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Seit Graupner
1998 das F3J-Modell "Soarmaster" vorstellte, steht dieser
Name für konstruktiv und aerodynamisch perfekt ausgelegte Wölbklappensegler
mit sehr guten Allroundleistungen. Der "Soarmaster" mit GFK-Rumpf
und Styro/Abachi-Tragflächen wurde damals von Dr. Helmut Quabeck
in Zusammenarbeit mit Graupner konstruiert und fand weltweit in ansehnlicher
Stückzahl viele Freunde. Mit 3,4 m Spannweite, dem damals neuen
"HQW 3/9", gestrakt auf "HQW 3/10" als Tragflächenprofil
und einem gedämpften V-Leitwerk entsprach der "Soarmaster"
genau den Ansprüchen der damaligen F3J-Wettbewerbsszene.
2001 kam dann als Weiterentwicklung der "Soaring Star"
mit 3,7 m Spannweite auf den Markt. Helmut Quabeck folgte damit dem
Trend zu mehr Spannweite, höherer Streckung und geringerer Flächenbelastung.
Ein Jahr später kam die Elektro-Version "Elektro Soaring Star"
dazu. Erst 2005 tauchte wieder der ursprüngliche Name auf: Mit
dem Elektrosegler "Soarmaster Compact" kam dann erstmals die
Abkehr von der konventionellen Styro/Abachi-Tragfläche und der
Einstieg in die Voll-GFK/CFK-Bauweise.
2006 schließlich kam die F3J-Seglerversion "Super Soarmaster".
Ebenfalls mit V-Leitwerk und in Voll-GFK/CFK-Bauweise, ausgestattet
mit einem "HQ/W 2,5/8"-Profil, gestrakt auf 3/9. Die Angaben
im Neuheitenkatalog versprachen ein geringes Fluggewicht von etwa 1.900
g sowie Tragflächen und Leitwerk in zweifarbiger Lackierung. Nach
den sehr guten Erfahrungen während unzähliger Flüge mit
dem Ur-"Soarmaster" war ich natürlich auf die Neuheit
sehr gespannt.
Die gelieferten Einzelteile des "Super Soarmaster" verführten
dazu, das Modell direkt aus dem Karton heraus mal kurz zusammenzustecken.
Die beiden Außenflächen passten mit den CFK-Verbindern (12x140
mm) auf Anhieb an das große Mittelstück. Das Modell wirkte
eigentlich größer, als die Angabe von 3,15 m vermuten ließ.
Der Grundriss der Tragfläche entspricht dem derzeitigen Trend:
leicht überelliptisch mit gleichmäßig nach hinten gezogener
Nasenleiste, leicht nach vorne gezogener Endleiste und mehrfacher V-Form.
Elegant wirken auch die nach oben gebogenen und nach hinten spitz auslaufenden
Randbögen. Die auch im Außenbereich noch große Flächentiefe
ließ gutmütige Flugeigenschaften erwarten. Bei Gegenlicht
zeichnete sich der Holmbereich auf der Oberfläche der Außenflügel
etwas ab. Die Querruder sind oben und die Wölbklappen unten angeschlagen,
jeweils mit Dichtlippen. Die Tragfläche besteht aus einer GFK/Balsa-Sandwichbauweise
mit CFK-Holm. Das Rumpfvorderteil mit der CFK-Haube wirkte gegenüber
der Katalogabbildung etwas fülliger, aber auch eleganter. Bis kurz
hinter die Tragflächenauflage ist der Rumpf flächig mit Kohlefaser
verstärkt. Das V-Leitwerk, ebenfalls in GFK-Sandwich-Bauweise,
ist einteilig und weist ebenfalls Dichtlippen an der Ruderunterseite
auf. Die zweifarbige rot/weiße Lackierung wirkt perfekt. Eine
ausführliche Bau-anleitung mit 23 Seiten und Einstellwerten für
Ruder und Klappen zeigt die Schritte zur Fertigstellung. Negativ fiel
mir auf, dass gegenüber dem Neuheitenkatalog (1.900 g) in der Bauanleitung
ein Fluggewicht von "ab 2.300 g" genannt wird.
Da der "Super Soarmaster" weitgehend vorgefertigt ist, beschränkten
sich die Arbeiten auf den Einbau der RC-Komponenten. Lediglich die Servoempfehlung
