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Über fünf
Stunden auf schnee- und eisbedeckten 250 km Autobahn von Nürnberg
nach Ettlingen! Das zehrt einerseits tüchtig an den Nerven, bietet
aber auch die Gelegenheit, sich über die besuchte Spielwarenmesse
seine Gedanken zu machen. Schöne Modelle gab es wieder, interessantes
Zubehör und lockere Gespräche auf den Gängen und an den
Ständen.
Gezeigt wurden für den Motorflieger wieder eine Vielzahl von
mehr oder weniger vorbildgetreuen ARF-Modellen und für den Elektroflieger
eine ganze Reihe von Elektroseglern und kleinen Motormodellen aus geschäumtem
Material. Und für den Segelflieger; ja was wurde ihm angeboten?
Hätte es nicht die Vorstellung des Prolution 4004 von
Simprop gegeben, wäre der Segelflug auf dieser Spielwarenmesse
wohl völlig abstinent geblieben. Überlassen die Großen
dieses Spielfeld jetzt endgültig den Direktlieferanten? Immerhin
gab es noch eine Reihe von Zubehörprodukten, die zwar auch vornehmlich
die Gunst des Elektrofliegers ansprachen, dem Segelflieger aber oftmals
ebenso dienlich sein können. Somit war es gar nicht so leicht,
für den AUFWIND-Leser an dieser Stelle das aus den vergangenen
Jahren gewohnte Potpourri an interessanten Neuheiten der Nürnberger
Spielwarenmesse zusammenzustellen natürlich in rein subjektiver
Auswahl, die zudem keine Wertung darstellt und keinen Anspruch auf Vollständigkeit
erhebt:
Prolution 4004
Der neue Edelgleiter aus dem Hause Simprop hat sie schon im Namen,
die Spannweite dieses Zweckmodells beträgt 4.004 mm. Außerdem
enthält der Name den klaren Hinweis auf Designelemente vergangener
Topseller aus dem gleichen Hause, nämlich der Solution-Reihe.
Profiliert ist das schöne Modell mit einem HQ/W-Profil,
als Fluggewicht werden ab 4.400 g für die Segler- und
ab 5.000 g für die Elektrovariante mit 14 Zellen angegeben.
Viele nette Details haben sich die Entwickler ausgedacht: Landerad,
Schwerpunktmarkierung, Anti-Rutsch-Sicken für einfachen Handstart
und in der Seglerversion eine eingebaute Schleppkupplung. Erhältlich
ist das Modell wahlweise als Elektro- oder Segelvariante, zudem kann
der Kunde zwischen rohbaufertiger Version ohne Wölbklappen (495,-
Euro) und einer dreifarbig bespannten Version mit Wölbklappen (689,-
Euro) wählen.

Prolution 4004
Aero-Master
Back to the Roots wird man sich bei Aeronaut mit der Entwicklung
des 2.500 mm großen Elektroseglers gedacht haben: T-Leitwerk,
Druckmotor am Ende eines Pylons über der Tragfläche - das
hatten wir doch schon mal? Genau, der neue Aero-Master stellt
eine Weiterentwicklung des legendären Aerofly dar.
Mit einem MH-32-Profil versehen, soll das ca. 1.750 g leichte
Modell mit bürstenlosen actro-Motoren und acht Zellen bis zu 15
m/sec. steigen. Die Tragfläche ist rohbaufertig in Rippenbauweise
erstellt, der GFK-Rumpf weiß eingefärbt und kosten soll der
über zwei Achsen gesteuerte Elektrosegler 229,- Euro.

Aero-Master
GWS-Servos
Neue Servos braucht das Land, dachte man sich bei Kyosho und stellte
ein neues Sortiment von Servos aus dem Hause GWS vor. Sie werden als
IG-Linie als Marke etabliert und umfassen 26 Servotypen
von 4,3 g und 4 Ncm bis 190 g und 270 Ncm. Mit Ausnahme des kleinsten
Servos werden alle mit Aluminium-Servohebel ausgeliefert. Auch eine
eigene Internetseite hat man bei Kyosho für die Servos eingerichtet:
www.gws-rc.de

GWS-Servos
Elektro-Kompaktklasse
Endlich mal wieder ein echter Hochleistungssegler mit Hilfsantrieb,
freuten sich viele Besucher am Graupner-Stand, als sie den Soarmaster
Compact sahen. Das 3.200 mm große Modell stellt ganz schlicht
die elektrifizierte Form des erfolgreichen F3J-Modells dar. Und warum
die Zusatzbezeichnung Compact? Weil Graupner zur Elektrifizierung
die firmeneigenen Compact-Außenläufer vorsieht.
Das Internetgerücht, dass es sich beim neuen Soarmaster Compact
wegen der Namensgebung um ein kleineres Modell handelt, ist also hiermit
widerlegt!
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Uups ... noch
ein Segler!
Da hätten wir doch fast einen Hangsegler übersehen, Ninja
des Namens und bei Kavan am Stand. Das 1.473 mm große Modell kommt
von dem amerikanischen Mutterkonzern SIG, hat ein typisch amerikanisches
Design, wiegt ab 850 g und soll mit bis zu 450 g aufballastiert
werden können.

