REPORTAGE

Zu Gast bei Freunden

Das Elektromeeting „Spinawatt“ in Frankreich


Über 50 Piloten kamen am zweiten Septemberwochenende bei herrlichem Wetter nach Epinal.

Die 12. Auflage des traditionsreichen Elektromeetings „Spinawatt“ war ein voller Erfolg. Das zweite Wochenende im September zeigte sich sonnig und schwachwindig bei Temperaturen von über 20 Grad Celsius. Wen wundert es, dass sich über 50 Piloten mit rund 110 Modellen auf dem Modellflugplatz des Aeroclub Vosgien in Epinal-Dogneville einfanden. So auch AUFWIND-Redakteur Philipp Gardemin und Thomas Wetter vom MFSV Ettlingen. Die anderen Piloten kamen aus dem gesamten Osten von Frankreich, aus Belgien und aus der Schweiz. Organisator Damien Trompette und seine Frau Martine zogen zusammen mit ihren Vereinskollegen alle Register französischer Gastfreundschaft. So endete beispielsweise der erste Tag bei einem gemeinsamen Barbecue in einem der Flugzeughangars. Und am Sonntag wurden dann die Piloten mit einem großartigen kalten Buffet verabschiedet.

Epinal-Dogneville befindet sich rund 50 Kilometer südlich von Nancy, direkt an der Autobahn nach Mulhouse. Von Deutschland aus fährt man am besten über Karlsruhe und Straßburg, quer durch die landschaftlich wunderschönen Vogesen auf wenig befahrenen Landstraßen. Von Karlsruhe aus ist das Ziel in knapp zweieinhalb Stunden erreicht.

Der Modellflugplatz ist unmittelbar dem Sportflugplatz angegliedert und so fliegen die Modelle parallel zum Flugbetrieb der Großen, für deutsche Ver- hältnisse gewöhnungsbedürftig. Es funktioniert jedoch nicht nur problemlos, sondern verleiht der Veranstaltung noch eine ganz besondere Note. Und wenn Philippe Pitet – Inhaber des am Flugplatz ansässigen luftfahrtechnischen Betriebes Pitet Air Service (www.pitetairservice.com) – seine top restau- rierte „Tiger-Moth“ aus dem Hangar holt und vorfliegt, leuchten die Augen der Besucher.

Die Teilnehmer am „Spinawatt 2010“ zeigten ein umfassendes Spektrum des Elektrofluges. Von „ganz normalen“ Alltagsmodellen aus der ARF- und EPP-Liga und schönen Eigenbauten bis hin zu aufwändigen Großmodellen wurde alles geflogen. Nicht zu- letzt wegen der großen Hartpiste inklusive Taxiway waren vor allem Starts und Landungen ein Genuss. Man wagt es ja kaum zu schreiben: Der Berichterstatter flog an den beiden Tagen insgesamt neun Mal!

Ein Blick auf die Highlights

• Besonders eindrucksvoll vorgeführt wurde die 1,8 Meter große „Pilatus PC-21“ aus dem Vertriebsprogramm von Lindinger. Das neun Kilogramm schwere Modell von Dominique Voinson – ausgestattet mit „Turnigy“-Komponenten eines chinesischen Versandhauses (Flugakku: 10s-LiPo 5.000 mAh) – legte eine hervorragende Flugperformance hin, vom Piloten gekonnt in Szene gesetzt.

• Nicht minder imposant war auch die „Caudron C460 Typhoon“ von Jean-Michel Yvé. Das Modell mit 2,94 Metern Spannweite wurde von ihm vor etlichen Jahren eigentlich als PSS-Modell gebaut, als solches aber nur sehr wenig geflogen. Also entschied sich Jean-Michel Yvé zur Ausstattung mit Elektroantrieb und Einziehfahrwerk: zwei Hyperion-Motoren „Z4025-12“, zwei 8s-LiPo 8.000 mAh und 12 Kilogramm Fluggewicht. Beim „Spinawatt“ flog er seinen Racer nun eindrucksvoll vor, akustisch hervorragend untermalt von den zwei leicht abweichend klingenden Antrieben.

• Ebenfalls ein Modell mit Geschichte ist die „Stinson Reliant“ von Alain Besançon. Das Modell hat 2,55 Meter Spannweite, wiegt 9,5 Kilogramm und wird von einem Hyperion-Motor „Z5045-18“ mit 10s-LiPo 5.000 Milliamperestunden angetrieben. Alain hatte das Modell ehemals mit einem großvolumigen Benzinmotor ausgestattet, wurde damit aber nie glücklich. Erst seit dem Umbau auf Elektroantrieb lässt sich das Modell harmonisch fliegen.

• Des Berichterstatters ganz persönliches Highlight aber war der Besuch einer von Philippe Pitet restaurierten manntragenden „Piper J-3“ am Platz. Diese wurde im Vorfeld schon dazu ausgewählt, als Vorbild für das Scale-Modell des italienischen Herstellers Paolo Severin zu dienen (Bericht in den nächsten Ausgaben von AUFWIND). Also wurde die Piper ausgiebig fotografiert und vermessen. Dass der Besitzer anschließend noch zum Mitflug einlud, war ein unbeschreibliches Erlebnis. Abgesprochen wurde schließlich, im nächsten Jahr Modell und Original zusammen zu fliegen!

Im nächsten Jahr findet das Elektromeeting „Spinawatt“ wieder am ersten oder zweiten Wochenende im September statt. Die diesjährigen Teilnehmer können es bereits heute kaum erwarten.

Philipp Gardemin
Fotos: Philipp Gardemin, Damien Trompette, Thomas Wetter




Jean-Michel Yvé flog seine knapp drei Meter große „CaudroN“ eindrucksvoll vor.



Eine Wuchtbrumme sondergleichen ist die „Pilatus PC-21“ aus dem Hause Lindinger. Gekonnt vorgeflogen wurde das Modell von Dominique Voinson.


Erst mit Elektroantrieb flog diese 2,55 Meter große „Stinson Reliant“ zur vollen Zufriedenheit ihres Besitzers.


Ohne Warteschlange geht es auch in Frankreich nicht. Dank LiPo-Technologie war diesjedoch kein Problem. Die interessanten Gespräche mit den Kollegen verkürzten die Wartezeiten enorm.



Die Piper J-3 kam nach Epinal, um sich für den Modellnachbau (www.paoloseverin.it) detailliert fotografieren und vermessen zu lassen. Der anschließende Mitflug war dann das Super-Bonbon.



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Diesen Beitrag und noch viel mehr finden Sie in AUFWIND Ausgabe 6/2010

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