Fun-Flyer sind zum Rumkaspern gemacht. Auch jener Pilot, oder gerade der, der den Kunstflug nicht besonders beherrscht, kann mit diesen Modellen enorm viel Spaß haben. Lust und Frust können in Sachen Motorisierung bei einem Fun-Flyer sehr eng beieinander liegen und ein schwacher Antrieb führt schnell zum unverhofften Lustverlust.

Zum Glück ist die richtige Wahl auch im Elektroflug heute ziemlich unproblematisch und zudem auch längst nicht mehr kostspielig. Der „Magic“ ist ein ARF-Modell aus dem Hause Krick und bietet eine Fertigungsqualität, die heute fast schon Standard ist und sich mit den Worten „besser geht nicht“ umschreiben lässt. Gebaut werden muss eigentlich gar nicht mehr, lediglich letzte Endmontagen sind vorzunehmen.

Das „eigentlich“ deswegen, weil das Modell für Verbrenner vorgesehen und dementsprechend vorbereitet ist. In meinem Fall sollte aber ein Umbau auf Elektroantrieb erfolgen. „Magic“ ist komplett in Holz aufgebaut und bereits mehrfarbig mit Folie bespannt. Der Rumpf ist in Kastenbauweise erstellt und im vorderen Bereich für leistungsstarke Antriebe ausreichend stabil. Die einteilige Tragfläche ist wie alle anderen Bauteile sehr leicht und besitzt aufgrund der großen Profildicke eine gute Festigkeit. Die Leitwerke sind in Stäbchenbauweise hergestellt und bringen daher nicht viel Gewicht ans Heck – das ist auch gut so! Die „meiste“ Arbeit gab es aufgrund des Umbaus zum Elektroantrieb beim Rumpf. Gemäß Anleitung wurden zunächst alle Arbeiten, die sowieso erforderlich sind, ausgeführt, wobei hier die reichlich bebilderte Bauanleitung positiv auffällt und keine Rätsel aufgibt.


So wird geliefert. Dies ist alles, was für die Elektro-Version genutzt wird

Da es im Rumpf etwas eng wird – ein zehnzelliger Akku sollte untergebracht werden, wanderte das Seitenruderservo direkt vor seine Wirkungsstätte. Eine kurze, direkte Anlenkung ist ein positiver Nebeneffekt. Das Höhenruderservo kommt dahin, wo es die Anleitung vorsieht – die Röhrchen für die Anlenkung sind bereits vorinstalliert.


Es passte alles gerade so rein. Der Empfängerakku musste ganz nach vorne, um den Schwerpunkt einzuhalten


Die Leitwerke werden einfach auf- bzw. eingeklebt, sodass diese Arbeiten in wenigen Augenblicken erledigt sind. Zur Akkuaufnahme habe ich im Rumpfboden Verstärkungen angebracht, die die Klettbandschlaufen aufnehmen. Als Motor kommt ein so genannter LRK-Motor zum Einsatz, mit der Größenbezeichnung 350-20/12,5 und von Flyware kommend. Zur Bezeichnung: Der Motor hat einen Durchmesser von 35 mm, eine Magnetlänge von 20 mm und ist pro Statorzahn 12,5-mal mit einer speziellen Litze bewickelt. Zur Montage im „Magic“ wurde der Motor direkt am Motorspant montiert. Dazu wurde der Motor umgedreht, sodass die Welle in den Rumpf ragt. Sie wird mit einem Stellring gesichert, damit der Motor sich nicht zweiteilt. Nun wird am ehemals hinteren Lagerschild, das ja nun vorne ist, eine Propelleraufnahme montiert. Um das auftretende Drehmoment, das bei großen Luftschrauben entsteht, von der Motorhalterung fernzuhalten, entschied ich mich für eine Gummilagerung des Motors. Das hat sich in der Praxis sehr gut bewährt, denn sämtliche Schwingungen, zum Beispiel auch durch schlecht ausgewuchtete Luftschrauben, werden vom Rumpf ferngehalten.

Die Tragfläche erhielt zwei schnelle und starke Servos C-5077 von Graupner, die mit kurzen Kabelverlängerungen direkt in den unter der Flächenauflage liegenden Empfänger gesteckt werden.


