden.

Erreichbar ist der „Colle del Mayer“ von Süden her über die Brennerautobahn Ausfahrt „Auer“, dann Richtung Cavalese, Predazzo, Moena, Vigo di Fassa, Canazei, Pordoipass. Von Osten her über Agordo (BL), Fedaiapass, Canazei, Pordoipass und von Norden über die Brennerautobahn Ausfahrt „Klausen“, durch das Grödnertal und über das Sellajoch in Richtung Pordoipass.


Hier geht es zur Artikel-Übersicht

Diesen Beitrag und noch viel mehr finden Sie in AUFWIND Ausgabe 1/2005

Das komplette Inhaltsverzeichniss 1/2005
Zur Heftbestelluwng bitte hier entlang.

© AUFWIND 2004