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Im Herbst des
vergangenen Jahres sah ich mich plötzlich um viele Jahre in die
Vergangenheit versetzt. Zeigte mir doch Florian Schambeck seine neueste
Entwicklung in Sachen Elektroantrieb für Segelflugmodelle: den
EMA (vgl.AUFWIND 2/2007).
Horst Kropka, AUFWIND-Herausgeber
und aktiver Modellsportler, war nach einer Flugvorführung von der
innovativen Idee und den sich daraus ergebenden Möglichkeiten so
begeistert, dass er einen Testwettbewerb vorschlug. Nach einigen E-Mails
und einem Treffen waren Regeln und Termin klar. Gemeinsam mit der MFG-Weilheim,
Florian Schambeck und AUFWIND startete
Mitte April der erste "AUFWIND-Elektro-Thermik-Cup".
Fünf Vorrunden und zwei Fly-Offs später zeigte sich, dass
dieses Konzept einen spannenden und anspruchsvollen Wettbewerb garantiert.
Die Piloten hatten in den Vorrunden zehn Minuten Flugzeit bei 12 Minuten
Rahmenzeit mit einer Ziellandung (max. 100 Punkte), aber ohne Stecklandung
und Dreher über 90 Grad zu absolvieren. Die Flug- und Motorzeit,
beginnend mit dem Handstart und bei laufendem Motor wurde von der bewährten
F5B/F-Messtechnik überwacht und endete mit dem Stillstand des Modells.
Mittels der Messtechnik wurde über einen zweiten Empfänger
die Motorlaufzeit online erfasst und dann von der Segelflugzeit abgezogen.
Diese Funktion bietet in der Gestaltung der Flugaufgaben ideale Anpassungsmöglichkeiten
doch dazu später mehr.
Die Wetterbedingungen an diesem Apriltag waren zwar sonnig und warm,
bei mäßigem Wind, jedoch thermisch schwierig zu fliegen.
Genau die richtige Ausgangssituation für einen solchen Test. Da
einige Piloten trotz Voranmeldung nicht antraten, blieb genügend
Zeit für Diskussionen und Gedankenaustausch. Durch den vorgegebenen
Einheitsantrieb des EMA sollten eigentlich nur noch Taktik und eigenes
Können über Sieg oder Niederlage entscheiden. So war die zentrale
Frage vor dem ersten Start: Wie lange schalte ich den Motor für
den ersten Steigflug ein? Gehe ich auf Risiko mit kurzer Laufzeit und
geringerer Höhe oder wähle ich die längere Laufzeit für
eine bessere Anschlusshöhe? Nun ja, der Mittelweg schien bei der
vorherrschenden Wetterlage die richtige Entscheidung zu sein. Auch kann
ein zu kurzer Landeanflug nur mit dem rechtzeitigen Einschalten des
Motors noch gerettet werden. Für die zehn Minuten Flugzeit wurden
im Schnitt 25-40 Sekunden Motorlaufzeit gebraucht. Nach fünf Vorrunden
konnten sich Karl Hinsch, Gerhard Pollack, Ruppert Mitterer und Florian
Schambeck für das Fly-Off qualifizieren.
Auf der Basis der benötigten Laufzeit in den Vorrunden wurde die
in den Fly-Offs vorgegebene maximale Laufzeit auf 30 Sekunden festgelegt.
Die weiteren Regeln in dem Fly-Off waren: Flugzeit maximal fünf
Minuten, Landewertung unverändert, gleichzeitiger Start. Nachdem
es inzwischen später Nachmittag war, mit den 30 Sekunden Laufzeit
auch entsprechend niedrige Höhen erreicht wurden, entwickelten
sich im Fly-Off spannende und taktisch sehr unterschiedliche Flüge.
Die Flugzeit konnte in den Fly-Off-Flügen kein Pilot voll fliegen,
umso mehr lautete die Devise "Kämpfen bis zur Landung!".
Nach zwei spannenden Flügen stand dann der Sieger mit Karl Hinsch
fest, vor Gerhard Pollack, Ruppert Mitterer und dem Lokalmatador Florian
Schambeck.

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Die Sieger mit den "Cups".

Flyoff gleichzeitiger Start
Welches Fazit
kann man aus diesem ersten Test ziehen? Die wichtigste Erkenntnis
vorweg: Es lohnt, einen zweiten Test zu machen und diese spannende
und anspruchsvolle, ohne großen technischen Aufwand realisierbare
Wettbewerbsfliegerei weiterzuführen. Nachdem ja vorhandene
Segelflugzeuge (F3J, F3B etc.) ohne Modifikationen eingesetzt werden
können, begrenzt sich der Aufwand auf den EMA. Und da keine
Modifikation am Antrieb erlaubt ist, sind auch hier vergleichbare
Voraussetzungen geschaffen. In den Vorrunden wurden die zehn Minuten
immer voll geflogen. Durch die freie Wahl der Motorlaufzeit, die
sich im Bereich von 5-10 Sekunden nur durch Taktik- oder Risikoentscheidungen
und dem persönlichen Thermikfeeling unterschied, wurde eine
ausreichend deutliche Differenzierung für die Wertung erreicht.
Ganz anders das Fly-Off: kurz, knackig, spannend und nach Kommentaren
von den Piloten auch anstrengend. Die kurze Motorlaufzeit ermöglichte
mehrere Flüge unmittelbar hintereinander, da ein Nachladen
der LiPo-Akkus nicht erforderlich ist. Für die Zuschauer war
das Wettbewerbsgeschehen immer überschaubar, da keines der
Modelle nach dem Start im Himmel verschwand. Den Kampf der Piloten
hatten sie so direkt vor Augen.
Der Veranstalter kann die Motorlaufzeit in den Fly-Offs den Wetterbedingungen
anpassen, da die Messtechnik im Display immer die Flug- und die
Motorzeit anzeigt. Ein Über- oder Unterschreiten der Motorzeitvorgabe
kann dann auch entsprechend bewertet werten. Wie es weitergeht und
wann der nächste AUFWIND-Thermik-Cup stattfindet, wird rechtzeitig
in AUFWIND und bei www.contest-modellsport.de
bekannt gegeben.
Wolfgang
Schulz
Fotos: Horst Kropka

Auch F3J-Profi Karl Hinsch musste ganz schön kämpfen,
am Ende hats dann doch noch gereicht

Florian Schambeck Vater des EMA-Antriebes
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