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Eine unbekannte
Schmiede aus fernem Lande bietet seit Anfang des Jahres ein für
Aufsehen sorgendes Modell in der beliebten 1,3-m-Kunstflugklasse an.
Dass diese Konstruktion den Firmennamen Zero Gravity verdient, bewiesen
im Frühjahr auftauchende Videos im Internet aus Übersee. Optik
und dargestellte Flugeigenschaften weckten sofort mein Interesse. Sechs
Monate später war die "Raven" auch in Deutschland gelandet.
Powerbox-Systems hat dieses Modell früh in die Produktpalette aufgenommen.
Auf der Messe in Dortmund wurden nach einem Gespräch mit dem Fimeninhaber
Modell und die benötigten Komponenten gekauft.
Und plötzlich war das Paket da! Alles sicher eingepackt und
einzeln eingeschweißt. Die Qualität der gelieferten Teile
echt Spitze. Die große getönte Kabinenhaube und der "bullige"
Rumpf lassen das Modell erwachsener wirken. Hier hat der Vertreiber
nicht gespart, sondern mitgedacht! Edle CFK-Ruderhörner, ein Hecksporn
aus Aluminium, qualitative Anlenkungsteile und sogar Klettband zur Akkubefestigung
lassen Spaß beim Bau aufkommen. Das Foliendesign ist wie lackiert.
Und die Teile ergaben auf der Waage ein Leergewicht mit allen Anlenkteilen
von 732 g ein sehr guter Wert.
Der Bau des Modells beschränkte sich auf wenige Arbeitschritte:
Seiten- und Höhenruder ausrichten und mit dem Rumpf verkleben.
Die vorgesehenen Scharniere habe ich mit Sekundenkleber eingesetzt,
die Schlitze waren schon vorgefertigt. Der Haubenrahmen wird von vier
starken Magneten am Rumpf gehalten. Der Motordom machte ebenso einen
stabilen Eindruck und hat bis heute auch keine Statikschwächen
gezeigt. Die Kanten habe ich an allen Seiten leicht angeschliffen, dann
passte der Motordom mit ein wenig Spannung in seine Halterung. 24-Stunden-Harz
gewährleistet hier eine gute und vor allem dauerhafte Verklebung.
Die GFK-Motorhaube wird mit vier Schrauben gesichert, ist schön
lackiert und auch die Ausschnitte waren bereits sauber ausgefräst.
Sicher, man könnte so eine Motorhaube auch leichter bauen. Aber
nicht für diesen Preis bei der Stückzahl. Das Fahrwerk besteht
aus zwei Aluminiumschenkeln. Die Radschuhe habe ich jeweils mit 2x8-mm-Blechschrauben
gegen Verdrehen gesichert und die Fahrwerksbeine mit zwei M3-Stahlschrauben
an den Rumpf geschraubt. Später in der Praxis zeigte das keine
Schwachstellen und konnte nach härteren Landungen auch nachgebogen
werden.
Noch im Keller habe ich das Modell kurz zusammengesteckt und die Flächen
mit einer Flügelschraube am Rumpf gesichert. Die Einleitung der
Kräfte übernimmt ein leichtes 10-mm-CFK-Steckungsrohr. Mit
hängenden Ruderklappen stand die "Raven" nun das erste
Mal vor mir. Einfach nur schön! Der Anblick motivierte mich zum
zügigem Weiterbauen.
Die eingesetzten Hitec-Servos "HS-65HB" passten sauber in
die von der Bügelfolie befreiten Rahmen. Die Servokabel mussten
natürlich noch entsprechend verlängert werden. Hier kann durch
Kupferlackdraht Gewicht gespart werden. Ich bevorzuge allerdings die
sichere Methode mit verdrilltem Kabel. Dann noch Ruderhörner einkleben,
die Servohebel auf neutral stellen, den Stahlverbinder einfädeln
und mit einer Madenschraube fixieren. Fertig waren die spielfreien Anlenkungen
von Höhen- und Querruder. Die möglichen Maximalausschläge
lassen keine Wünsche offen. Das Seitenruder wurde mit Stahllitzen
angelenkt. Das Spannen der Seile ist dank der Gewindestangen ein Kinderspiel.
Das ebenfalls angelenkte Spornrad wurde durch eine Aluminiumführung
verstärkt.
Kommen wir zum Antrieb: Ein Kontronik-Motor "Kora 15-14" mit
einem 55-A-"Jazz"-Regler aus gleichem Hause wurde auserwählt.
Das starke BEC-System versorgt spielend die vier Servos. Ein vorgewärmter
3s-"Thunderpower"-LiPO-Akku mit 2.200 mAh liefert ohne Probleme
die geforderten 45 A Vollgasstrom. Der Motor dreht den 14x8-Propeller
mit knapp 6.000 U/min. Der Antrieb befindet sich damit im oberen Grenzbereich,
eine gute Kühlung ist also zwingend erforderlich. Ein "Axi
2820-14"-Motor oder auch ein Hacker-"A30 14L" wären
ebenfalls gute Alternativen für diese Modellgröße und
Gewicht.
Nun also stand die neue "Raven" mit 1.237 g Abfluggewicht
auf der Bahn. Die Ausschläge wurden für zwei Flugphasen programmiert.
Der Schwerpunkt lag bei 94 mm ein Kompromiss für 3D und
Kunstflug. Bei solchen Modellen gibt es beim Erstflug normalerweise
keine bösen Überraschungen mehr. Innerhalb von fünf Flügen
waren die Ausschläge den Flugphasen angepasst. Das Modell zeigte
bei ruhigem Wetter sein volles Potenzial! Hier setzte eindeutig der
Pilot die Grenze. In meinen Augen ist das Modell ein gelungener Spagat
aus einem F3A- und einem 3D-Modell. Starten und Landen auf einem gepflegten
Rasen ist natürlich kein Problem, das Fahrwerk und die kleinen
Räder bevorzugen an sich aber lieber eine Asphaltbahn. Turns gelingen
sehr langsam, am Randbogen festgetackert. Auch die Basisfiguren gehen
leicht von der Hand. Selbst das Torquen ist mit dem Modell relativ einfach
und wird durch das Design noch unterstützt.
Fakten
"Raven 49"
Elektro-Motorkunstflugmodell
Spannweite: 1.230 mm
Rumpflänge: 1.100 mm
Fluggewicht: 1.250 bis 1.360 g
Motor: "Kora 15-14", Kontronik
Regler: "Jazz 55-6-18", Kontronik
Flugakku: Thunder-Power 2.200 mAh, Hacker
Schwerpunkt: 93-95 mm
Preis: 185,- Euro
Bezug bei Modellbau Deutsch,
Tel. 0906/22559,
www.modellbau-deutsch.com
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Ein schmucker Flieger!