aus der Bauanleitung habe ich nicht übernommen: Für das V-Leitwerk
empfiehlt Graupner das Micro-Flächenservo "C-271". Angesichts
der doch relativ großen Ruderklappen und möglichen Belastungen
beim Hochstart habe ich mich für das stärkere "C-3141"
entschieden, was platzmäßig keine Probleme bereitete. Für
die Querruder wurden die vorgesehenen Digital-Servos "DS-3210"
verwendet. Für die Wölbklappen werden die 15 mm breiten "C-3241"
oder "DS-3328" empfohlen. Wie sich jedoch herausstellte, passten
diese nicht ganz in die Tragflächen hinein und standen etwas heraus.
Die bessere und elegantere Lösung waren dann die Hitec-Flächenservos
"HS-125MG". Alternativ könnten aber auch die digitalen
Servos "HS-5125MG" von Hitec oder "DS-3210" von
Graupner eingebaut werden. Zur Montage der beiden Querruderservos lagen
dem Modell Holzrahmen bei, die direkt in die Tragfläche eingeharzt
wurden. Für den Einbau der Wölbklappenservos schlug die Bauanleitung
das Einkleben mit Schrumpfschlauch vor. Ich bevorzugte jedoch hier ebenfalls
die Lösung mit den Holzrahmen, zumal das Anfertigen recht fix ging.
Für die Rudergestänge wurden noch die entsprechenden Öffnungen
vorsichtig auf der Tragflächenoberseite mit dem Bohrer ausgearbeitet.
Die beiliegenden Gewindestangen M2,5 sind ausreichend dimensioniert.
Etwas Lötarbeit für die Verbindung der Servolitzen zwischen
Außen- und Mitteltragflächenteil war der nächste Arbeitsschritt.
Als Steckverbinder habe ich die etwas kleineren vierpoligen Stecker
und Buchsen von Simprop verwendet. Nur zur Verbindung Tragfläche/Rumpf
wurde ein grüner Hochstromstecker eingesetzt. Da aber die Aussparung
in der Unterseite des Tragflächenmittelstücks und im Rumpf
für einen SUB-D Stecker vorbereitet war, habe ich einfach aus Sperrholz
einen entsprechenden Hilfsrahmen angefertigt und eingeharzt.
Das V-Leitwerk wird mit einer M4-Inbusschraube auf dem Rumpf befestigt.
Das Gewinde war hier direkt in das GFK geschnitten. Eine eingeharzte
Metallgewindehülse wäre wünschenswert und sicherlich
die dauerhaftere Lösung. Auf die vorhandenen Anlenkungsdrähte
der Ruderklappen habe ich noch die Messingkugeln für die Kugelgelenkköpfe
gelötet. Am Testmodell waren sowohl an der rumpfseitigen Auflage
für das V-Leitwerk im "V" sowie am Leitwerk selbst kleine
Unebenheiten vorhanden. Somit war keine hundertprozentige Passung des
Leitwerkes in der Auflage möglich. Durch vorsichtiges Beischleifen
und Ausnehmen mit einer Schlüsselfeile konnte ich dieses Problem
aber beheben. Ich habe noch nachgemessen, ob die empfohlene Einstellwinkeldifferenz
(EWD) von 1 Grad noch stimmte.
Abschließend folgten nun die Arbeiten am Rumpf: In die gut passende
Kabinenabdeckung aus Carbon war noch der Befestigungsdraht einzuharzen
und abzuwinkeln. Das Servobrett war je nach verwendetem Empfängerakku
und den Servos zu platzieren, beziehungsweise anzupassen. Wie üblich,
waren nach dem Servoeinbau noch die Bowdenzüge abzulängen
und mit Löthülsen und Gabelköpfen zu vervollständigen.
Den beiliegende Metall-Hochstarthaken habe ich gemäß Bauanleitung
etwa 10 mm vor dem Schwerpunkt mit einem Sperrholzbrettchen als Verstärkung
eingeharzt. Schicker und optimaler wäre es natürlich, wenn
Graupner den verstellbaren Hochstarthaken (Nr. 625) seinen Zweckmodellen
spendieren würde.

