Eute Ideen und Konzepte zeichnen sich dadurch aus, dass sie kopiert oder zu Selbstläufern werden. Letzteres war durchaus Hauptziel der Initiative von DMFV-Großseglerreferent Walter Peter und AUFWIND mit der Veranstaltung von Meetings für Semi-Scale- und Scale-Großsegler, deren Originale bis etwa 1970 gebaut wurden. Absicht der Initiatoren war es, quasi Geburtshelfer zu sein und dadurch Modellflugvereine zu animieren, solche Treffen in Eigenregie zu organisieren, um der immer größer werdenden Anzahl von Oldtimer-Modellseglerpiloten die Möglichkeit zur Präsentation und zur Fachsimpelei zu geben. Weiteres Ziel war und ist es, Modellflugpiloten die neu in die Oldtimer-Szene einsteigen wollen, ein Umfeld zu bieten, wo sie sich zwanglos mit „Experten“ unterhalten können.

Nach der ersten und zudem äußerst erfolgreichen Veranstaltung auf dem Wächtersberg im Mai 2003 (siehe AUFWIND 6/2003) veranstaltete die Modellfluggruppe Wächtersberg im Mai 2004 in eigener Regie ein Oldtimerseglertreffen, ebenfalls mit großem Erfolg und vielen Teilnehmern.

Der DMFV musste 2004 nicht lange nach einem Ausrichter für die zweite Auflage seiner Veranstaltung suchen. Der Modellflug-Sportklub „Luftschwärmer“ in Aarbergen-Kettenbach, zwischen Wiesbaden und Limburg, erklärte sich spontan bereit, sein Modellfluggelände zur Verfügung zu stellen. Also trafen sich bei idealen Wetterbedingungen am 26. und 27. Juni rund 50 Piloten mit über 80 herrlichen Nachbauten aus der Holzära, beziehungsweise dem Beginn der GFK-Zeit des Segelfluges. Die „Luftschwärmer“ boten ein mehr als perfektes Umfeld für die Teilnehmer, angefangen von Stellplätzen für Zelte und Wohnmobile, über ein geräumiges Küchen- und Essenszelt mit hervorragender Verpflegung, bis hin zur Lautsprecheranlage und einem fast englischen Rasen auf der Start- und Landebahn. Erfahrene Schlepp-Piloten mit stark motorisierten Schleppflugzeugen konnten ebenfalls für die Teilnahme gewonnen werden.


Ein „Sperber-Junior“ von Gewalt wartet auf den Start. Dieses Modell war gleich mehrmals vertreten


Besonderer Dank gilt den zahlreichen Schlepp-Piloten, ohne die ein Segler-Meeting undenkbar ist. Besonders erfreulich war, dass mit dem 15-jährigen Robin Day und seiner „Wilga 2000“ von Rödel auch der Nachwuchs bei den Schlepp-Piloten vertreten war

Schnittige Segelflugzeuge mit jetähnlichem Aussehen waren typisch für die polnischen Hersteller in den 60-er Jahren. Hier ein Nachbau des „SZD-21-2B Kobuz-3“ (Original Erstflug 1964). Das Modell wurde von Dominik Georg geflogen

An beiden Tagen herrschte bereits am frühen Morgen reger Flugbetrieb. Die Oldtimermodelle hoben sich durch ihre Farbenvielfalt wohltuend vom „Einheitsweiß“ der Nachbauten heutiger Kunststoffsegler ab. Hier ein in grüner Tarnfarbe nachgebauter Lastensegler aus den 30-er Jahren, dort ein filigraner Nachbau des Schulgleiters „SG-38“ neben einem sonnenblumengelben Oldtimer eines Vorbildes aus der Schweiz. Und welcher Seglerfreund gerät nicht in Verzückung beim Anblick einer vom Sonnenlicht durchfluteten Tragfläche in Rippenbauweise?

Ein besonderes Erlebnis war der Erstflug von Bernd Straßburgers „SG-38“ im Maßstab 1:2 – siehe auch den ausführlichen Bericht in dieser AUFWIND-Ausgabe. In nächtelanger Arbeit konnte er dieses Modell gerade noch rechtzeitig zu diesem Treffen fertig stellen.

Welche Vielfalt in den ersten Jahrzehnten der Segelfluggeschichte entstanden ist, zeigte die DMFV-Veranstaltung eindrucksvoll. Als Anreiz für die Teilnahme an den „Segler-Classics“‚ erfolgte während des Treffens eine subjektive Bewertung der Modelle und der gezeigten Flüge. Bewertet wurden die Bauausführung und die typgerechte Präsentation des Modells. Die Teilnahme war jedem Piloten freigestellt. Die ersten Plätze belegten Ronald Kling mit dem „Condor IV“ von Franz Finnes, dann Michael Wenzel mit seinem „DFS-230“-Lastensegler, Adolf Geier mit der „Ka-6cr“ und schließlich Dominik Georg mit seinem „Kobuz-3“. Als Preis erhielten diese Piloten jeweils ein AUFWIND-Jahresabonnement.

Die „Segler-Classics“ bereiteten den teilnehmenden Modellflugpiloten und den Zuschauern jede Menge Spaß und für das Jahr 2005 Grund genug, mit einem Oldtimer-Nachbau wieder dabei zu sein. Die 3. DMFV-Segler-Classic findet am 3. und 4. September auf dem Segelfluggelände in Bietigheim-Löchgau statt.

Redaktion Großsegler

Auch Nachbauten der ersten Generation von GFK-Konstruktionen, wie hier die „ASW-15B“‚ (Erstflug 1968) von Airworld, gehören zu den Oldtimern für die „Segler Classics“

Perfektes Umfeld, hervorragende Wetterbedingungen und perfekte Oldtimer-Modelle – hier „Ka-6E“ und „Weihe“ vor einer „Wilga“-Schleppmaschine – machten das Oldtimer-Meeting im Taunus zum unvergesslichen Erlebnis

Die außergewöhnlichen Nachbauten, wie hier der Lastensegler „DFS-230“‚ (Spannweite 5,10 m, Gewicht 14 kg) von Michael Wenzel, gehörten zu den Highlights


Hier geht es zur Artikel-Übersicht

Diesen Beitrag und noch viel mehr finden Sie in AUFWIND Ausgabe 2/2005

Das komplette Inhaltsverzeichniss 2/2005
Zur Heftbestelluwng bitte hier entlang.

© AUFWIND 2004