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Fast schon schien
verloren, was Generationen von Flugmodellbauern als selbstverständlich
ansahen: Der Start in das neue Hobby erfolgt mit einem aus Holz gebauten
Flugmodell. Denn das Aufkommen geschäumter Flugmodelle mit all
ihren Vor- und Nachteilen brachte eine Generation neuer Flugmodellbauer
hervor, die, so scheint es, mit dem Werkstoff Holz nichts anfangen können
oder wollen. |
![]() Grüner
Flieger in grüner Wiese. Der Rocky ist ein handlicher
Elektrosegler für jeden Tag und zu jedem Anlass
Zwei 9g-Servos werden für die Ansteuerung von Seiten- und Höhenruder eingesetzt. Die Stahldrähte für die Anlenkung sind bereits einseitig gekröpft und werden am Servo mit Gestängeanschlüssen fixiert eine gängige und funktionale Lösung. Der erfahrene Modellbauer kröpft die Drähte auch servoseitig passend ab und stellt (s)eine kleine Ungenauigkeit mit dem Mittentrimm des Senders ein. Der Ausschnitt im Servobrettchens ist in der Länge ein wenig knapp geraten, kann aber mit einem scharfen Messer problemlos nachgeschnitten werden. Ein nicht allzu kleiner Empfänger findet seinen Platz unter der Akkurutsche und kann dort mit ein wenig Schaumstoff festgestopft werden. Für den Antrieb des Modells wird ein 400er-Motor mit 7,2 Volt Nennspannung empfohlen. Mit sieben Zellen 600 mAh NiCd, 1.100 mAh NiMh oder zwei LiPo-Zellen 1.500 mAh ist das ein ausreichendes Kraftwerk für das kleine Modell und zudem sehr preisgünstig. Der Motorspant ist für den 400er-Motor exakt passend gebohrt. Auch an die Lüftungsschlitze wurde bei Aeronaut gedacht. Optisch gewöhnungsbedürftig dagegen ist die viereckige Rumpfform am Motorspant, die so gar nicht zum runden Spinner passen will. Doch hier den Ästheten zufrieden zu stellen, würde einen erheblichen Produktionsaufwand bedeuten, was sich auf den Preis auswirken würde. So muss der jeweilige Rocky-Besitzer selbst entscheiden, wie es ihm gefällt. Sein Fachhändler wird ihm sicherlich ein paar Spinner-, Mittelteil- und Luftschraubenalternativen vorschlagen können. Direkt unter der Kabinenhaube findet schließlich der Regler mit BEC sein Plätzchen. Und der Flugakku (7x HeCell 1.100 mAh NiMh) wird auf der Akkurutsche mit Klettpunkten von www.tolle-kletten.de befestigt. Mit lediglich 491 g Fluggewicht deutlich unter der Herstellerangabe sowie nach Anleitung eingestellten Ruderausschlägen und Schwerpunkt ist der kleine Holzflieger nach wenigen Stunden genüsslicher Bauarbeit bereit zum Erstflug. Dank der abnehmbaren Kabinenhaube lässt sich der Flugakku leicht einsetzen. Es muss nur darauf geachtet werden, dass die Anschlusskabel den Sitz der Kabinenhaube nicht behindern. Letztere mit ihrem GFK-Streifen aufzusetzen ist beim ersten Mal eine ziemliche Fummelei. Hat man aber den Dreh raus, klappt es schnell(er). ![]() Sieben
Zellen HeCell 1.100 mAh sorgen für langes und kraftvolles Flugvergnügen.
Dem Spinner würden ein paar Millimeter weniger Durchmesser
besser stehen.
Und was soll ich sagen? Mit voll laufendem Motor und einem kleinen Schubs ist Rocky in seinem Element und beginnt einen Steigflug. Nur leicht muss mit Seitenruder korrigiert werden. Der Steigwinkel stellt sich von alleine ein und kann mit etwas Höhenruder sogar noch verstärkt werden. Die Wirksamkeit des Seitenruders ist unerwartet direkt und lässt das kleine Modell äußerst agil fliegen. Der Einsteiger sollte jedoch die Ausschläge deutlich kleiner machen oder mit mindestens 40 Prozent Expontential unterlegen. Nach knapp 20 Sekunden ist vorerst genügend Höhe erreicht und der Motor wird ausgeschaltet. Beim Übergang in den Segelflug taucht Rocky kurz ab, fängt sich aber von alleine nach wenigen Metern und beginnt einen langsamen Segelflug. Absolut eigenstabil fliegt er dahin. Kurven mit Seitenruder alleine gelingen, wenn sie nicht zu eng geflogen werden. Mit Unterstützung durch das Höhenruder klappt das dann auch eng und mit wenig Höhenverlust. Drückt man das Modell an, ist es erstaunlich flott unterwegs, setzt Überfahrt wieder in Höhe um und kommt auch noch gut gegen auffrischenden Wind an. Trimmt man dagegen auf Hoch, wird das alles sehr langsam, bei Gegenwind auch bis zum Stillstand. Übertreibt man, nickt Rocky leicht nach unten und nimmt sich die Geschwindigkeit, die er zum Segeln braucht. So lässt sich anhand der Höhenrudertrimmung die Fluggeschwindigkeit und Gleitleistung ganz nach eigenem Gusto einstellen. Richtig viel Freude bereitet Rocky" bei (abendlicher) Windstille. Dann lässt er sich bodennah mit laufendem Motor herumscheuchen. Langsame Vorbeiflüge in Minimalhöhe, weite Vollkreise mit wenigen Prozent Gasstellung und selbst einfache Kunstflugfiguren sind dank der hohen Eigenstabilität des Modells kein Problem. Kurzum: ein Modell für jeden Tag, jeden Anlass und für jeden Piloten vom Einsteiger bis zum Profi. Bravo Aeronaut, für dieses gelungene Holzmodell! Philipp Gardemin
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Diesen Beitrag und noch viel mehr finden Sie in AUFWIND Ausgabe 4/2006 Das komplette Inhaltsverzeichniss 4/2006 Zur Heftbestelluwng bitte hier entlang. © AUFWIND 2006 |