Die Tragflächengeometrie des "Super Soarmaster" mit Mehr-fach
V-Form, relativ tiefen Außenflügeln und dreiteiliger Tragfläche
bietet harmlose Flugeigenschaften und gute Gleitleistungen

Mit dem "EMA" veränderten sich die Flugeigenschaften
nur unmerklich. Für einen ausgedehnten Feierabendflug reichen die
sechs Minuten Motorlaufzeit
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Die Verbindungsstelle Mittelflügel/Außenflügel
mit Kohle-Verbinder und Verdrehsicherungen. Gut erkennbar auch die
Abdichtlippe der Wölbklappe an der Tragflächenoberseite

Die Auflage für das V-Leitwerk musste etwas nachbearbeitet
werden
Graupner gab
als Schwerpunkt 95-100 mm hinter der Nasenleiste an. Mit 180 g Trimmblei
in der Nase habe ich für den Erstflug 98 mm eingestellt. Die
Waage zeigte dann für den flugfertigen "Super Soarmaster"
stolze 2.436 g an. Ein für F3J-Wettbewerbspiloten sowie für
3,15 m Spann-weite sehr hohes Gewicht. Aber wenn man die einzelnen
Komponenten auf die Waage legt, bleibt bei der Fertigstellung eigentlich
nicht viel Einsparungspotenzial.
Für den
Erstflug habe ich die Einstellwerte aus der Bauanleitung übernommen.
Nach der obligatorischen Reichweiten- und Funktionskontrolle ging
es mit der Winde ab in das Element des "Super Soarmasters".
Zur Sicherheit etwas auf Tiefe getrimmt, stieg das Modell ohne jegliche
Tendenz zum Ausbrechen in die Höhe. Nach Zurücknahme der
Trimmung wurde etwas nachgedrückt und schließlich ausgeklinkt.
Der erste Eindruck war überwältigend: ausgewogene Steuereigenschaften
sowie gute, jedoch nicht zu direkte Reaktionen auf die Steuereingaben.
Etwas Höhe musste getrimmt werden. Vielleicht etwas zu viel
Trimmblei in der Nase? Nach einigen Eingewöhnungskreisen dann
der erste Landeanflug: Mit Butterfly baute der neue Segler enorm
schnell Höhe ab, die Tiefenruderzumischung passte recht gut.
Mit Minimalfahrt setzte der "Super Soarmaster" butterweich
auf.
Im Zuge der weiteren Flugerprobung habe ich 41 g Trimmblei entnommen,
der Schwerpunkt wurde aber bei 98 mm belassen. Die Rudereinstellungen
aus der Bauanleitung zeigten sich als sehr guter Kompromiss und
wurden nicht verändert. Lediglich wurde für den Hochstart
eine Startstellung mit Wölbklappen +10 mm und Querruder +3
mm einprogrammiert. Mit dieser Einstellung erreicht der "Super
Soarmaster" sehr ordentliche Ausgangshöhen und baut mächtig
Druck am Seil auf. Das Modell überzeugte aber auch mit sehr
gutmütigen Flugeigenschaften: War ich mal zu langsam, nahm
das Modell lediglich die Nase nach unten. Nach wenigen Metern Höhenverlust
hing der "Super Soarmaster" wieder an den Rudern. Durch
die zweifarbige Lackierung ist die Fluglage trotz der nur 3,15 m
Spannweite auch auf größere Entfernung noch gut zu erkennen.
Die Thermik- und Kreisflugeigenschaften sind exzellent: Mit einer
zweiten Thermikstellung (Wölbklappen +4 mm, Querruder +2 mm)
fliegt der "Super Soarmaster" noch einen Tick langsamer,
was vorteilhaft in engen Thermikablösungen ist. Kleine Ablösungen
auszukurbeln macht mächtig Spaß. Das doch etwas höhere
Fluggewicht zeigt sich hier lediglich in einer etwas schnelleren
Grundgeschwindigkeit. Bei etwas stärkerem Wind hat dies jedoch
seine Vorteile, zumal eine Ballastzuladung nicht vorgesehen ist
und eigentlich auch nicht vermisst wird. Mit der Speedstellung lassen
sich auch größere Flugstrecken mit sehr gutem Gleitwinkel
überbrücken.
In punkto Festigkeit zeigten sich während der gesamten Flugerprobung
auch im Schnell- und Kunstflug soweit dies eben mit einer
F3J-Konstruktion möglich ist keine Schwächen. Bei
häufigen F3J-mäßigen Stecklandungen dürfte
jedoch die Befestigung des V-Leitwerkes an ihre Grenzen stoßen.
In der weiteren Erprobung habe ich das Modell auch mit dem Motoraufsatz
"EMA basic edition" von Florian Schambeck ausgestattet.
Für die vordere Inbusschraube wurde in die Fußplatte
des "EMA" vor dem Pylon eine entsprechende Bohrung gesetzt.
Die zweite Bohrung ist unter der Auflage des LiPo-Akkus. Dadurch
sitzt das "EMA" etwas weiter hinten als üblich. Wegen
des Nickmoments durch den hochliegenden Motor empfiehlt sich zunächst
der Start ohne laufenden Antrieb. Die Gleitflugleistung des "Super
Soarmaster" gab immer genügend Zeit für den Griff
zum Motorschalter. Beim Start mit laufendem Motor mussten rund 10-15
Prozent Höhe zugemischt werden. Das Mehrgewicht von etwa 360
g wirkte sich natürlich aus. Die Flugleistungen selbst verschlechterten
sich aber nicht wesentlich. Im Segelflug war das "EMA"
kaum spürbar.
Der "Super Soarmaster" von Graupner hielt, was der Name
verspricht und reiht sich nahtlos in die Reihe seiner Vorgänger
ein. Die Konstruktion ist durchdacht und hervorragend auch für
den rauen All-tagsbetrieb geeignet. Das Modell bietet jede Menge
stressfreien Flugspaß. Und angesichts der guten Ausstattung
mindert ihn auch das Preis-Leistungsverhältnis in keiner Weise.

Das V-Leitwerk des "Super Soarmasters" wird mit einer
M4-Inbus-schraube von unten befestigt. Das nach hinten gezogene
Rumpfende schützt die Ruderflächen bei Landungen

Der Rumpfausschnitt bietet auch für die größeren
im Testmodell verwendeten Servos "C-3141" genügend
Platz
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