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Mür dieses
außergewöhnliche Flugzeug habe ich mich entschieden, nachdem
ich schon 1998 einen Eigenbau des Airbus A-319 mit Elektroimpellern
zum Fliegen gebracht hatte. Auf dem Elektroimpeller-Meeting 2001 in
Hude traf ich dann Ronald Guse, der den Beluga in den Grundkomponenten
schon angefangen hatte, aber nicht mehr weiterbauen wollte.
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Das imposante Original beim Start in Hamburg-Finkenwerder
In Aspach 2002 sollte der Beluga vorgeflogen werden. Es waren noch zwei Wochen Zeit bis dahin, in denen einige Feinheiten verändert werden mussten: Eine Akkuhalterung für einen 20-Zellen-Akku, ein Kreisel zur Rolldämpfung, die Flaps wurden etwas vergrößert und die Verkabelung zwischen Tragflächen und Rumpfnase wurde aus Gewichtsgründen ausgewechselt. Es war allerdings nur der sogenannte Tropfen auf dem heißen Stein, denn in Aspach zeigte sich der volle Nachteil der hohen Flächenbelastung: Beim Einkurven vom Quer- in den Endanflug schmierte das Modell in der Kurve ab, ein Strömungsabriss über das Querruder. Die Beschädigungen waren so stark, dass ich mich entscheiden musste: Neubau oder Plastiksack? Da wichtige Teile wie Tragflächen, Triebwerke oder Heck heil geblieben waren, entschied ich mich nach einem abendlichen Bierchen am Büfett in Aspach für eine neue Chance, also den Neubau. Auch meine Frau Edith ermutigte mich darin. Die Keller-Tage hatte sie mit Gelassenheit ertragen und mich ermuntert, wenn der Bau mal Probleme bereitete. Zurück aus Aspach war erst mal eine richtige Bestandsaufnahme fällig. Viele Teile waren in Ordnung und noch voll funktionsfähig. Also brauchten eigentlich nur das Rumpfvorder- und Mittelteil neu gebaut zu werden. Die neue Version sollte eine Mischung von verschiedenen Bauweisen sein, außerdem sollten die Fehler der ersten ausgebessert werden. Der tragende Teil des Rumpfes ist in klassischer Gitterbauweise aus Kiefer- und Balsaleisten gefertigt, dessen Gerüst aus einzelnen Dreiecksverbänden besteht. Das vereinfachte den Bau auf der Helling enorm, da diesmal die Bezugsebene für den Bau des Rumpfes der Frachtraumboden war. So entstand im ersten Bauabschnitt die untere Rumpfhälfte, fixiert auf der Helling. Es konnten so auch die Einbauteile wie Bugfahrwerk, Servos und deren Stromversorgung gezielt eingebaut und getestet (!) werden. Ebenso wurde der Innenflügel mit Verkabelung und Hauptfahrwerken mit der passenden EWD von zwei Grad eingebaut. Es war beinahe ein Bau wie aus dem Lehrbuch.
Die erste
Version im Rohbau. Deutlich sieht man das Frachttor und den als Modul
eingesetzten Innenflügel mit Hauptfahrwerk
Am vorderen Unterrumpf habe ich mich aus Gründen der Formgebung und Festigkeit für die klassische Spantenbauweise aus Pappelsperrholz, mit Rumpfgurten und Balsabeplankung entschieden. So entstand ein voll tragfähiges Rumpfgerüst in Gitter- und Spantenbauweise, noch bevor die Rumpfspanten und die Beplankung, beides aus Depron, auf das Gerüst geklebt wurden. Der Leitwerksträger (die Hecktüte) mit Leitwerk blieb wie beim Vorgänger als reine Schalenbauweise aus Styropor erhalten. Damit sind im Rumpf drei Grundbauweisen für Rümpfe vereint. Da das Flugverhalten durch die sehr hohe Flächenbelastung beeinflusst wurde, mussten auch die Tragflächen umgebaut werden. Die Fläche sollte von 40 qdm auf 59 qdm vergrößert und der Auftriebsbeiwert erhöht werden. Dazu verlängerte ich am Innenflügel die Profiltiefe um 50 mm nach vorn und vergrößerte zusätzlich die Wölbung. Ich musste allerdings die Flügelvorderkante ab dem Vorderholm erneuern, da ich das NACA-6409 als neues Referenzprofil nehmen wollte. Die Außenflügel wurden gleich mit dem neuen Profil in klassischer Rippenbauweise erstellt. Nur habe ich diesmal die Querruder weiter nach außen gesetzt, damit noch zusätzliche Spaltklappen Platz finden. Angesteuert werden die Spaltklappen von Robbe-Servos FS-500 und die Querruder von Dymond-Servos DS-250MG. Interessant ist hier auch die Umsetzung einer Idee, auf die mich ein Artikel in AUFWIND 6/2002 brachte, nämlich für die Servos gemeinsame, aber etwas dickere, Stromversorgungskabel mit möglichst wenigen