TECHNIK

Rumpfbau digital

Eine Software zur Konstruktion von Rümpfen



Eines Tages erhielt die AUFWIND-Redaktion Post aus Italien. Absender war Stefano Duranti, der durch sein Profil- und Flügelkonstruktionsprogramm „Profili“ bekannt geworden ist:

„Ich möchte Dich über meinen neuesten Beitrag zur Förderung des Holzmodellbaus informieren“,

begann er in seinem Schreiben. Er berichtet weiter: Immer wieder sei er nach einem Programm zum Zeichnen von Rümpfen gefragt worden. Früher, als das selbst Konstruieren nahezu selbstverständlich war, nahm man irgend ein Blatt Papier, zeichnete etwas, was den Vorstellungen entsprach, und los ging es mit Säge und Raspel. So hat er den Ball aufgenommen und „DevFus“ geschaffen, ein Programm zur Konstruktion von Rümpfen, deren Ergebnisse in Form von Spanten direkt ausgedruckt oder auch in ein Fräsprogramm aufgenommen werden können.

„Damit ein solches Instrument effizient ist, muss es auf den ersten Blick einfach zu bedienen, aber mächtig sein“,

betont Stefano Duranti.

Schritt 1: Man muss nur die blauen Linien mit dem hinterlegten Umriss des Rumpfes zusammenzuführen, in dem man die Kontrollpunkte verschiebt. Das Internet ist voll von Rumpfzeichnungen, die sich für diesen Zweck verwenden lassen.

Schritt 2: Mit der Bestimmung der Querschnitte ist es möglich die Rundungen und die Neigungen der Rumpfseiten bei jedem Spant zu bestimmen. Kleiner Tipp: Nur ein paar wenige Spanten bestimmen und die dazwischen liegenden interpoliert das Programm selbstständig.

Schritt 3: Dieses Kapitel sieht die Bestimmung der einfachen oder mehrfachen Beplankung vor. Auch ein flächiges Weglassen der Beplankung ist möglich. Um das alles etwas schmackhafter zu machen, habe ich die Möglichkeit hinzugefügt, jeden Schritt in 3D-Ansicht zu kontrollieren.

Schritt 4: Hier fügt man die Rumpfgurte hinzu, die wiederum verschiedenartig sein können und fügt schließlich die Aussparungen zur Gewichtsreduzierung ein – effektiv und einfach.

Schritt 5: An den Zusammenbau denkend, kann man zwischen dem Aufbau des Rumpfes in getrennten Teilen – wobei die Spanten geteilt werden können – wählen, oder es wird eine Helling benutzt, die das Programm automatisch zeichnet. Es genügt zwei Gurte als Referenz zu bestimmen und der Benutzer erhält eine eindrucksvolle Anzahl von Holzteilen zum Zusammenbauen.

Am Ende des Projektes erhält man eine CAD-Zeichnung, die man neu positionieren, in DXF exportieren, drucken oder in CAD-Programme exportieren kann. Mit einer CNC-Fräse im Hause lassen sich die Teile direkt ausfräsen und der Rumpfbau kann beginnen. Stefano Duranti bietet die Software unter www.devcad.com an.

Redaktion


Zu Beginn legt man die blauen Linien mit dem hinterlegten Umriss des Rumpfes zusammen. Als Hintergrund dienen eingescannte Zeichnungen oder auch Fotos mit Seitenaufnahmen.


Die genaue Form der Spanten lässt sich an beliebigen Positionen bestimmen.


Bei der Bestimmung der Beplankung sind Voll- und Teilbeplankungen möglich.


Im vierten Schritt werden Rumpfgurte verteilt – alles mit einfachen Mausklicks.


Auch die Aussparungen zur Gewichtsreduzierung sind denkbar einfach anzubringen.


Jeder Schritt kann in 3D-Ansicht am Bildschirm betrachtet werden.


Um den Aufbau zu erleichtern kann der Rumpf in Ebenen geteilt werden.


Baut man lieber am Stück, lässt sich eine Helling dazukonstruieren.


Als 3D-Darstellung betrachtet, freut man sich schon auf den Bau. Es muss nur noch gefräst, beziehungsweise ausgeschnitten werden.



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Diesen Beitrag und noch viel mehr finden Sie in AUFWIND Ausgabe 4/2010

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