Das letzte Wochenende im Mai: Regenschauer in unregelmäßigen Abständen sowie starker und böiger Querwind mit großen Leerotoren machten die Startpiste zum unfliegbaren Bereich. Auch temperaturmäßig ließ der Frühling noch deutlich auf sich warten. Dies alles hinderte jedoch rund 1.500 Gäste aus der Schweiz, aus Deutschland, Österreich und Frankreich nicht daran, zum 3. Testflugmeeting des Schweizer Großsegler- und Modellexperten TUN-Modellbau nach Buttwil, im Südwesten von Zürich gelegen, zu kommen.

Wie schon bei den vorherigen Veranstaltungen wurden die Modelle voll aufgebaut im großen Segelflughangar des Sportflugplatzes gelagert. Hier gab es hinreichend Gelegenheit, sich alles ganz genau anzuschauen. Nicht nur die Mannen von TUN-Modellbau standen zu ihren neuen Produkten Rede und Antwort, auch Vertreter von Tangent, Weatronic, Fliegerland, SM-Modellbau und vom Modell- und Literatur-Verlag waren vor Ort. Außerdem einige deutsche und osteuropäische Hersteller, für die TUN-Modellbau als Schweizer Vertriebspartner fungiert. Über all dem herrschte eine Gastlichkeit und Unkompliziertheit, nach der man auf vergleichbaren Veranstaltungen in Deutschland oft vergeblich sucht.

Sobald es das Wetter gestattete, wurde der Flugbetrieb aufgenommen. Zwar musste wegen der schwierigen Wetterbedingungen auf die Doppelsteuerflüge mit TUN- und Tangent-Modellen verzichtet werden, dafür entschädigten die Vorführungen der Großmodelle jedoch für alles. Und abseits der „gewerblichen“ Vorführungen gab es zudem viele weitere Glanzlichter zu sehen, von denen drei stellvertretend hier aufgeführt sind:

Ueli und Trudi Nyffenegger und dem ganzen Team gebührt wieder einmal ein herzliches Dankeschön für ein fantastisches Großmodellwochenende. Man darf sich aufs nächste Jahr freuen. Unter www.tun.ch werden Termin, Ort und Highlights angekündigt. Vielleicht steht ja dann der Elektro-F-Schlepp im Themen-Schwerpunkt?



Die Propeller-Turbine in der Pilatus Turbo Porter von Markus Frey


Rund 1.500 Besucher machten die dritte Auflage des TUN-Testflugmeetings zu einem Erfolg – dem bösen Wetter zum Trotze


Dicht an dicht die Vorführ- und Ausstellungsmodelle im Segelflughangar. Da gab es viel zu gucken, zu diskutieren und zu lernen

• Das Maxi-Mega-Highlight im wahrsten Sinne des Wortes war sicherlich der Roll-Out der großen Lo-100 von Patrick Trauffer (vgl. Titelbild AUFWIND 4/2006). In rund zwei Jahren ganz in Holz im Maßstab 1:1,5 als Eigenbau erstellt, mit rund 81 kg Fluggewicht und einer aufwändigen RC-Ausstattung ist Patrick damit ein Großsegler der Extraklasse gelungen. Leider durfte er das Modell nicht fliegen, da ein Mitarbeiter der Schweizer Luftfahrtbehörde im Urlaub war, und somit der letzte Stempel auf der Genehmigung fehlte.

• Markus Frey stellte seinen Edel-Schlepper vor: eine Pilatus Turbo Porter von Bräuer, in Voll-GFK-Bauweise, mit 3,6 m Spannweite und ca. 21 kg Fluggewicht. Und wie es für einen Schweizer Puristen üblich ist, hat Markus sein Modell mit einer Propellerturbine ausgestattet. Mehrfach flog er das in Sound, Flugbild und Leistung beeindruckende Modell vor und noch viel öfter führte er am Boden die Laufeigenschaften der Turbine vor.

• Unbeeindruckt von Querwind und Leewirbeln und unüberhörbar für alle flog Fabian Wiedemann mehrfach seinen „Giga-Fox“ von Fliegerland (vgl. AUFWIND 4/2006) vor, angetrieben von einer 120er-Turbine auf dem Rumpfrücken. Es lässt sich nicht in Worte fassen, was der Fabian mit dem Modell anstellte – es war schlicht unglaublich. Auch Reiner Pfister (Inhaber von Fliegerland), der Hersteller des „Giga-Fox“, war sichtlich beeindruckt von „seinem“ Modell.

Philipp Gardemin
Bilder: Urs Pircher, Roger Gunzinger

Markus Frey rüstete seinen Pilatus Turbo Porter ganz standesgemäß mit einer Propeller-Turbine aus.
Flugbild, Sound und Leistung sind einmalig!



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