Zwecks besserer Kühlung wurden die zwei Lufthutzen unter die
Motorhaube gebaut. Der Kontronik-Motor erwies sich als idealer Antrieb
Generell sieht
die "Raven" in der Luft super aus und vermittelt bei langsamen
Flugfiguren nicht den Eindruck, nur 125 cm Spannweite zu fliegen.
Das leise dumpfe Rauschen der Luftschraube in Abwärtspassagen
ist natürlich das "I"-Tüpfelchen. Im Messerflug
sind nur leichte Tendenzen zum bauchseitigen Eindrehen erkennbar.
Die Roll- bzw. Snaprate und die Langsamflugeigenschaften sind ebenso
beeindruckend. Stabil und ohne nervöses Wackeln fliegt das
Modell im Sackflug über den Platz, die hohe, aber sehr gut
zu dosierende Rollrate hilft in engen Rollenkreisen. Der Respekt
zur Flughöhe nimmt kontinuierlich ab, da das Modell absolut
sauber am Knüppel hängt. Die Flugzeit ist abhängig
vom Flugstil. Zum Hoovern reicht Halbgas. Bei Vollgas beschleunigt
das Modell sicher und schnell aus der Tourqerolle.
Die Antriebskomponenten werden im Betrieb nur lauwarm. Nach rund
sieben Minuten Powerprogramm ist der Spaß zwar zu Ende, jedoch
reicht die Zeit aus, um das Gehirn genügend zu fordern. Bei
böigem Wetter fliege ich mit einem schwereren 3s-Pack 3.200
mAh von Kokam. Das Mehrgewicht merkt man natürlich in der Wendigkeit,
auch meide ich in dem Fall hart gerissene Figuren. 13 Minuten weiche
Flugzeit sind aber trotzdem besser als am Platz zu stehen und Petrus
zu beschimpfen. Wer viel Flugzeit anstrebt, könnte auch vier
"A123"-Zellen mit gewissen Kompromissen einsetzen.
Alles Gold, oder? Fast! Denn besser verarbeitete Radschuhe und ein
CFK-Fahrwerk würde ich mir wünschen. Die "Raven"
ist aber jeden Cent wert und bietet eine gelungene Abwechslung in
dieser beliebten und auch finanzierbaren Kunstflug-Größenklasse.
Jens
Göbel

Alle Anlenkungen, hier ein Querruder, sind kurz und präzise
so soll es sein!

Absolute Leichtbauweise zeichnet das Modell aus. Der Flugakku verliert
sich fast zwischen den Verstrebungen
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