Steckkontakten zu verlegen. So konnten im gesamten Modell knapp 80 g Kabel eigespart werden. Die Spaltklappen sind 30 mm unterhalb der Profilunterseite auf selbst gefertigten Drehgelenken aus Platinenmaterial gelagert. So vergrößert sich zusätzlich zu der Wölbung auch die Profiltiefe bei einem Maximalausschlag von 25 Grad um durchschnittlich 12 mm und die Fläche um 1,15 qdm. Außerdem erreiche ich dadurch eine größere Spaltöffnung, was der Klappenaerodynamik zugute kommt. Hinweis: Man sollte Spaltklappen (Klappenprofil: Clark-Y), die eine Durchschnittstiefe von 40-50 mm haben, nicht weiter als 30 Grad ausfahren und, wenn möglich, einen Mindestspalt von 6 mm erreichen. Sonst kann es passieren, dass bei einem Überflug mit gesetzten Klappen sich das Modell trotz des geringen Anstellwinkels einen Strömungsabriss einfängt und man Störung brüllt, weil das Modell plötzlich aus heiterem Himmel unkontrollierbar wird. Dieser Strömungsabriss entsteht dann nicht nur auf der Klappe, sondern erfasst im ungünstigsten Fall auch den gesamten Flügelbereich vor der Klappe. Um das entsprechende Leitwerksvolumen wieder herzustellen, musste noch das Höhenleitwerk vergrößert werden. Dieses war am einfachsten mit größeren und trotzdem leichteren Höhenrudern möglich, ebenfalls in Rippenbauweise. Die Höhenruder werden, genauso wie das Seitenruder, mit Graupner-Servos C-507 angelenkt. Zum Schluss erfolgte noch der Umbau der Triebwerke. Da vorher die Schubdüsen falsch dimensioniert waren, wurde auch hier ein Neubau fällig. Nur griff ich diesmal auf die hervorragend gefertigten Triebwerksgondeln von Norbert Rauch zurück, die er für seinen Airbus A-320 anbietet. Sie sind wie geschaffen für 90-mm-Impeller. Auch der von Daniel Schübeler empfohlene Auslassquerschnitt von 80 mm wurde eingehalten. Entsprechend war auch die Schubleistung beim ersten Run up: 25 N bei 18 Zellen Sanyo RC-2400 im Standschub bei 167 km/h Austrittsgeschwindigkeit 20 cm hinter der Schubdüse. Die Gondeln wurden diesmal am Innenflügel fixiert. Der zweite Erstflug: Alles in allem brachten die Umbauten zwar kaum Gewichtsersparnis, aber es gibt kein unnützes Gewicht mehr. Dieses zeigte sich beim erneuten Erstflug. Mit zwei Akkuzellen weniger schaffte der Beluga einen Bodenstart ohne Bungee auf einer Graspiste und flog fast so gutmütig wie ein Trainermodell. Allerdings zeigten sich noch eine starke Kopflastigkeit und eine gewisse Trägheit in der Wirkung der Querruder. Die Schubleistung kann das Modell aber jetzt wesentlich schneller umsetzen, Teillastbetrieb ohne Höhenverlust ist möglich und beim Einkurven zur Landung war kein nervöses Verhalten mehr erkennbar. Sogar auf den Kreisel konnte ich nun verzichten. Inzwischen ist auch die Aufhängung für das Bugfahrwerk mit zwei Kohlerovings verstärkt worden, da sich die eingebaute Sollbruchstelle als zu schwach erwiesen hatte. Auf dem Elektroimpeller-Meeting in Hude bestätigte sich noch mal das gutmütige Flugverhalten. Aber die Kopflastigkeit war trotz Verlegung des Empfängerakkus nach hinten und EWD-Überprüfung noch vorhanden. Hier zeigte sich doch deutlich der Unterschied zwischen Theorie und Praxis, sprich Berechnung und Realität. Auch die Wirkung der Querruder muss noch mal genauer betrachtet werden. Sie ist immer noch träge. Wenn ich dem Beluga diese Eigenarten jetzt noch abgewöhne, dürfte es viel Spaß mit dem Modell geben. Es ist eben eine Eigenkonstruktion, die einen fordert, so oder so. Bill
Kleinbrahm
Anmerkung der Redaktion: Kurz nach Fertigstellung des Artikels stürzte der Beluga im Rahmen der Flugvorführung in Aspach 2003 erneut ab, zerschellte diesmal jedoch im 120 m tiefen Steinbruch (siehe AUFWIND 1/2003). Doch Bill Kleinbrahm gibt nicht auf und baut gerade an einem dritten Modell.
Anrollen
zum Erstflug nach dem Neubau, erstmals ohne unterstützendes Gummiseil
Die linke
Triebwerksgondel, in der einer der Schübeler-Impeller DS-51
montiert ist. Die Bodenfreiheit ist allerdings nicht sehr groß,
was beim Start eine zumindest saubere Graspiste voraussetzt
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![]() Nach der Landung. Es gibt doch noch einige Verbesserungspunkte. |
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