Die Wetterprognosen versprachen alles andere als Sonne, als sich Segel- und Elektroflieger aus der Schweiz, aus Deutschland, Frankreich und Holland auf den Weg nach Buttwil im Kanton Aargau machten, um der nunmehr zweiten Auflage des TUN-Testflugmeetings beizuwohnen.

Die Organisatoren Ueli und Trudi Nyffenegger hatten mit ihrem 30 Personen starkem Team wieder ganze Arbeit geleistet: 160 Modellpiloten hatten sich zum Doppelsteuerfliegen mit den Modellen von TUN-Modellbau angemeldet. Dann kamen noch über 500 Besucher, um sich die Modelle und das Beiprogramm anzuschauen. Zwölf Großsegler von 4 bis 7 m Spannweite und zwei Zweckmodelle wurden zum Doppelsteuerfliegen startklar gemacht. Dazu hatte jedes Modell einen Piloten mit jeweils zwei Sendern. Und damit die Modelle auch alle in die Luft kamen, waren drei Schlepppiloten fast ununterbrochen im Einsatz und absolvierten über 300 Schlepps an diesem Wochenende. Insgesamt ein überdimensionaler organisatorischer und materieller Aufwand, und eine eindrucksvolle Demonstration zeitgemäßen Modellsports.


Mit dem knapp 3 m großen „Rascal 110“ wurden begeisternde F-Schlepps mit Elektroantrieb vorgeführt



Ueli Nyffenegger (ganz links) hat mit seinem Testflugmeeting ein faszinierendes Konzept an den Start gebracht


Zusätzlich zum Doppelsteuerfliegen gab es noch Schauflugvorführungen: So flog wieder die aus AUFWIND bekannte elektrische Piper Super Cub HB-PQM und wurde am Samstag auch vom Original aus Zürich begleitet. Außerdem gab sich Rainer Hacker mit seiner großen „Funtana“ ein Stelldichein und Florian Schambeck begeisterte die Menge mit seinem 10-m-„Nimbus“ mit Klapptriebwerk und dem neuen Einblattpropeller. Auch die Gruppenflüge kleiner Styro-Warbirds waren eine Schau für sich. Hier wurde deutlich, dass Klasse statt Masse geboten wurde, und das auf dem einmalig schönen Fluggelände in Buttwil.

Der Besucher konnte alles hautnah miterleben. Keine meterhohen Absperrungen und hermetisch „weggesperrte“ Piloten. Stattdessen ließen sich alle Modelle direkt betrachten und die Piloten gerne ansprechen. Nicht nur auf dem Flugfeld, sondern auch in dem großen Hangar, wo die Modelle bei den wenigen Regenschauern oder auch nur zur technischen Wartung zwischengelagert wurden.


Markus Frey mit seiner großartigen „Hütter 28“ im Maßstab 1:2 - das Highlight des 2. TUN-Testflugmeetings



Drei Schlepppiloten führten 300 Schlepps an zwei Tagen durch. Hier die große Cessna Bird Dog von Ueli Nyffenegger


Der Geist von Buttwil: Die Piloten mit ihren Modellen und die Zuschauer können direkt miteinander Kontakt aufnehmen und gegenseitig davon profitieren


Für das Fliegen am Doppelsteuer hatten sich 160 Piloten und Pilotinnen angemeldet

Und dann gab es die Highlights:

•Der Scale-Nachbau einer „Hütter 28“ im Maßstab 1:2, in rund 900 Stunden von Markus Frey im Eigenbau erstellt. Das Modell verfügt über 6 m Spannweite und wiegt 19,6 kg. Aufgebaut ist es ganz aus Holz. Markus Frey begann schon im Dezember 2003 mit den ersten Vorarbeiten und flog seine „Hütter 28“ schließlich am 6. Mai 2005 ein. Mehrfach wurde das Modell in Buttwil geschleppt und zeigte ein fantastisches Flugbild. Nach Aussage von Markus Frey zeigt es auch die gleichen Flugeigenschaften wie das Original, inklusive der Instabilität um Längs- und Hochachse.

•Und dann war da der „Rascal 110“ des amerikanischen Herstellers Sig, ein Elektro-Hochdecker im Oldie-Look, in Deutschland über Kavan erhältlich. Eigentlich nichts Besonderes, wären da nicht die enorm kraftvollen F-Schlepps von bis zu 12 kg schweren Großseglern gewesen. Das fast drei Meter große Modell war ausgerüstet mit einem Hacker-Motor „C50-13XL“ und 6,7:1-Getriebe. Und zwei LiPo-Packs „Coolpack HPCP E1200“ in der Konfiguration 5s6p sorgten für Spannung im Modell. Ein anderer „Rascal“ am Platz war mit einem „TM430-40 Triton“ von Torcman ausgestattet – mit nicht minder beeindruckenden Kraftleistungen.


Die Flugeigenschaften der „Hütter 28“ sind dem Original sehr ähnlich, insbesondere die Instabilität wegen des kurzen Rumpfes

Auch das dritte TUN-Testflugmeeting im Mai wird wieder in Buttwil stattfinden. Doch Ueli Nyffenegger will einiges ändern, wie er im Gespräch mit AUFWIND erläuterte: „Es hat sich gezeigt, dass zu viele Modelle für Doppelsteuerflüge bereit standen. Für die Besucher ist das Programm des Doppelsteuerfliegens zu wenig attraktiv. Wir planen nun, im nächsten Jahr nur noch maximal vier Modelle für Doppelsteuerflüge bereit zu machen. Dafür aber die übrigen Modelle in einzelnen Vorführungen moderiert zu präsentieren. Im TUN-Team sind sehr gute Piloten, die das auch entsprechend ausführen können.“ Das Abendprogramm im Hangar mit Livemusik, Filmvorführungen auf der Groß-Leinwand und der prima Verpflegung durch das TUN-Dream-Team soll aber in jedem Fall beibehalten, eher sogar noch ausgebaut werden.

AUFWIND ist in jedem Fall wieder mit dabei, wenn es im nächsten Jahr heißt: „Auf nach Buttwil ins schöne Aargau!“

Philipp Gardemin
Fotos: Roger Gunzinger

Links:
Der Veranstalter des Testflugmeetings:
www.tun.ch

Der Elektro-Schlepper „Rascal 110“ im Arbeitseinsatz:
www.tun.ch/media/Rascal.mpg

Dokumentation des Baus der „Hütter 28“ von Markus Frey:
www.modellflug.ch/igg

Fotos vom 2. TUN-Testflugmeeting:
www.modellfluggeil.ch/2005/
mai_2005/210505/html/haupt.htm


Zur Lagerung der Modelle wurde der Hangar ausgeräumt. Ein beeindruckendes Bild, und doch nur ein kleiner Ausschnitt!


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