REPORT

Eiskalte Typen

Zu Besuch beim Eispokal in Weißenburg

 

Was für hartgesottene Motorradfahrer das Elefantentreffen Ende Januar im tiefen bayrischen Wald, ist für Segelflugbegeisterte Modellflieger der Eispokal des MBV Weißenburg zwischen Nürnberg und München. Bereits zum 14. Mal richtete der Verein diesen ungewöhnlichen Wettbewerb aus. Und jedes Jahr beschließen bis zu 50 Teilnehmer, den Winterschlaf ihrer gestressten Wettbewerbsmodelle zu stören um an einem Sonntag im Januar, bei Wind und Wetter, den Besten unter ihnen auszufliegen.

Der Wettbewerbsmodus ist bewusst einfach gehalten: Nach einem Windenstart mit circa 200 Metern Seillänge bis zur Umlenkrolle, gilt es das Modell acht Minuten in der Luft zu halten um dann pünktlich auf einem 20 Meter langen Strich zu landen. Klingt einfach? Ja, im Sommer bei Thermik und sonnigem Wetter schon. Wenn aber der Wind bei eisigen Minusgraden bläst und einem beim Hochstart schon die Finger steif werden, dann sind acht Minuten plötzlich unglaublich lang. Dieses Jahr hat Mutter Natur noch einen zusätzlichen Schwierigkeits- grad eingebaut: Wer nämlich beim Hochstart sein Modell in den Himmel schoss hatte großes Glück, wenn dieses nicht im tief hängenden Nebel verschwand. Damit war beim ersten Durchgang in circa 150 Metern Höhe Schluss und das Ausfliegen der acht Minuten wurde zur absoluten Expertensache. Erst später am Vormittag hob sich die Wolkenbasis und die Gemüter entspannten sich.

So ein Winterfliegen würfelt doch immer ein recht unterschiedlich motiviertes Teilnehmerfeld zusammen. Da sind zum einen die Piloten, die einfach die Gelegenheit nutzen wollen, um im Winter endlich mal wieder vom Simulator weg zu kommen. Und dann sind da einige Teams, die den Eispokal als erste Standortbestimmung sehen um sich auf den Wettbewerbszirkus der kommenden Saison vorzubereiten. So ist dieses Jahr zum Beispiel das Team „Bruderschaft der Satorianer“ recht konzentriert zu Werke gegangen und hat konsequent das neue Teammodell „Satori“ von Aerotec getestet. Wie gut die Piloten schon in Form waren, zeigte der Sieg der Gesamtwertung von Josef Schweiger und der zweite Platz in der Jugendwertung (siebter Platz der Gesamtwertung) von Stefan Schweiger.

Sieht man sich die Ergebnisse etwas genauer an, fällt einem auch in diesem Wettbewerb die hohe Leistungsdichte der Piloten auf, so hat der Drittplatzierte – zugleich Sieger in der Jugendwertung – Mattias Althammer keine zehn Punkte abgegeben.

Doch der Eispokal wäre nicht, was er ist, gäbe es nicht den reichlich gedeckten Gabentisch des Veranstalters. Dank großzügigem Sponsoring der Firmen Graupner, Power Box Systems, Jamara und Werbetechnik Weißenburg konnte jeder Teilnehmer mit einem attraktiven Preis nach Hause gehen.

Und so freuen sich alle wetterfesten Teilnehmer schon auf den Eispokal 2011 in Weißenburg. Doch bevor der kommt, wird es (hoffentlich) noch einmal Sommer.

Darius Mahmoudi


Durchweg Modelle der F3J- und F3B-Liga wurden eingesetzt

Platz, Pilot, Punkte
1. Schweiger, Josef 1594,4
2. Schütz, Thomas 1590,9
3. Althammer, Matthias (jr.) 1585,7
4. Bosch, Christopher 1575,9
5. Ott, Josef 1565,2
6. Schweiger, Stefan (jr.) 1560,7
7. Lang, Kilian 1539,8
8. Mittelbach, Ralph 1533,8
9. Römer, Rainer 1525,1
10. Wagner, Josef 1504,2


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Die Sieger (von links): Thomas Schütz, Josef Schweiger, Matthias Althammer, Stefan Schweiger, Jan Christoph Weihe



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