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Die
Idee, einen größeren Nurflügel zu bauen, kam uns beim
Nurflügeltreffen im Juni 2003 auf dem Schwarzenberg (Wiriehorn
im Diemtigtal). Unsere damaligen Modelle hatten eine maximale Spannweite
von 3 m. Wir haben nämlich in den Bergen immer wieder feststellen
müssen, dass wir mit den kleinen Modellen selten dort fliegen konnten,
wo eigentlich geflogen werden müsste, da man die Modelle bei größerer
Entfernung nicht mehr sehen konnte. |
Für die Bodenstarts
im F-Schlepp und die sanften Landungen wurden vorne ein 90-mm-Landerad
und hinten ein 60-mm-Landerad verbaut. Für die Kabinenhaube ergab
sich der Glücksfall, dass die Exemplare einer 3,75 m großen
Pilatus B-4 und die einer gleich großen ASK-18
verwendet werden konnten.Die Seitenleitwerke und -ruder sind eine Balsaleisten-Konstruktion,
mit Abachi beplankt und mit 25-g/qm-Glasgewebe verstärkt. Die Befestigung
erfolgt mit je zwei M4-Kunststoffschrauben seitlich am Mittelstück.
Die Seitenruder werden differenziert angesteuert. An Steuerfunktionen
wurden die zwei Seitenruder, ein Höhenruder im Mittelteil, Querruder
in den Außenteilen, doppelstöckige Landeklappen und eine
Schleppkupplung, beidseitig am Rumpf, installiert.
Die Bauzeit der Modelle zog sich von Oktober bis Mai hin. Auch gab es während der gesamten Bauphase nur sehr geringe Anpassungen gegenüber unseren gezeichneten Unterlagen. Mitte Mai war dann der erste Fauvel 2004, ausgestattet mit dem Kennzeichen HB-504, komplett und wurde auf einer Ausstellung gezeigt. Verbunden war die Präsentation mit einem Wettbewerb und der Frage: Aus wie vielen Einzelteilen besteht der Fauvel? Die richtige Lösung lautete: Der Fauvel besteht aus 855 Einzelteilen, ohne Fern-steuerung und Rudermaschinen. Das Fluggewicht betrug nun 8,5 kg, der Schwerpunkt wurde auf 105 mm festgelegt. Durch die Flügelfläche von 129,22 qdm entsprach die Flächenbelastung 65,78 g/qdm. Die Ruderausschläge wurden so groß wie nur möglich eingestellt. Das Höhenruder wird mit den Querrudern unterstützt. Die Neutralstellung der Querruder und des Höhenruders wurde auf -6 mm eingestellt. Für Querruder und Höhenruder sind starke Servos nötig. Wir suchten im Internet nach Anbietern von mindestens 7,5 kg starken Servos mit Metallgetriebe und Kugellager zu einem günstigen Preis und fanden sie schließlich bei Staufenbiel in Deutschland. ![]() Zwei baugleiche Fauvel-Nurflügel entstanden in einem Schweizer Gemeinschaftsprojekt Am 6. Juni war es dann so weit, der Fauvel 2004 sollte endlich in die Luft. Auf dem Flugplatz von Worb wurde der Fauvel standesgemäß im F-Schlepp von einem Pilatus Porter mit 80-ccm-Motor auf Höhe gebracht. Der Schlepp war absolut unproblematisch. Die Schleppkupplungen in Nasenleistenhöhe und etwa 15 cm vor dem Schwerpunkt, haben sich beim Schleppen mit einem V-Kabel bewährt. Beim Schlepp war auch kein Schlingern um die Hoch- und Querachse zu sehen. Nach dem Ausklinken aber wurde sichtbar, dass das Modell kopflastig eingestellt war. Auf die Querruder reagierte das Modell sehr schön. Die mussten aber noch ein wenig differenziert werden, da es bei Querruder auch noch eine Richtungsänderung einleitete. Auf Seitenruder reagierte das Modell perfekt, die stark differenzierte Einstellung der Seitenruder hat sich bewährt. Dann wurden die Landeklappen getestet, ohne negativen Befund, also momentenfrei. Auf die Landung waren alle sehr gespannt, nicht zuletzt wegen des vorherrschenden stürmischen Windes: Doch auch hier traten keine Probleme auf. Zwei weitere Flüge wurden gemacht und immer wieder Blei entfernt. Das Flugverhalten wurde immer besser. Inzwischen ist die Querruderdifferenzierung angepasst worden. Das Flugverhalten ist damit sehr gut, die Akrofiguren ergeben keine Probleme und die Abrissversuche sind abgeschlossen. Das Modell hat aus unserer Sicht keinerlei negative Eigenschaften, wenn man mal vom Gewicht absieht, das uns beim Fliegen in den Bergen noch Sorgen macht, aber im geeigneten Gelände bei guten Bedingungen kein Problem darstellt. Das Flugbild ist einzigartig. Und das Fliegen dieser beeindruckenden Maschine ist ein ganz spezielles Erlebnis, das mit dem Fliegen von ASW, DG etc. nicht vergleichbar ist. Eugen Obrecht,
Urs Sigel
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![]() Gleich bei den ersten Flügen zeigten sich die außergewöhnlichen Modelle von ihrer besten Seite |
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