Das Seitenruderservo wurde vor das Ruder verbannt. Eine kurze direkte Anlenkung ist die Folge. Etwas Gewicht am Heck konnte außerdem nicht schaden

FactBox


Eine tolle Sache: Die Gummilagerung des LRK-Motors lässt nur noch den Piloten im Takt seiner Kunstflugkür schwingen

Zur Stromversorgung wurde ein 1.100er-Sanyo-Akku verwendet, der zur Einhaltung des Schwerpunkts gleich hinter dem Motorspant sitzt. Ausreichend sicher und gut gelöst ist die Befestigung der Tragfläche durch einfache Gummiringe. So ist ein Akkuwechsel ruckzuck ohne Werkzeug möglich. Das macht Spaß. Die Fertigstellung des Modells war innerhalb von vier Stunden erledigt und aufgrund der erstklassigen Vorfertigung ein reines Vergnügen.
Der zu Beginn eingesetzte Drehzahlregler Jeti „JES 70“ hatte einige Probleme mit dem Motor und wurde durch einen Hacker „Master 70-3P Opto“ ersetzt. Den Strom lieferten zehn gepushte Zellen RC-2400 von Sanyo. Mit einer Aeronaut-Luftschraube Cam-Prop 14x7” auf einem 47-mm-Mittelstück, das eine Steigungsreduzierung von 2,5 Grad hat, ergab sich im Stand ein Strom von 48 Ampere. Dabei zerrte die Luftschraube mit 7.400 U/Min schon gewaltig am Modell.


Und so mögen es Modell und Pilot am liebsten: Hauptsache nicht in Normalfluglage

Beim ersten Start nun musste ja passieren, was passieren sollte: Der „Magic“ ging nach knapp fünf Metern Rollstrecke und einem Griff ins Höhenruder senkrecht in den Himmel und stoppte erst, als der Pilot es wollte. So mancher Hotliner würde hier blass werden – aber Magic sollte ja mehr können. Nach dieser imposanten Einlage lag es also am Können des Piloten. Gleich vorweg, Torquen habe ich nicht hinbekommen und das liegt nicht an der Motorisierung! Rumkaspern bis der Arzt kommt ist angesagt – und der kann selbst im „ungünstigsten“ Fall erst nach gut acht Minuten helfen – nämlich dann, wenn der Akku leer ist und man landen muss. Egal welches Flugmanöver, der Magic machte es. Die vorgegebenen Ruderausschläge passen perfekt und sobald man sich daran gewöhnt hat, sollten diese vergrößert werden – nach dem Motto „viel hilft viel“. Auch zur Landung können große Ruderausschläge nichts schaden. Bei mir war es nämlich so, dass ich den Magic zur Landung immer langsamer machte und da sind große Ausschläge schon wichtig. Nach einigen Flügen war ich schon richtig verärgert, wenn ich nach der Landung mehr als drei Meter zum Modell gehen musste. Dazu muss ich sagen: Das Modell rollt nach dem Aufsetzen selten mehr als einen Meter.


Nur fünf Meter am Boden, dann acht Minuten in der Luft: Der „Magic“ von Krick

Der „Magic“ von Krick ist ein Fun-Flyer, der von der ersten Minute an Spaß machte. Die Fertigstellung wurde durch nichts getrübt und der wirklich komplette Baukasten ließ keine Wünsche offen. Noch mehr Spaß machte dann aber das Fliegen. Jeder der ein querrudergesteuertes Modell beherrscht, wird mit dem „Magic“ zurechtkommen. Richtig Dampf für fast endlosen Spaß liefert der LRK-Motor 350-20/12,5. Aufgrund der einfachen Montage entfällt auch die Herstellung eines aufwändigen Motorträgers. Die Leistung ist absolut überzeugend und nach nunmehr etwa 30 Flügen war weder am Modell, noch am Antrieb ein Verschleiß festzustellen. Es ist und bleibt ein gelungenes Modell mit einem gelungenen Antriebskonzept.
Matthias Trier


Gut zu sehen, die fertig eingebauten Bowdenzugrohre für die Seiten- und Höhenruderanlenkung


Hersteller:
Krick Modelltechnik
Knittlingen
www.krick-modell.de


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