|
Auf den Großseglerwettbewerben
und Deutschen Meisterschaften des DMFV sind zwei Klassen zugelassen:
Die Vorbildähnlichen und die Zweckmodelle ab einer Spannweite von
4 m. Für die Aufgaben der Zweckmodell-Klasse wurden spezielle Großsegler
konstruiert und gebaut, darunter auch immer mehr käuflich zu erwerbende
Modelle. Die Tragflächen
bestehen aus einem CFK/Herex/GFK-Sandwich, gepaart mit einem CFK-Holm,
der auf Wunsch und gegen Aufpreis aus UMS-Rovings anstatt HTS-Rovings
bestehen kann. Der Rumpf ist komplett in GFK aufgebaut. Im Leitwerksträger
liegen zusätzliche Rovings aus Kevlar. Das Höhenleitwerk besteht
aus einer GFK-Schale und ist mit einem Gewicht von 80 g recht leicht.
Die Anlenkung für das Höhenruder besteht aus einem CFK-Rohr.
Das Seitenruder wird mit Stahldraht angelenkt. Beide Anlenkungen sind
fertig eingebaut. Die Rumpfspitze ist mit einer Abziehschnauze versehen
und bietet genügend Raum für Empfänger, Akku und Servos
für Seiten- und Höhenruder sowie Variometer. Und in den Tragflächen
ist eine Einzugshilfe für die mitgelieferte verdrillte Servolitze
vorhanden. |
Markenzeichen
des Shark XL ist zweifellos das elegante Seitenleitwerk.
Schön gemacht ist auch die Anformung für den Bowdenzug. Das
Höhenleitwerk wird konventionell auf zwei Stahlstäbe gesteckt.
Aufgrund des hohen Vorfertigungsgrades beschränkt sich die Fertigstellung des Shark XL auf den Einbau der RC-Komponenten, der Herstellung der diversen Rudergestänge sowie der umfangreichen Programmierung. Die Qualität der einzelnen Komponenten kann durchwegs als sehr hochwertig bezeichnet werden. Allerdings soll hier nicht verschwiegen werden, dass es zu Beginn der Produktion mit einzelnen Komponenten Schwierigkeiten gab. Festigkeitsmäßig hat man die Sache aber im Griff und man darf dem Logo-Team ein hohes Maß an Professionalität bescheinigen, da sie fehlerhafte Teile nicht dem Kunden zumuten wollten, sondern die Auslieferung solange zurückstellten, bis die erforderliche Qualität gewährleistet werden konnte. Auch die Auslieferung des Serien-Testmodells hat sich dadurch um einige Monate verzögert. Kommen wir zum Erstflug, der sich ganz unkompliziert gestaltete: Mit neutral eingestellten Rudern, EWD bei drei Grad und dem Schwerpunkt auf 81 mm hinter der Profilnase wurde der Shark XL bei leichtem Gegenwind am Hang gestartet. Die Wirksamkeit des Querruders fiel sofort angenehm auf. Nach kurzer Eingewöhnung und Erreichen der Sicherheitshöhe wurde die erste Erprobungsphase gestartet: Schnelle Kurvenwechsel, Kunstflug, Ausweichmanöver auf engstem Raum all dies mit einer Leichtigkeit, die man einem solch großen Modell eigentlich nicht zutrauen möchte. Auch die anfänglichen Bedenken bezüglich der Wirksamkeit des Höhenleitwerkes erwiesen sich als unbegründet. Denn der relativ lange Leitwerksträger macht diese Auslegung möglich, außerdem läuft der Shark XL dadurch im Geradeausflug wie auf Schienen. Werden die Wölbklappen in Speed-Stellung gebracht, überbrückt der Shark XL weite Strecken mit einem enormen Gleitwinkel. Lastigkeitsänderungen treten aufgrund der gelungenen Profilauslegung bei Veränderungen des Wölbklappenausschlages keine auf, auch Nachtrimmen ist nicht erforderlich. Und wer ruhige Finger, gute Nerven und ein geeignetes Fluggelände hat, darf sich mit dem Shark XL auf zackiges Dynamic Soaring freuen. Bedingt durch die V-Form des Tragflächenmittelstückes sind die Kreisflugeigenschaften fantastisch. Bei engen Vollkreisen ist nur minimales Stützen mit Querruder erforderlich. Auch der Hochstart an der großen Flühs-Winde gestaltet sich problemlos. Der Shark XL hängt sicher an der Leine, nur mit dem Unterschied, dass er die erreichte Geschwindigkeit mit einem gewaltigen Schuss in Höhe umsetzen kann. Nur eine leichte Durchbiegung der Tragflächen ist dabei erkennbar. ![]() Die Tragflächengeometrie
mit ihrem Sechs-Klappen-Flügel wurde auf Leistung getrimmt, ohne
allerdings die Eleganz des Großseglers zu vernachlässigen
Generell beeindruckt der Shark XL durch sein ruhiges, äußerst eigenstabiles Flugverhalten und durch die ausgewogenen Flugeigenschaften mit enormen Flugleistungen. Die aerodynamische Auslegung ist brillant und wurde ganz offensichtlich bedingungslos auf Leistung getrimmt. Der Shark XL hinterlässt einen super Eindruck, in der Luft wie am Boden. Wer einen modernen Leistungssegler mit über vier Metern Spannweite, großer Festigkeit und hoher Leistung sucht, wird mit dem Shark XL bestens bedient sein. Gerald Reischl,
Fotos: Rolf Haselmaier
![]() Auch im
Landeanflug verhält sich dieser Großsegler brav. Die Butterflystellung
lässt sich gut variieren, der Fahrt- und Höhenabbau ist
enorm. Tiefenruder ist dabei nur wenig erforderlich
![]() Bei der
Auslegung des Rumpf/Tragflächenüberganges wurde auf eine
praxistaugliche, stabile und widerstandsarme Auslegung Wert gelegt.
Erfolgreicher Einsatz des Shark XL bei der DM Großsegler 2004 Die besten Speed-Zeiten
am Samstag wurden von Michael Wohlfahrt mit 17,3 s und Thomas Schorb
mit 16,9 s geflogen. Beide Piloten des Logo-Teams flogen ihren Shark
XL. Thomas Schorb
gelangen außerdem so gute Zeitflüge und Ziellandungen, dass
er am Samstagabend nach drei Durchgängen auf Platz eins lag. ![]() Die drei Piloten
mit den besten Speedzeiten: Thomas Schorb (16,9 s), Gerald Reischl (17,1
s) und Michael Wohlfahrt (17,3 s). Rechts der alte Deutsche Meister
Gerald Reischl, links der neue Deutsche Meister Thomas Schorb
![]() Die beiden
am häufigsten eingesetzten Großsegler der offenen Klasse:
FS-4000 von Klemm und Shark XL
|
![]() Der Vorteil großer Zweckmodelle gegenüber Scale-Nachbauten ist die Handlichkeit des geringen Rumpfquerschnittes. So ist ein Start auch ohne Helfer möglich |
Diesen Beitrag und noch viel mehr finden Sie in AUFWIND Ausgabe 6/2004 Das komplette Inhaltsverzeichniss 6/2004 Zur Heftbestelluwng bitte hier entlang. © AUFWIND 2004 |