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Begonnen hatte
alles im Spätherbst an einer Autobahnraststätte auf der A7
bei Kiel. Da traf ich die norwegischen F3B-Experten Espen Torp und Jo
Grini, die auf dem Rückweg von einem Trip in die Slowakei und der
tschechischen Republik einen Minivan voll GFK-Schalen mitbrachten. Wir
aßen Grünkohl, redeten über Neues und ich fuhr
mit einem kleinen Modell im Gepäck nach Hause. Das Modell ist
ein Unikum: Perfekt verarbeitet, auf Thermikflug getrimmt, mit 1.600
mm Spannweite, teilbarer GFK-Tragfläche, modisch hochgezogenen
Ohren. Der Majko drängt sich in die Lücke zwischen
edlen Hangflitzern und thermikhungrigen HLG. Auch wenn er mit der letzt
genannten Modellklasse die Auslegung für Thermik und ähnliche
Größe teilt, gibt es doch erhebliche Unterschiede: Die modernen
HLG werden nach dem Prinzip light & fast entworfen.
Die Leistung kommt aus der Kombination dünner und schwach gewölbter
Profile sowie niedriger Flächenbelastung. Denn ein HLG muss in
bodennahen Thermikblasen eng kreisen können und gleichzeitig wenig
Widerstand in der Wurfphase bieten. Ein Elektrosegler in der gleichen
Größe hat per Definition mehr Flächenbelastung. Damit
steigt die Fluggeschwindigkeit also der Kreisdurchmesser beim
Kurbeln, aber auch die Penetriermöglichkeiten. Unser Majko
wird also die Luft oberhalb der HLG für sich beanspruchen, weil
da die Bärte sich schon ausgebildet haben, größer sind
und unser Fliegerchen sich darin wohler fühlt. Mit Elektroantrieb
kommen wir auch leichter in diese Ausgangshöhe. Und weil wir höher
und schneller sind, werden wir auch weiträumiger fliegen können.
So weit die Überlegungen zum Einsatzspektrum.
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Exklusiv für die AUFWIND-Leser habe ich hier einen Acht-Punkte-Plan aufgestellt, wie man zum wirklich flugfertigen Modell kommt: Nachdem die Servos mit Power-Strip eingeklebt und die Anlenkungen eingeklinkt wurden, geht es an den Antrieb: Bis vor nicht allzu langer Zeit hätte man nicht viel nachgedacht und einen 400er-Getriebeantrieb eingebaut. Dafür ist der Majko auch ursprünglich ausgelegt. In aktuellen Zeiten der kleinen Brushlessmotoren und LiPo-Zellen ist die Wahl nicht so einfach. Die Zeit, die beim Surfen im Internet und dem Zusammenstellen der Komponenten benötigt wird, ist länger, als der Zusammenbau des ganzen Modells. In meinem Majko werkelt eine Plettenberg/Schulze-Kombination: Der kleine Typhoon 15/10-Außenläufer (74 g) dreht einen 11x7-Propeller im Direktantrieb. Zum Einbau des Motors jedoch müssen die Bohrlöcher im Rumpfspant angepasst werden. Als Spinner kommt bei mir ein Mitbringsel von einem Tschechien-Trip der Firma MPjet zum Einsatz. MPjet ist ein Hersteller von hochwertigen Beschlägen und kleinen Motoren. In den meisten Bausätzen aus Tschechien finden sich Beschlagteile dieses Herstellers. Der Spinner passt perfekt zum Modell. Mit einem Akkupack mit acht Zellen Sanyo N-500AR ließ sich der korrekte Schwerpunkt einstellen, also ab zur Flugwiese. Der Motor lief sanft mit etwas Verzögerung an und das Modell stieg mit etwa 55 Grad in den Himmel. Die hohe Steiggeschwindigkeit hat mich überrascht. Angenehm auch das leise Summen des getriebelosen Antriebes. Nach etwa acht Sekunden konnte ich den Motor ausschalten und auf Thermiksuche gehen. Der Majko benimmt sich auf Anhieb anständig und reagiert gut auf Ruder. Beim ersten Einkreisen werden Wurfmäusle-Nostalgien wach. Die hochgezogenen Ohren kommen voll zu Geltung. Im Thermikbart fühlt sich Majko wie ein Fisch im Wasser. Er zieht seine Kreise, als ob er nichts anders gemacht hätte. Wird der Schwerpunkt um einige Millimeter nach hinten genommen, muss das Modell im Kreisflug nicht einmal mehr mit den Querrudern abgestützt werden, der Kreisdurchmesser lässt sich dann alleine mit dem Höhenruder variieren. Im Geradeausflug schaukelt Majko leicht um die Längsachse hier merkt man halt die Ohren. Die von ET-Air angegebenen Ausschläge sorgen für einen lebendigen Flugstil. Wird ruhig nach Thermik Ausschau gehalten, reduziere ich die Ausschläge, so lässt sich das Modell präziser steuern. Im Landeanflug werden die Querruder hochgestellt. Wichtig sind sie aber auch bei böigem Wetter, man ist froh, in einem Meter Höhe noch direkt gegensteuern zu können. Außerdem macht es Spaß, die gewonnene Höhe mit Akrofiguren abzubauen. So lang die Thermikflüge sind, so kurz sind die Motorlaufzeiten. Die spektakuläre Steigleistung wird mit einem ordentlichen Stromhunger erkauft, länger als 90 Sekunden läuft der Motor nicht. Also wurden statt der acht Zellen N-500AR zwei 3,7V-Konion-LiIon-Zellen von Kontronik angeschlossen. Der kleine Schulze-Regler sorgt hier für die nötige Abschaltung. Die LiIon-Zellen haben bei nur halbem Gewicht die doppelte Kapazität. Vom Umgang her unterscheiden sie sich dagegen nur wenig gegenüber herkömmlichen NiMH-Akkus, haben ein Metallkleid und werden etwa eine Stunde geladen. Jetzt liegen unter Last nur noch sechs Volt am Motor an, bei geringerem Strom und einem um 70 g leichteren Modell. In der Luft äußert sich das durch einen etwas flacheren Steigwinkel, was aber durch die wesentlich längere Motorlaufzeit mehr als ausgeglichen wird. Der Majko fliegt auch leichteren Fußes, wird deutlich langsamer und lässt sich damit noch besser kreisen. Optimal fliegt sich das Modell aber bis etwa dreieinhalb Windstärken. Wird es mehr, quält es sich. Ich habe aber auch schon Fotos gesehen, die zeigten, wie mit Majko DS am Waldrand geflogen wird! ![]() Majko ist ein süßes Feierabend-Fliegerchen, sehr thermikorientiert, zudem perfekt verarbeitet und mit unkritischen Flugeigenschaften. Das zusammengelegte Modell hat auch nur einen Meter Länge, ist 18 cm breit und 5 cm flach, passt wohl auch in jede Hutablage. Und mit den modernen und preislich erschwinglichen BL-Motoren und LiIon-Zellen bekommt man einen hoch effizienten und leichten Antrieb. Viktor
Drzenieks
![]() Die Tragflächenhälften
werden mit einem Flachstahl verbunden und am Rumpf angeschraubt. Die
Aluminiumverstärkung des Schraubloches ist Serie
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![]() Majko in der Thermik, da fühlt sich unser Nesthäkchen am wohlsten |
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