Als großer Fan von Parkflyern wollte ich nun mal so ein Modell selbst bauen. Flugbild und -eigenschaften meiner „FW-190“ von Flying Styro Kit begeisterten mich immer wieder aufs Neue. Und da die „Me-262“ schon immer auf meiner Wunschliste stand, entschloss ich mich, genau diese Maschine selbst zu bauen.

Die Eckpunkte standen schnell: 90 bis 100 cm Spannweite und nicht schwerer als 800 g. Mir war sofort klar, dass nur Balsa und Depron als Baumaterialien verwendet werden konnte. Im Internet fand ich eine Dreiseitenansicht. Die Spanten wurden als Halbspanten hergestellt. Unten habe ich sie durch eine Balsa-Dreikantleiste und oben mit einer 5x5-mm-Vierkantleiste verbunden, beziehungsweise verklebt. Die Rumpfspitze wurde aus Baustyropor grob ausgesägt und mit 180er-Schleifpapier in Kontur gebracht. Nachdem dann der ganze Rumpf noch mit 2-mm-Balsa beplankt wurde, habe ich die Rumpfnase noch mit einer 80-g/qm-Glasfasermatte verstärkt. Damit später der Schwerpunkt passt, habe ich einen Akkuschacht in die vorderen Rumpfspanten eingesetzt, großzügig dimensioniert, um den Akku noch verschieben zu können.

Nachdem beide Rumpfhälften erstellt waren, mussten sie nun zusammen geklebt werden. Das war eigentlich nicht so schwer. Da aber beide Hälften beim Beplanken angefeuchtet wurden, wiesen sie nun einen leichten Verzug auf. Mit etlichen Klammern und Stecknadeln gelang es mir dann doch, die Rumpfhälften gerade und symmetrisch zusammen zu bringen. Nun sah das auch schon langsam nach einer „Me-262“ aus. Seiten- und Höhenleitwerk schließlich wurden aus 6-mm-Depron geschnitten und stumpf auf den Rumpf geklebt.

Die Tragfläche habe ich zweiteilig aus 3-mm-Depron geschnitten, mit gerader Unterseite und innen mit 2-mm-Balsa beplankt. Danach wurde im ersten Drittel der Unterseite ein 6x20-mm-Holm eingeklebt. Dieser Holm verringert sich in der Höhe von der Wurzel bis zum Randbogen von 20 auf 6 mm. Im Anschluss habe ich die Flächenoberseite von der Nasenleiste über den Holm gewölbt und anschließend verklebt. Vor dem endgültigen Verschließen musste noch das Querruderservo eingebaut werden.

Als alles getrocknet war habe ich den Flügel mit einem Holmverbinder aus Aluminium verbunden und das Querruder heraus getrennt. Jetzt musste nur noch das Servogestänge eingehängt und das Querruder mit Tesafilm anscharniert werden.

Die 300er-Elektroimpeller habe ich aus der „A-10“ von GWS „ausgeliehen“. Zufällig passten sie exakt in die „Me-262“. Als Triebwerksgehäuse verwendete ich eine 0,5-l-PET-Flasche. Die Impeller wurden dann zusammen mit 8x8-mm-Dreikantleisten am Flügel befestigt. Der Flügel selbst wird mit einem Dübel und einer Befestigungsschraube montiert.

Das flugfertige Modell wog nun mit acht 1050er-Zellen 690 g. Jetzt konnte es losgehen. Ich glaube, so nervös war ich zuletzt bei der Geburt meines zweiten Kindes. Passt der Schwerpunkt? Die EWD? Die Ruderausschläge? Nach zwei Beruhigungszigaretten lief ich dann mit dem Modell los und schubste es leicht in den Wind. Ich konnte kaum glauben, was ich sah: Die „Me-262“ flog. Zwar nicht sehr schnell, aber äußerst wendig. Das Flugbild war von Beginn an faszinierend. Auch die Überzieheigenschaften konnten gefallen.


Die eleganten Formen des klassischen Düsenjägers wurden gut getroffen · Die Flugeigenschaften sind ohne Fehl und Tadel


Flugbild und das Laufgeräusch lassen Jetfeeling aufkommen


Nach einigen Eingewöhnungsrunden wollte ich noch einmal im schnellen Überflug vorbeirauschen. Die aufgenommene Fahrt und das Impellergeräusch waren schon richtig Jet-like. Als ich nach vier Minuten ans Landen dachte, kamen zwei Zuschauer auf mich zu. Bevor sie neben mir standen, war das Modell vollends gelandet. Ich war überglücklich und hätte die beiden fremden Passanten am liebsten umarmt. Das war ein wirklich gelungener Erstflug!

Im Laufe der weiteren Flugerprobung konnte ich keine Unarten feststellen. Alles war okay. Die Arbeit hat sich gelohnt, das Depron/Balsa-Konzept ist voll aufgegangen.

Markus Maas



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