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Die eher auf
den Alltagsbetrieb ausgelegten Segler aus dem F3J-Bereich werden immer
beliebter, da sie langes und problemfreies Thermiksegeln ermöglichen.
Ein Vertreter dieser Gattung ist auch der Toplight-Ultra. |
![]() Feine Teile
aus Franken. Der Lieferumfang ist komplett bis ins Detail
Der dem Modell beiliegende Epoxy-Motorspant hat bereits den passenden Ausschnitt des Getriebes. Hervorragend gelöst ist die Befestigung von innen in einer angeformten Auflage. So kann sich der Spant bei starker Belastung nach hinten lösen. Der Flugakku wird auf den seitlich der Rumpfform angepassten 8x8-mm-Leisten gelagert. Diese werden mit eingedicktem Harz auf die aufgeraute Rumpfinnenseite geklebt und mit Klettband überzogen. Darunter findet sich noch genügend Platz für den Regler. Der Schwerpunkt wurde auf 85 mm eingestellt. Hier kann individuell mit Veränderung der Einstellwinkeldifferenz durch das Pendelruder die optimale Einstellung auf den eigenen Flugstil erfolgen. Der Hersteller gibt einen Schwerpunktbereich von 83 bis 90 mm vor. Auf dem Flugplatz ist der Toplight-Ultra schnell aufgerüstet: Flächen und Höhenleitwerk aufgesteckt, zusätzlich mit Tesa gesichert, Flugakku rein und schon kann das Modell seinem Element übergeben werden. Der erste Start verlief bilderbuchmäßig: Der Antrieb erbrachte die von mir erwartete Steigleistung und zog das Modell mit etwa 40 Grad nach oben. Auf Sicherheitshöhe angekommen zeigte sich, dass nur minimal nachgetrimmt werden musste. Die Grundgeschwindigkeit ist jedoch gegenüber einem reinen Thermiksegler höher angesiedelt, lässt sich jedoch durch Absenken der vier Klappen reduzieren. Damit wird aus dem Modell ein Floater, der betont langsam im Thermikbart gekurbelt werden kann. Diese Stellung kann auch für den Steigflug mit Motorkraft beibehalten werden, da hier ein noch effizienterer Höhengewinn erzielt wird. Das Gegenteil wird erreicht, wenn die Strecke-Programmierung gewählt wird und die vier Klappen nach oben verwölben (Wölbklappe 2 mm, Querruder 1,5 mm und Tiefenruder ca. 2 mm). Damit zeigt sich auch der große Geschwindigkeitsbereich des Toplight Ultra: Kunstflugfiguren wie Loopings, Rollen und Rückenflug gelingen je nach Können des Piloten wie auf Schienen. Insgesamt ist das Flugbild faszinierend und das Flugverhalten sehr unkritisch. Die Ruderkommandos werden schnell und ohne Verzögerung umgesetzt. Der extrem gute Gleitwinkel beim Streckenflug zeigt sich auch in der Thermik. Um ein negatives Schiebemoment zu vermeiden, wird der Kreisflug in der Thermik mit Seitenruder (Combi-Switch) unterstützt und die Querruder sind mit 60 Prozent differenziert. Die Bremswirkung der Butterfly-Stellung ist mit dem großen Ausschlag sehr wirkungsvoll. Er erlaubt kurze und steile Landeanflüge. Achtung jedoch bei Vollausschlag: In diesem Zustand unterschreitet die Hinterkante der Wölbklappe das Niveau der Rumpfunterseite Kariesgefahr für die Servos! Die Klappen müssen kurz vorm Aufsetzen zurückgefahren werden. ![]() Querruder
und Wölbklappen werden über Kreuz angelenkt,
natürlich mit entsprechender aerodynamischer Verkleidung
![]() Der CFK-Verbinder
ist fürwahr ein dickes Ding
![]() Das schlanke
Rumpfvorderteil nimmt den Getriebeantrieb und den Flugakku problemlos
auf. Die CFK-Haube unterstreicht das dynamische Erscheinungsbild
![]() Die hochgezogenen
Randbögen wirken filigran. Die nahezu elliptisch geschwungene
Vorderkante der Fläche und die spitz zulaufende Randbögen
tragen zu der aerodynamischen Güte bei
Der Acht-Zellen-Akku reicht für rund 200 Sekunden Motorlaufzeit, was sichere sieben bis acht Steigflüge zur Thermiksuche gewährleistet. Gesamtflugzeiten von 30 Minuten und mehr konnte ich während der Testphase mehrfach erreichen. Alternativ habe ich noch Zehnzellenantriebe erprobt: Mit einer 15x10-Luftschraube fließen nun 32 A, mit einer 16x10-Luftschraube 40 A. Das Mehrgewicht von 90 g steckt das Modell locker weg und die zweite scharfe Variante zieht das Modell rasanter und steiler in die Lüfte. Mein Fazit: Mit einem sensationellen Preis lockt Franken-Modellbau mit seinem Toplight-Ultra die leistungshungrige Kundschaft. Wer keine absoluten Wettbewerbsambitionen hegt, sondern ein ordentlich verarbeitetes Zweckmodell mit geringem Gewicht und hoher Festigkeit im F3J Mini-Format sucht, wird hier bestens bedient. Weniger gefreut haben mich die fehlende Bauanleitung sowie mangelnde Einstellvorgaben für die Flugphasen. Und auch die Aussparungen in den Flächenholmen und im Höhenleitwerk könnten bereits in der Form berücksichtigt werden. Die exzellenten Allroundeigenschaften aber und das äußerst gutmütige Flugverhalten versprechen allzeit besten Fluggenuss. Thomas Navrath
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Diesen Beitrag und noch viel mehr finden Sie in AUFWIND Ausgabe 2/2006 Das komplette Inhaltsverzeichniss 2/2006 Zur Heftbestelluwng bitte hier entlang. © AUFWIND 2006 |