TECHNIK

Updatefähig

Eine „MC-3030“ mit Spektrum-Modul



2,4 GHz im Modellbau sorgt für Gesprächsstoff – ob in Printmedien, am Stammtisch oder in den Internetforen. Befürworter, Skeptiker und Gegner leisten sich vor allem in den Foren heftige Diskussionen, um nicht zu sagen: Streitgespräche! Während auf der einen Seite immer noch Fragen in Bezug auf Legalität und der tatsächlichen Funktionstüchtigkeit auftauchen, werden auf der anderen Seite die Vorteile des einen, gegen die des anderen Systems gepriesen. Seitens der Industrie gelten vor allem Robbe/Futaba, Graupner und Spektrum als Vorreiter. Auch das tschechische Unternehmen Jeti hat mit „Duplex“ ein eigenes System auf den Markt gebracht. Eigene Insel- lösungen bieten unter anderem ACT, Jamara und Weatronic an. Aktuell schließt sich auch Multiplex dem Trend an und bietet unter anderem Modulsysteme für die immer noch beliebten 3000-er und 4000-er Pultsender an. Doch für welches System man sich auch entscheidet: letzter und vielleicht wichtigster Entscheidungspunkt ist sicherlich die Sympathie für eine Marke. In diesem Beitrag wird der Umbau einer – zugegebenermaßen bereits betagten – „MC-3030“ (Baujahr 1993) von Multiplex auf ein Modul von Spektrum vorgestellt. Dieser Bericht entstand bevor bekannt wurde, dass Spektrum ein speziell für die MC-3030 ausgelegtes Modul präsentiert. Für den Umbau des hier vorliegenden Senders wurde das bereits seit längerem im Handel erhältliche „DM-8“-Modul mit acht Kanälen verwendet, das eigentlich für Futaba-Handsender gedacht ist. Die aktuellen Spektrum-Modulsysteme basieren auf der DSM2-Technologie der zweiten Generation digitaler Spektrum-Modulation und bieten eine störungsfreie Verbindung zu dem Modell. Jedes Modul ist mit dem so genannten GUID, einem eindeutigen seriellen Digital-Code versehen. Wenn ein Empfänger mit dem Bindungs-Prozess programmiert wird, speichert er diesen Code und verarbeitet nur die Signale, die mit diesem Code markiert sind. Alle anderen Signale werden ignoriert. Die Module sind kompatibel mit allen „Spektrum DSM2“-Empfängern und allen „DSM2 2,4 GHz“-Empfängern von JR. Aktuell sind folgende Spektrum-Module erhältlich:

• DSM2 8-Kanal für Futaba: 9C-Serie (alle), 9Z-Serie (alle), FN-Serie (alle), 7U-Serie (alle), 8J-Serie (alle) und 8U-Serie (alle).

• DSM2 8-Kanal für Futaba MZ: 12MZ und 14MZ.

• DSM2 9-Kanal für JR: für X347, X388, Unlimited 8, XP8103, XP9303, PCM 10, PCM 10S, PCM 10SX und PCM 10Sxii.

