REPORTAGE

Glückszahl 13

Erfolgsmodell Flying Circus in Fiss

Imposante Voll-GFK-Größen zeigte TUN aus der Schweiz: Vorne der neue „304 Shark“ mit sechs Metern, dahinter der „Nimbus 4“ mit 10,6 Metern Spannweite.

Der Wetterbericht sagte tagelang Regen voraus. Viele Anrufer fragten beim Veranstalter skeptisch nach, ob der Event wirklich stattfindet. Nun ja, auch wir hatten anfangs etwas Sorge – aber die Erfahrung aus zwölf Jahren Flying Circus ließ uns dann doch mit Ruhe und Zuversicht dem Termin entgegen fiebern. Schnee hatten wir im vergangenen Jahr! Was soll uns da noch passieren? Auf der Fahrt nach Fiss zeigte sich der Himmel blau und die Sonne strahlte. Der Wettergott hatte ein Einsehen und hielt uns die Wolken zumindest drei Tage fern. Lediglich Am Samstag zogen am Nachmittag immer wieder Wolken aus dem Tal hoch und unterbrachen den Flugbetrieb. Der Wetterdienst hielt 135 Piloten nicht davon ab, sich auf den Weg nach Fiss zu machen. Schon am Donnerstag tummelten sich 70 Piloten ums Senderzelt, um möglichst schnell die Anmeldeprozedur erledigt zu haben. Die Sender- und Empfängerakkus waren randvoll, die Servos summten und die Modelle fieberten dem Augenblick entgegen, endlich über die Hangkante freigelassen zu werden. Bei fast wolkenlosem Himmel und kräftigem Südwind war das Fliegen eine Lust – und für die zahlreichen Zuschauer ein Augenschmaus. Erstmals nach zwei Jahren Pause zeigte TUN-Modellbau aus der Schweiz mit seinem Team am Freitag seine schönen Scale-Modelle. Dabei trafen sich mit der TUN-Truppe der zweifache F3B-Weltmeister Andreas Böhlen und direkt von der F3J-WM kommend der zweifache F3J-Weltmeister David Hobby. Sie waren begeistert von der Atmosphäre in Fiss. Mit im Gepäck des TUN-Teams war neben dem 8 m großen „Duo Discus X“ auch ein 10,56 m großer „Nimbus 4“ in Voll-GFK/ CFK-Bauweise. Leider kamen beide Modelle nicht zum Einsatz, waren aber allein schon aufgebaut ein beeindruckendes Beispiel innovativer moderner Großseglerherstellung. In der Luft gezeigt wurde dagegen der neue 6-m-„Glasflügel 304 Shark“. Ein wunderschönes Modell, das seinem Original in nichts nachsteht. Graupner zeigte auch dieses Mal wieder Flagge: Stefan Graupner persönlich führte sein Pilotenteam mit Holger Justus, Thomas Garus und Steffen Wiesner an, das mit viel Spaß und Freude am Geschehen teilnahm. Dabei wurde der neue 1:4-„Fox“ mit 3,5 m Spannweite vorgeflogen. Mit einem Fluggewicht von rund 7 kg schien das sehr schön designte Modell in Fiss wie dafür gemacht. Ein echter Hingucker, in der Luft wie auch am Boden. Neben dem „Fox“ kamen aber auch der „Diamant“, „Discus 2b“, „Super-Soarmaster“ und „Elektro Junior S“ zum Einsatz – allesamt ausgestattet mit dem neuen 2,4-Ghz-System „IFS“. Neu dabei war die Firma Wildflug, deren Inhaber Mario Weichelt die fast zwölfstündige Fahrt mit Anhänger auf sich genommen hatte. Wildflug zeigte seine edlen Voll-GFK-Modelle und die absolute Neuheit, eine 5,66 m große „Minimoa“. Das ganz aus Holz aufgebaute Modell ist ein Meisterwerk chinesischer Ziselierkunst und wird rohbaufertig für 1.100,- Euro angeboten. Unser treuer Showpilot Theo Arnold hatte die Ehre, dem Modell seinen ersten Alpinflug zu schenken und schob den 14 kg schweren Segler beherzt über die Hangkante. Ein wunderschönes Flugbild! Theo selbst hatte seine neue „ASG-29E“ im Maßstab 1:2,5 dabei. Die 7,22 m Spannweite tragen ein Gewicht von 22 kg, das 22“-Klapptriebwerk von Elicker bringt mit einem Lehner-Motor mit 10s LiPo 5.000 mAh genügend Vorschub, um locker den Segler vom Boden abzuheben und einige Steigflüge zu absolvieren. Ausgestattet ist das Modell außerdem mit 21 Servos und einem „DPSI 2001 RV - Dual Power Servo Interface“ von Emcotec. Die Trag- flächen ließ Theo bei Richard Schröder in Positivbauweise herstellen, komplett ausgelegt mit Koh- legewebe. Der Rumpf kommt von Thomas Kro- marek. Die Komplettauslegung des Modells, auch die Profilierung mit dem „HQW 2,5 mod.“, ist Theos Werk! Im Fluge unglaublich! Schon allein der Start mit der Flitsche, zuerst mit zusätzlichem Antrieb durch das Klapptriebwerk, beeindruckte. Beim zweiten Start ohne Motor war zu sehen, wie das Modell schon nach wenigen Metern und recht geringer Geschwindigkeit abhob und wunderbar ruhig über die Kante in den Aufwind glitt. Fast ständig in der Luft war mindestens ein Modell der Firma Tangent, vertreten durch eine Mannschaft mit zahlreichen Modellen. Ebenso zeigte Blue-Airlines Flagge: Mit einem aktiven Pilotenteam und 14 Modellen! Pilot Uwe Freitag flog am Samstag mit dem „Swift“ faszinierend über den Wolken, die den Blick ins Tal versperrten. Der kräftige Südwind machte es möglich, weit ins Tal bis zur Obergrenze der Wolken abzutauchen, um dann mit leicht feuchten Flügeln mit Speed in Augenhöhe an der Hangkante vorbei zu jagen. Fiss-Dauergast Stefan Höllein hatte wieder das Vergnügen mit seinen leichtgewichtigen Seglern die Hangkante zu „schrubben“ und bewies, dass auch Modelle unter 1 kg mit dem Starkwind keine Probleme haben. Doch wieder einmal erwischte der Routinier einen der wenigen Momente, wo der Aufwind Pause machte und musste weit unten im Tal landen. Zum mittlerweile schon traditionellen Nachtfliegen am Freitagabend hatten sich wieder zahlreiche Piloten mit zum Teil skurrilen Modellkonstruktionen angemeldet. Das Happening, so müsste man es eigentlich nennen, fand diesmal zum ersten Mal im Rahmen der Erlebnisnacht auf der Möseralm statt, zu der eine Gondelbahn führt. Für die vielen Zuschauer zeigten die Piloten, was im Modellflug so alles geboten ist. Von superschnellen hell beleuchteten Deltas, akrobatischem Freestyle mit Shockflyern, lustig fliegenden Hexen bis zu einem superleichten Tragschrauber, der sogar Loopings und Rollen flog. Über eine Stunde lang wurde ein abwechslungsreiches Programm geboten. Und wie jedes Jahr war auch wieder der Dorfweiher zu Ladis Schauplatz eines nächtlichen Spektakels: Fliegen über dem Wasser, Starten und Landen auf dem Wasser.