Ninja
Micro-Ju
Des Berichterstatters erklärter Liebling der ganzen Veranstaltung
war die kleine Ju 52/3m bei Graupner. Treue AUFWIND-Leser kennen die
4,85 m große Variante des Autors. Das kleine Modell aus Styropor
hat dagegen nur 75 cm Spannweite und wiegt flugfertig ca. 180 g. Ausgestattet
ist die kleine Ju mit drei Mikromotörchen und braucht zwei 650-mAh-LiPo-Akkus
zum Fliegen. Und als besonderen Clou haben die Formenbauer auch gleich
eine Wellenstruktur angeformt.

Ju 52
Back in Germany
Weg vom Import, hin zur eigenen Produktion so die Maxime der
neuen Kora-Außenläufermotoren von Kontronik.
Drei Baugrößen werden bis dato angeboten: Kora 10,
Kora 15 und Kora 20, jeweils in sechs Leistungsabstufungen.
Ein integrierter Lüfter in allen Motoren sowie die dreifache Kugellagerung
machen die Motoren ideal für den Langzeitbetrieb von LiPo-befeuerten
Motor- und Hubschraubermodellen.

Kora-Außenläufermotor
Depron in Vollendung
Für die Freunde des gepflegten Elektro-Motorfluges gab es bei Kavan
noch etwas Besonderes zu sehen: Esprit VF-II, der Nachbau
eines 6 m großen Rennflugzeuges eines Schweizer Konstrukteurs.
Das Modell ist aus Depron gefertigt und soll sich bereits mit einem
600er-Getriebemotor mit acht Zellen fliegen lassen. So richtig in Schwung
kommt der Renner aber bestimmt erst mit dem ebenso angegebenen Himax-
oder Flyware-Motor.
Soweit die Auswahl. Weitere Neuheiten gibt es in der nächsten Ausgabe
sowie in Kürze bereits in aktuellen Testberichten der ersten Modelle.
Messesplitter
Franken Modellbau, erstmals mit einem Stand in der Haupthalle
dabei, präsentierte sich unter dem neuen Eigentümer Spiel-Mobil
GmbH. Große Erwartungen weckte Inhaber Roland Stelzner im Gespräch
mit AUFWIND. Eine Vorahnung gab es durch die Ankündigung einer
Ka-1 mit 2.300 mm Spannweite in Holzbauweise.
Pichler Modellbau aus Eggenfelden war auch in Nürnberg,
jedoch gut versteckt inmitten anderer Sortimente in der so genannten
NEC, dem New Exhibitor Centre, einer neuen Institution für Erstaussteller.
Für die nächste Spielwarenmesse aber hofft man bei Pichler
auf einen Platz bei den anderen.
Das französische Unternehmen Air Loisiers war bis dato auf
dem deutschen Markt nicht wirklich bekannt. Umso wichtiger, dass es
mit Dieter Wörner, einem ehemaligen Multiplex-Mann, einen erfahrenen
Vertriebsmann an Land gezogen hat, der nun den Einstieg in den deutschen
Markt vorbereitet. Sehr gelungene Motormodelle gleichwohl für
Elektro- wie auch für Verbrennermotoren sind die Spezialität
der Franzosen.
Eine NiMh-Zelle mit 3.700 mAh wurde am Stand von LRP gezeigt.
Im Katalog ist die Zelle im Six-Pack für die RC-Car-Fahrer und
auch als Einzelzelle erhältlich. Und nach Aussage des Unternehmenssprechers
soll sie in jedem Fall mit 50 A belastet werden können.
Die bürstenlosen Außenläufer haben endgültig
die Angebotspalette der großen Unternehmen erreicht: Bereits vor
zwei Jahren stellte Graupner seine ersten Compact-Motoren
vor, diese Palette wurde nun nach oben mit einem 30-V-Motor Compact
850 und nach unten mit einem 7,2-V-Motor Compact 160
abgerundet. Doch auch bei Multiplex waren Außenläufer zu
sehen, ebenso bei REM und bei Jamara.
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