• DSM2 9-Kanal für JR/Graupner: MC-24, MC-18, MC-20, MC-22 und MC-19

Als Neuheit 2009 wurde ein neues 12-Kanal-Modul für die MC-24 vorgestellt. Alte Module können zum Update an die Serviceabteilung von Horizon Hobby Deutschland gesandt werden. Außerdem wurde ein Modulsystem für die „Royal Evo“- und die „Profi-MC“-Serie von Multiplex vorgestellt. Umgebaut wurde der Redaktionssender von Michael Knes, Inhaber des österreichischen Fachhandels Flyzeit (www.flyzeit.eu) in St.Georgen/Steiermark. Er beschreibt den Umbau wie folgt: Seit die Spektrum-Module am deutschen und österreichischen Markt erhältlich sind habe ich schon diverse Anlagen – überwiegend Graupner und Multi­- plex – als Serviceleistung für unsere Kunden auf 2,4 GHz umgerüstet. Während noch beim letzten Umbau einer MC-3030 Vorgabe war, dass auch das 35-MHz-Modul weiterhin zum Einsatz kommen sollte, war im aktuellen Fall die Aufgabenstellung wesentlich einfacher: „Nur noch 2,4 GHz, sonst nichts“, so die klare Aussage von Philipp Gardemin. Für den Umbau wurde – wie schon von vielen anderen Piloten – das DSM2 8-Kanal-Modul für Futaba-Handsender verwendet. Der Umbau selbst lässt sich in wenigen, einfachen Schritten bewerkstelligen, sollte jedoch ausschließlich vom erfahrenen Modellbauer getätigt werden: Die Gehäuserückwand lösen und noch vor Beginn der Arbeiten in der Fernsteuerung unbedingt den Senderakku abstecken. Dann die Antennenbefestigung losschrauben und samt Kugelgelenk ausbauen. Das Antennenkabel der Originalantenne kann abgeklemmt werden – es wird nicht mehr benötigt. Die mit dem 2,4-GHz-Modul mitgelieferten Zubehörteile werden adaptiert und mit der Originalantennenführung verschraubt und wieder eingebaut. Das heißt, für die neue 2,4-GHz-Antenne wird kein neuer Antennenausgang ins Gehäuse gebohrt – ein klares Plus gegenüber anderen „Bastellösungen“. Nun wird das 35-MHz-HF-Modul ausgebaut, ein dreiadriges Servokabel an der grauen fünfpoligen MPX-Buchse laut Pinbelegung angelötet und mit Schrumpfschlauch isoliert. Dann wird das Spektrum-Modul aufgeschraubt und der SMA-Antennenstecker abgeschraubt. Nun die Platine entnehmen und das dreiadrige Servokabel, das an der MPX-Buchse befestigt wurde, mit der Platine entsprechend dem Schaltplan verlöten. Dann wird die seitliche Lasche des Modulgehäuses abgetrennt, um dort ein Loch für die neue Antennenführung bohren, beziehungsweise fräsen zu können. Nun den Antennenstecker, beziehungsweise -anschluss und Modul wieder verschrauben. Auf der linken Seite des originalen MPX-Modulschachts ist ebenfalls eine entsprechende Aussparung erforderlich. Das Modul wird dann mit doppelseitigem Klebeband im Gehäuse befestigt. Dann können Modul und Senderakku angesteckt werden. Zuletzt muss noch die Gehäuserückwand bearbeitet werden, also eine Ausnehmung für den Antennenanschluss gefräst und eine Öffnung für den Bindungsknopf gebohrt werden. Dann kann schon die Gehäuserückwand wieder aufgesetzt werden – Fertig!Die Umbaudauer beträgt bei entsprechend sorgfältiger Arbeitsweise zweieinhalb Stunden. Natürlich Funktions- und Reichweitentest nicht vergessen!

    


Die kurze Stummelantenne verrät es: Hier wird jetzt mit 2,4 GHz geflogen.


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Für den Umbau wurde das DSM2 8-Kanal-Modul für Futaba-Handsender verwendet, hier im Set mit dem „AR-9000“-Empfänger.


Vor dem Umbau gilt es, sich einen Überblick über die Teile zu verschaffen.



Und so sieht das neue Modul an seinem Platz im bewährten Sender aus.

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Für den Anschlussstecker des Moduls muss der Gehäusedeckel ein wenig ausgeschnitten und für die Binding-Taste zudem ein Loch eingefräst werden.



Vor dem ersten Einsatz muss der Empfänger gebunden werden. Nach der Programmierung der Anlage nochmals binden, um sicherzustellen, dass die richtigen Failsafe-Positionen vorhanden sind. Vor Inbetriebnahme ist unbedingt sicher zu stellen, dass der Sender auf PPM programmiert ist, also auf PPM7 oder PPM9, denn Spektrum-Module arbeiten nicht im PCM-Mode. Das Modul auch niemals ohne Antenne einschalten – dadurch würde die Elektronik überlastet und zu dauerhaften Schäden führen. Soweit also Michael Knes zum Umbau des Redaktionssenders. Als der dann wieder im Lande war, wurden in einer „Gewaltaktion“ alle Modelle mit Spektrum-Empfänger umgerüstet. Von Beginn an klappten Binding und Einstellarbeiten problemlos. Jeder Nutzer der 3000-er Serie von Multiplex genießt ja die klare Zuordnung der Geber zu den Servos und den Nummern der Empfängerausgänge. Doch wie sieht das jetzt bei den Spektrum-Empfängern aus, bei denen die Anschlussplätze mit Abkürzungen für die Funktionen bezeichnet sind? Wir haben es herausgefunden:

Empfänger   Senderkanal   Funktion
Aile                         1            Querruder
Elev                        2           Höhenruder
Thro                       3              Motor
Rudd                      4           Seitenruder
Gear                       5           Fahrwerk
Aux                        6       Verschiedenes

Selbstverständlich muss beispielsweise der „Elev“-Kanal nicht zwangsläufig mit Höhenruder belegt werden. Doch ist es beim Anstecken im Modell leichter, wenn der Beschriftung auf dem Empfänger gefolgt wird. „2,4-GHz-Systeme haben – egal von welcher Firma – Zukunft und tragen zur Erhöhung von Sicherheit und Komfort im Modellflug bei“, so Michael Knes abschließend, als er den Sender wieder in der Redaktion abgab.

Redaktion



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Diesen Beitrag und noch viel mehr finden Sie in AUFWIND Ausgabe 3/2009

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