    


Das Dream-Team des Flying Circus: (sitzend von links) Holger, Bärbel, Heike, Saskia und Viviane sowie (stehend von links) Gerd, Uwe, Ralph, Bernd, Nico und Walter.


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Mit vollem Einsatz wurde die „Minimoa“ in ihr Element befördert. Das ganz aus Holz aufgebaute Modell ist ein Meisterwerk chinesischer Ziselierkunst. Foto: Christoph Visbeck


Theo Arnold flog diese „ASG-29“ mit 7,22 Metern Spannweite.



In Fiss fliegt alles: Ein Eigenbau-„Zagi XXL“ mit 4,3 Metern Spannweite.

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Warten auf den Start: Im Vordergrund der neue Graupner-„Fox“.

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Airlinerkapitän Axel am Knüppel, Roland mit dem „Ventus 2c“ an der Hangkante.


Ein „Swift“ von Blue Airlines alleine über den Wolken.

Danke an dieser Stelle für die zahlreichen Sachpreise von Graupner, Höllein, Wildflug, TUN, Tangent, Pull-Over, Modellfliegerbrille, die unter den Teilnehmern an den zwei Spaßwettbewerben, dem Nachtfliegen auf der Möseralm und dem Wasserfliegen in Ladis verlost wurden. Die Preise von Tangent, Pull Over und Modellfliegerbrille wurden im Nachhinein unter allen ange- meldeten Teilnehmern unter anwaltlicher Aufsicht verlost! Darum hat sich freundlicherweise Teammitglied Rechtsanwalt Dr. Walter Felling gekümmert! So war auch 2008 wieder ein gelungener Event. Fiss hat sich von seiner besten Seite gezeigt, die Mitarbeiter der Bergbahn waren wie immer sehr hilfsbereit, und die erst dieses Frühjahr eingestellte Eventmanagerin des Tourismus- verbands half sehr bei der Koordination. Und den Mitarbeitern des Flying Circus Orgateams ist es zu verdanken, dass von der Anmeldung, über die Senderabgabe und Kontrolle des Flugbetriebs die Flugdisziplin bis zum Schluss vorbildlich blieb. So bleibt eigentlich nur noch eines zu sagen: Bleibt uns treu und kommt 2009 wieder! Der Termin steht schon fest: 9.-12. Juli.

Gerd Holzner



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Diesen Beitrag und noch viel mehr finden Sie in AUFWIND Ausgabe 1/2009

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