Mit dem „Update“ hat Graupner einen HLG im Vertrieb, der per „Side Arm Launch (SAL)“ in die Luft befördert werden kann. Er ist in Voll-GFK-Bauweise hergestellt. Dabei besteht der Rumpf aus drei Teilen, die noch miteinander verklebt werden müssen. Der Rumpfkopf ist ein weißes, mit C-Rovings verstärktes GFK-Teil. Hier gab es in frühen Serienmodellen Festigkeitsprobleme, die aber von Graupner schnell beseitigt wurden.

Der Leitwerksträger besteht aus einem CFK-Rohr und einem schwarzen Formteil, an dem die Leitwerksauflagen angeformt sind. Der geschwungene Verlauf der Kabinenhaubenkontur ist ähnlich dem „Soaring Star“ bzw. „Youngmaster“ ausgeführt. Seiten- und Höhenleitwerk liegen in Balsastäbchenbauweise bei und sind mit transparenter Folie bespannt. Der Tragflügel ist in GFK/Balsa/GFK-Schalenbauweise aufgebaut. Er hat eine einfache V-Form und ist mit Flaps versehen. Der Holmgurt besteht aus CFK-Rovings. Die Ruderklappen sind aus dem Flügel herausgetrennt und mit Ruderhörnern versehen. Und die Verschraubung der Fläche mit dem Rumpf durch M3-Inbusschrauben ist auch schon eingebaut.
Der Bau bzw. die Endarbeiten am „Update“ beschränken sich im Großen und Ganzen auf das Verkleben der einzelnen Baugruppen und den RC-Einbau. Diese Arbeitsschritte wurden am Testmodell in zwei Tagen ausgeführt. Die ausführliche und bebilderte Anleitung sowie die im Baukasten enthaltenen Zubehör- und Kleinteile, trugen ihren Teil dazu bei.

Die Fertigstellung der Tragfläche beschränkt sich auf das Einkleben der Servos und des Wurfstiftes: Die „C-261“-Rudermaschinen von Graupner werden von unten in den Flügel eingeklebt und nach dem Anlenken der Ruder mit den beigelegten Servoabdeckungen verkleidet. Dann werden die Ruder an die Leitwerke angeschlagen und die Ruderhörner eingeklebt. Die Leitwerke können jetzt schon mit dem hinteren Rumpfteil verklebt werden. Dann wird der Flügel auf den Rumpf geschraubt und die einzelnen Rumpfsegmente (Rumpfkopf, Leitwerksträger und Leitwerksauflage mit angeklebten Leitwerken) verklebt. Bei diesem Schritt ist besondere Sorgfalt darauf zu legen, dass alle Bauteile richtig zueinander ausgerichtet sind. Als Klebstoff wurde „UHUplus endfest 300“ verwendet. Nach dem Einkleben des gefrästen Servobrettchens ist der „Update“ schon soweit fertig und die Leitwerksservos – wieder „C-261“ von Graupner – können eingeschraubt werden.

Die ersten Starts als Trimmwürfe habe ich in noch klassischer Handstartmanier ausgeführt. Nach dem Testen der Ruderreaktionen wurde in die Startstellung geschaltet und der erste SAL-Start ausgeführt. Durch das sehr große Seitenleitwerk ist die Pendelbewegung nach dem Freigeben schnell weggedämpft und das Modell steigt geradeaus in den Himmel. Oben angekommen werden die Flaps auf neutral gestellt. Der „Update“ gleitet dann relativ schnell und das Gelände kann großräumig nach Thermik abgesucht werden. Hat man eine Blase gefunden, werden die Flaps positiv gefahren (Thermikstellung), die Fahrt wird geringer und der Aufwind kann mit dem Seitenruder gut ausgesteuert werden.

Wichtig ist, dass das Modell immer ein wenig auf Fahrt gehalten wird, damit die Steuerbarkeit erhalten bleibt. Wird doch einmal zu langsam geflogen, ist das Abreißverhalten jedoch sehr gutmütig.

Der Rückflug aus dem Lee kann mit negativ eingestellten Flaps (Startstellung), unterstützt von dem etwas erhöhten Fluggewicht zügig und sicher angetreten werden. Für die Landung werden die Flaps dann so weit wie möglich nach oben gefahren und Höhenruder beigemischt, um die Fluggeschwindigkeit nicht zu groß werden zu lassen. In der Landestellung ist ein Combi-Switch-Mischer (Quer auf Seite) aktiv, damit eine sichere Steuerbarkeit gewährleistet werden kann. Beim Landen ist aber auch darauf zu achten, dass das Modell gerade aufsetzt, damit der Rumpf bzw. das Seitenleitwerk geschont werden.


Die Ansicht von unten zeigt die Servoabdeckungen und die unten aus dem Rumpf herausgeführte Antenne. Die Antenne darf nicht im Inneren des CFK-Leitwerksträgers verlegt sein

Der lange Hebelarm des Rumpfes und die großen Leitwerke in Stäbchenbauweise sorgen für einen ausgezeichneten Geradeausflug

Der Hochstart mit dem Gummiseil ist eine weitere Methode, den „Update“ sicher auf Ausgangshöhe zu befördern. Ich habe dazu testweise einen Hochstartharken auf 10° vor den Schwerpunkt montiert. Damit verläuft der Start in Thermikstellung mit leicht reduzierten Querruderausschlägen sicher und unkompliziert. Nach dem Ausklinken steht einem frei, ob man Thermik aufsuchen möchte oder wahlweise die Höhe abturnt.

Vor dem „alpha-835w“-Empfänger hat der 350-mAh-Akku Platz. Die Servos steuern über einseitige Seilspannung die Leitwerke an

Ein weiteres Einsatzgebiet ist der Hangflug: Mit dem „Update“ ist das Fliegen bei schwachem Wind mit Thermikanschluss oder auch das Herumturnen an der Hangkante bei etwas mehr Wind möglich und macht zudem eine Menge Spaß. Insbesondere an einem lauen Abend, wenn der Wind einschläft und die großen „GFK-Kisten“ eingepackt werden, hat man schöne Flugerlebnisse.
Mein Fazit: Unterstützt durch die gute Anleitung, die viele hilfreiche Tipps enthält, ist der „Update“ in kurzer Zeit flugfertig. Das Erlernen der SAL-Starttechnik ist mit dem Modell schnell zu bewältigen. Es gibt sicher hochgezüchtete Wettbewerbsmaschinen, die durch ihre geringere Masse im Wettbewerb im Vorteil sind. Der „Update“ von Graupner ist dafür ein SAL-Allrounder, der breitbandig in der Ebene und am Hang eingesetzt werden kann und dort auch viel Spaß bereitet. Auch spricht er gut auf verschiedene Stellungen der Wölbklappen an und das Flugverhalten ist als absolut gutmütig zu bezeichnen.
Jens Kleinert

Hintergrund:SAL-Starttechnik
Beim SAL-Start ist es besonders wichtig, das Modell gleichmäßig zu beschleunigen. Dazu dreht man sich (ca. 360°) mit gestrecktem Arm und gibt das Modell gegen den Wind frei. Bei der Freigabe sollte man den Wurfstift einfach aus den Fingern gleiten lassen und nicht etwa zum Schluss der Drehung noch einmal mit aller Gewalt beschleunigen, da das Modell dann leicht verrissen und in eine Pendelbewegung versetzt wird. Die Abwurfgeschwindigkeit sollte stufenweise erhöht werden.


Abendliches Fliegen bei schwachem Hangwind: SAL-Start – Vorbeiflug – Fangen


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